vergrößernverkleinern
LaDainian Tomlinson (Mitte) gelingt ein Touchdown gegen die Saints © getty

San Diego kehrt mit der Last der Niederlage aus London zurück. In New Orleans herrscht trotz der Dopingvergehen großer Optimismus.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - LaDainian Tomlinson sprach leise.

Seine Worte waren nur schwer zu verstehen. "Wir haben jetzt zwei Niederlagen mehr auf dem Konto als Denver, das ist hart", sagte der Star-Running Back gegenüber Sport1.de nach dem 32:37 im Londoner Wembley Stadion.

"Wir müssen jede Menge Boden gutmachen, aber ich denke, dass wir es noch schaffen werden", führte LT weiter aus. Die angriffslustigen Worte vor der Saison sind zur Halbzeit der laufenden Spielzeit leichten Zweifeln gewichen.

Zu Saisonbeginn als AFC-Vertreter im Super Bowl gehandelt, müssen die Chargers um die Playoff-Teilnahme bangen.

Entscheidung durch Vilmas Interception

"Das ist natürlich ein herber Rückschlag", sagte Cornerback Antonio Cromartie zu Sport1.de. "Wir müssen als Team zusammenfinden. Wir haben jetzt die Bye-Week und müssen herausfinden, was wir falsch gemacht haben. Es ist sehr bitter, ein Spiel so zu verlieren", führte der Cornerback weiter aus und bezog sich dabei auf die misslungene Aufholjagd nach einem 20:37-Rückstand im letzten Viertel.

Die Entscheidung fiel in der Schlussminute, als Linebacker Jonathan Vilma einen Pass von Quarterback Philip Rivers abfing. "Bei Spielen mit einer so hohen Punkteausbeute sind es meistens die Defensivaktionen, die den Unterschied ausmachen", sagte Vilma.

Strafen sorgen für Chargers-Frust

Allerdings taten auch die Chargers ihr Übriges. Zu 14 Strafen für insgesamt 134 Yards ließ sich San Diego hinreißen. "Ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal so viele Strafen kassiert haben", sagte Quarterback Philip Rivers.

Tomlinson pflichtete ihm bei: "Das ist schon frustrierend, wenn du ein Big Play landest, aber dann wird deine Aktion aufgrund nicht anerkannt."

Bevor er die Strafen und das Spiel analysiert, wird Head Coach Norv Turner seiner Mannschaft ein paar Tage freigeben. "Wir sind seit Montag hier in London. Die Jungs müssen jetzt erst einmal ihren Kopf frei bekommen. Die letzten Spiele waren alle auswärts. Nach den Reisestrapazen sollen die Jungs ausspannen", sagte Turner zu. "Dann geht es für uns darum, in der zweiten Saisonhälfte erneut anzugreifen."

"Unterstützen die Liga so gut es geht"

Angriffslustig zeigten sich die Saints nach dem gewonnen Spiel. Trotz des vierten Saisonsiegs liegt die Mannschaft aus dem "Big Easy" am Tabellenende der NFC South. "3:5 wäre schon hart gewesen. So stehen wir immerhin bei 50 Prozent", sagte Deuce McAllister zu Sport1.de.

Aber ausgerechnet der Running Back, der einen Touchdown zur zwischenzeitlichen 16:3-Führung erzielte, sorgt für Aufregung. McAllister wurde genauso wie den beiden Defensive Ends Will Smith und Charles Grant der Missbrauch von verbotenen Mitteln nachgewiesen.

Nachdem die Saints sich vor dem Spiel nicht zum Thema Doping äußern wollten, brachte McAllister etwas Licht ins Dunkel: "Ich wusste davon schon länger. Aber was passiert ist, ist passiert. Wir haben uns an einen Anwalt gewandt und der wird sich darum kümmern."

Man werde mit der Liga so gut es geht zusammen arbeiten, um die Sache schnellst möglich vom Tisch zu bekommen. "Ich habe immer versucht, mich an die Regeln zu halten, so wie jeder andere Spieler auch. Wir unterstützen die Liga so gut es geht, mehr können wir nicht machen", sagte McAllister.

Gesetz der Serie soll bestehen bleiben

Trotz einer möglichen Sperre von vier Meisterschaftsspielen lassen sich die Saints die ihre gute Laune nicht verderben.

Insbesondere Vilma war von der Partie und der Stimmung im Stadion angetan. "Das hat sich wie ein echtes Heimspiel angefühlt", sagte der Linebacker. "Überall die Saints-Logos und die Fans waren fantastisch. Das hat uns beflügelt. Ich denke, wir haben den Zuschauern eine tolle Show geboten. Letztes Jahr wurden sie ja nicht unbedingt verwöhnt. Wir reisen jetzt mit jeder Menge guter Erinnerungen nach New Orleans zurück. Und ich hoffe, es gibt uns einen positiven Schub für den Kampf um die Playoffs."

Geht es nach dem Gesetz der Serie, dürfte die Teilnahme an der K.o.-Runde für die Saints kein Problem sein. Vor einem Jahr setzten sich die New York Giants 13:10 gegen die Miami Dolphins durch, um anschließend in den Super Bowl durchzustarten und die begehrte Trophäe zu gewinnen.

"Wir wollen nicht die Ersten sein, die diese Serie durchbrechen", sagte Vilma grinsend.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel