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Wes Welker beim Erzielen des vierten Touchdowns für New England © getty

New England gelingt im Monday Night Game gegen die Broncos der erste überzeugende Sieg ohne den verletzten Star-Quarterback.

Von Martin Hoffmann

München - Den Zustand, in den die New England Patriots nach dem Saison-Aus ihres Quarterbacks Tom Brady verfallen sind, nennen Fans und Medien in den USA gemeinhin den "Brady Blues".

Am Montagabend hat New England allerdings die Musikrichtung gewechselt: Die "Pats" feierten den ersten überzeugenden Sieg ohne ihren Superstar.

Mit 41:7 fegte New England die Denver Broncos vom Platz - das Team, gegen das es zuvor 16 Pleiten in 19 Spielen gesetzt hatte.

Ausgerechnet gegen den Angstgegner haben die "Pats" also gezeigt, dass sie auch ohne Brady Rock'n'Roll statt Blues auflegen können.

Cassel mit Bestleistung

Dessen Vertreter Matt Cassel, an dessen Tauglichkeit für die Starter-Rolle immer noch viele zweifeln, lieferte gegen Denver seine bislang beste Vorstellung ab.

Der 26-Jährige trug drei Touchdown-Pässe zum Triumph seines Teams bei - so viele wie in seinen ersten fünf Saisoneinsätzen zusammen.

"Ich glaube, dass ich von Woche zu Woche in meine Aufgabe hineinwachse. Je mehr man mit dieser Offensive spielt, desto wohler fühlt man sich", meinte Cassel.

Laufspiel der Schlüssel zum Sieg

Die eigentlichen Garanten für den Erfolg der Patriots waren allerdings die Spieler aus der Laufabteilung.

257 Rushing Yards legten die Patriots zurück - weit mehr als doppelt so viel wie Denver.

Einen besonders guten Tag erwischte Sammy Morris, der ganze 138 Yards zurücklegte - eine Karriere-Bestleistung, obwohl er die zweite Hälfte mit einer Knieverletzung verpasste.

Zwei Touchdowns durch Moss

Morris erlief im zweiten Viertel auch den ersten Touchdowns für New England, nachdem Stephen Gostkowski sein Team schon mit zwei Field Goals in Führung gebracht hatte.

Es folgten die drei Touchdown-Pässe von Cassel, der zweimal Randy Moss und einmal Wes Welker ins Ziel brachte.

Denvers Daniel Graham schaffte im Schlussviertel nach einem Zuspiel von Jay Cutler die Ehrenpunkte für Denver, ehe Benjarvus Green-Ellis mit einem Ein-Yard-Lauf den Schlusspunkt für New England setzte.

Cutler am Finger verletzt

Für Denver ist die Niederlage bitter, als noch schmerzhafter könnte sich allerdings ein Verletzungsfall entpuppen, den die Broncos verkraften mussten

Quarterback Jay Cutler musste in der ersten Hälfte mit Schmerzen am Zeigefinger vom Feld.

Er kam in der zweiten Hälfte zwar zurück, tat sich aber gleich beim ersten Spielzug offensichtlich wieder weh, als er mit seiner Wurfhand gegen den Helm von Patriots-Tackle Vince Wilfork stieß.

"Sehr, sehr angsteinflößend"

"Unser Hauptziel war heute, ein wirklich komplettes Spiel abzuliefern", meinte Moss: "Special Teams, Offensive, Defensive - wenn wir das alles richtig zusammenpacken, ist dieses Team sehr, sehr angsteinflößend."

Alle Mannschaftsteile spielten aber auch gegen Denver noch nicht perfekt ineinander: Cassels Vorderleute ließen erneut sechs Sacks gegen den Spielmacher zu.

Insgesamt haben die "Pats" damit nun schon 26 Sacks kassiert - schon jetzt sind das fünf mehr als in der gesamten Vorsaison.

An diesem Abend war aber nur ein kleiner Misston der Brady-Blues-Combo.

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