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Drew Brees musste sich nach fünf erfolglosen Jahren 2006 aus San Diego verabschieden © getty

Beim Gastspiel der NFL in London überzeugen Saints und Chargers mit einem Offensivspektakel und lassen letztes Jahr vergessen.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - Die Fans in London sind für vergangenes Jahr entschädigt worden. Denn die New Orleans Saints und San Diego Chargers zeigten das versprochene Offensivspektakel.

Nach dem enttäuschenden 13:10 der New York Giants über die Miami Dolphins im Vorjahr bekamen die Zuschauer im ausverkauften Wembley Stadion diesmal Etliches geboten.

Die Saints besiegten bei der International Series der NFL die Chargers mit 37:32 (3:3, 20:14, 7:3, 7:9). Acht Touchdowns und vier Field Goals waren die Ausbeute beider Offensivreihen.

Brees überragend gegen Ex-Klub

Hauptverantwortlich für den erfolgreichen Saints-Angriff war Quarterback Drew Brees. Der 29-Jährige nahm die Verteidigung seines Ex-Teams fast im Alleingang auseinander. Insgesamt warf Brees drei Touchdown-Pässe und kam auf 339 Yards.

"Die erste Angriffsserie hat uns sehr geholfen. Auch wenn nur ein Field Goal dabei herausgesprungen ist, aber wir haben unseren Rhythmus gefunden", sagte Brees.

Zudem wurden die Saints für den Mut von Head Coach Sean Payton belohnt. Zwei Mal entscheid er bei einem Fourth Down auf ein neues First Down zu gehen, zwei Mal erreichte es sein Team.

Henderson eröffnet Touchdown-Flut

Nach Abtasten im ersten Viertel und zwei verwandelten Field Goals durch Taylor Mehlhaff und Nate Kaeding legten beide Teams im zweiten Durchgang zu.

Im Drei-Minuten-Takt sorgten beide Mannschaften für eine wahre Touchdown-Flut. Nach 3:51 Minuten im zweiten Abschnitt bediente Brees Devery Henderson über 12 Yards in der Endzone zum 9:3 - Mehlhaff setzte den Extra-Punkt-Kick an den Pfosten.

Der unter Dopingverdacht stehende Running Back Deuce McAllister legte 2:12 Minuten später durch einen Ein-Yard-Lauf nach einem vorausgegangenen Fumble der Chargers beim Kickoff, einen zweiten Touchdown zum 16:3 nach.

Tomlinson und Gates halten "Bolts" im Spiel

Doch die Chargers gaben nicht klein bei. Superstar LaDainian Tomlinson brachte die San Diego nach einem Pass von Quarterback Philip Rivers (Drei Touchdowns, 341 Yards) auf 10:16 wieder heran.

Keine drei Minuten später stellte Lance Moore nach Brees zweitem TD-Pass den alten Abstand wieder her.

1:17 Minuten vor der Pause setzte Rivers Tight End Antonio Gates in Szene, der mit einem Catch über 12 Yards den Halbzeitstand von 23:17 markierte.

San Diego kommt nur langsam ins Rollen

Während die Chargers einen schwachen Start ins dritte Viertel erwischten - sie mussten nach drei Spielzügen punten - legten die Saints gleich nach.

Brees nützte die Zeit, die ihm seine Offensive-Line gab und brachte Pass um Pass an den Mann. Tight End Mark Campbell fing nach 4:40 Minuten im dritten Durchgang Brees dritten Touchdown-Pass, der New Orleans auf 30:17 davonziehen ließ.

Doch der Chargers-Angriff um Tomlinson, der insgesamt 105 Yards erlief, kam im dritten Viertel nicht ins Rollen. Nach zwölf Spielzügen und 64 Yards musste sie sich mit dem zweiten Field Goal von Kaeding begnügen.

Jackson macht es noch einmal spannend

Die Saints zeigten ihnen wie es geht und sorgten Anfang des letzten Abschnitts mit ihrem fünften Touchdown und dem 37:20 für die scheinbare Vorentscheidung.

Zwar stoppte New Orleans' Defense die Chargers vor der eigenen Endzone und Nate Kaeding verkürzte durch sein drittes Field Goal nur auf 23:37, aber Head Coach Norv Turner entschied sich für einen Onsidekick, den seine Truppe auch eroberte.

7:21 Minuten vor Schluss machte es Vincent Jackson mit seinem gefangenen Pass in der Endzone noch einmal spannend.

Letzte Chance für die Chargers

Denn bei der darauffolgenden Angriffsserie mussten die Saints punten und 4:09 Minuten vor Ende der Partie erhielten die Chargers die Chance, auszugleichen.

Bis zur 27-Yard-Linie kämpften sich Rivers und seine Offense vor, Jonathan Vilmas Interception bedeutete die Entscheidung zu Gunsten der Saints.

"Bei Spielen mit einer so hohen Punkteausbeute sind es meistens die Defensivaktionen, die dann die Entscheidung bringen", erklärte Vilmas: "Ich hatte Glück, dass einer meiner Jungs den Pass von Rivers abgefälscht hatte, denn dadurch wurde mir die Interception erst ermöglicht."

Zwei Punkte als Geschenk

Um Zeit die Uhr weiter herunterlaufen zulassen und dadurch den Chargers keine Chance zum Ausgleich mehr zu geben, schenkte Brees seinem Ex-Klub zwei Punkte. Er lief in die eigene Endzone und warf den Ball weg. Nach dem anschließenden Kickoff war die Partie beendet.

"Das ist eine bittere Niederlage. Es war ein wenig komisch, Drew von außen zuzusehen und zu hoffen, dass seine Pässe nicht ankommen", sagte Tomlinson: "Aber mir war klar, dass er ein starkes Spiel zeigen wird. Er ist ein großartiger Quarterback."

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