vergrößernverkleinern
Brett Favre wechselte vor Saisonbeginn nach 16 Jahren in Green Bay zu den Jets © getty

Der Jets-Quarterback will mit dem Ex-Präsidenten der Detroit Lions nur allgemein über Football geredet haben. Experten glauben ihm, üben aber auch Kritik.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Die Gazetten hatten die Schlagzeilen schon in ihren Köpfen gesponnen: "Favre rächt sich an Packers", "Neue Spygate-Affäre" und, und, und...

Nach dem "foxsports.com" am Samstag berichtet hatte, Brett Favre, Quarterback der New York Jets und langjähriger Bestandteil der Green Bay Packers, hätte den Detroit Lions Informationen über den Gegner am zweiten Spieltag gegeben, hat der 38-Jährige nun die Vorwürfe zurückgewiesen.

"Ich habe Matt Millen weder irgendwelche Game Plans noch sonst etwas gegeben", sagte der Spielmacher auf einer Pressekonferenz.

Mit Millen auf die Jagd

Er habe bei dem 25-minütigen Telefongespräch mit dem damaligen Präsidenten der Lions zu Beginn lediglich über private Dinge geredet, anschließend allgemein noch über Football.

"Matt hat mich angerufen, weil er mit mir auf die Jagd gehen wollte", sagte Favre und wiederholte: "Lasst mich eins klar stellen, ich habe nicht bei den Detroit Lions angerufen. Genauso wenig, wie ich Tony Romo angerufen habe. Sie haben sich bei mir gemeldet."

Romo, Quarterback der Dallas Cowboys hatte sich laut Favre vor dem Spiel der Cowboys gegen St. Louis gemeldet, weil er von Favre wissen wollte, wie es ist mit einer Verletzung zu spielen. Einige Medien hatten bericht, dass Favre sich bei Romo gemeldet hatte.

Während der PK zeigte sich der dreimalige MVP Favre locker gelöst. Lediglich einmal, als die Sprache auf seinen ehemaligen Mitspieler Charles Woodsen kam - der Cornreback hatte gesagt "Wenn die Lions sich bei Favre gemeldet haben, habe ich damit kein Problem, andersherum schon" - erhob Favre seine Stimme.

"Wie oft soll ich es noch sagen, ich habe nicht angerufen. Fahr zu Charles und sage ihm: 'Brett hat nicht angerufen.'"

Moderator pflichtet Favre bei

Laut Favre würde es zudem überhaupt keinen Sinn machen, ihn nach Spielzügen zu fragen. "Ich habe seit über einem Jahr kein Playbook der Packers mehr gesehen", begründete er. "Es wird ihnen also mehr gebracht haben, sich die Videoaufzeichnungen der letzten Spiele anzusehen."

Ähnlich sehen es die Experten. Auch wenn einige von ihnen der Meinung sind, er hätte mit Millen überhaupt nicht über Football reden sollen. "Was soll er denn den Lions gesagt haben?", fragte Moderator Tony Kornheiser. "Das Spiel ist doch jetzt auf Aaron Rodgers ausgelegt." Außerdem würde das Endergebnis von 48:25 in der Partie zwischen den Packers und den Lions die Vorwürfe widerlegen.

Aus einer Mücke ein Elefanten gemacht

Ein Racheakt an den Packers würde ihm nicht in den Sinn kommen, meinte Favre. "Glaubt mir, ich habe genug damit zu tun, dass mein Team, die New York Jets, gewinnen. Da kann ich nicht noch zusätzlich Zeit investieren, damit die Packers verlieren."

Ihm käme es durch die Berichterstattung mittlerweile schon so vor, als würde er jeden in der Liga anrufen und irgendwelche Geheimnisse Preis geben.

"Ich helfe ja gerne, aber das ist echt lächerlich. Und ich will aus dieser Sache nichts Größeres machen als sie ist", meinte Favre.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel