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Der letztjährige Rookie Brendan Meriweather (Nr. 31) soll Asante Samuel ersetzen © getty

Nach Buffalos Sieg steht New England vor dem MNG unter Druck. Ausgerechnet jetzt kommt der Angstgegner ins Gillette Stadium.

Von Rainer Nachtwey

München/Foxborough - Die New England Patriots stehen vor dem Monday Night Game (2.30 Uhr LIVESCORES) unter Druck.

Nach der Niederlage am vergangenen Spieltag in San Diego und dem erneuten Sieg der Buffalo Bills über jene Chargers droht der Super-Bowl-Finalist den Anschluss an die Spitzenposition in der AFC East zu verlieren.

Doch ausgerechnet jetzt kommt der Angstgegner der Pats: die Denver Broncos. Gegen die Mannschaft aus der Mile High City verloren die Patriots 16 der letzten 19 Aufeinandertreffen.

Beim letzten Vergleich am 24. September 2006 zogen die Patriots, trotz Tom Bradys 320 Passing-Yards, mit 7:17 den Kürzeren.

Cassel und die O-Line enttäuschen

Auf ihren Star-Quarterback müssen die Patriots verzichten, schließlich zog er sich bereits beim Saisonauftakt gegen die Kansas City Chiefs einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fällt bis Saisonende aus.

Der ewige Backup Matt Cassel hat bisher noch nicht überzeugt. Ein einziges Mal nur führte er seine Offensive zu 20 oder mehr Punkten. In der vergangenen Saison blieben sie lediglich ein Mal unter diesem Wert - bei der Niederlage im Super Bowl gegen die New York Giants.

Das Problem liegt jedoch nicht allein an Cassel, sondern auch an der Offensive Line. Letzte Saison noch als Bradys Bodyguards gefeiert, ließen sie in den bisherigen fünf Partien bereits 19 Sacks an Cassel zu - so viele wie bei keinem anderen Quarterback in der AFC.

Probleme in der Secondary

Zu den Problemen in der Offensive kommen auch noch die Schwierigkeiten, "Big Plays" der Gegner zu verteidigen.

Am 6. Spieltag in Kalifornien bediente Chargers-Quarterback Philip Rivers seine Receiver dreimal über 48 oder mehr Yards.

"Es ist sicherlich nicht sehr förderlich für die Verteidigung, wenn der Ball über deine Secondary hinaus gepasst wird", weiß Patriots-Coach Bill Belichick. "Die Defensive Backs sind schließlich dafür da, damit sie zwischen Ball und Endzone sind."

Letzte Saison gehörte die Abwehr von "Big Plays" noch zu den Stärken der Patriots, aber seit dem Abschied von Star-Cornerback Asante Samuels zu den Philadelphia Eagles und Randall Gay zu den New Orleans Saints ist New England in dieser Statistik ans Tabellenende abgerutscht.

Mit durchschnittlich 5,92 Yards pro Spielzug rangiert die Verteidigung nur auf dem viertletzten Platz. In den letzten drei Partien, von denen zwei verloren wurden, gab sie zudem 89 Punkte ab.

Kein Bock auf Gemüse

Die Patriots können von Glück reden, dass der Angriff der Broncos zuletzt ins Stocken geraten ist. Nach den ersten drei Spieltagen der Saison lag die Offense der Gäste um Quarterback Jay Cutler noch mit 114 Punkten und 1296 Yards jeweils auf Rang eins der Statistikwertungen.

Allerdings setzte es für die Truppe von Coach Mike Shanahan in den letzten drei Spielen zwei Pleiten. Zudem sind die Wide Receiver Brandon Marshall, Brandon Stokley und Rookie Eddie Royal angeschlagen.

Stokley wird gegen die Patriots wohl nicht auflaufen können. Bei der Niederlage gegen die Jacksonville Jaguars, bei der er einen TD-Pass von Cutler fing, zog er sich die zehnte Gehirnerschütterung in seiner neunjährigen Karriere zu.

Wahrscheinlich wird erst kurz vor Kickoff eine Entscheidung über seinen Einsatz fallen, denn der Receiver muss vorher noch einige Tests absolvieren.

"Ich will für meine Mitspieler keine Belastung sein", sagt der 32-Jährige, "und ich will nicht, dass mit 50 nur noch Gemüse in meinem Kopf ist."

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