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Favre wurde 1991 in der zweiten Draftrunde von den Atlanta Falcons verpflichtet © getty

Eine Drei-Spieler-Eskorte der Vikings bewegt Quarterback-Legende Brett Favre zum Comeback. Doch es sind weitere Baustellen offen.

Von Michael Spandern

München - So einfach per Telefon lässt sich ein Brett Favre nicht zum Comeback bewegen. Erst Recht nicht, nachdem er rund zwei Wochen zuvor zum dritten Mal zurückgetreten war.

Doch mit einem Privatjet in den Klubfarben Purpur und Gold sowie einer Drei-Mann-Eskorte ist es den Minnesota Vikings am Dienstag doch gelungen.

Steve Hutchinson, Jared Allen und Ryan Longwell haben die Quarterback-Legende wieder in die Stadt verfrachtet und in Longwells Edel-Jeep bis in die Geschäftsräume der "Wikinger" gebracht

Favre, der im Oktober 41 Jahre alt wird, gab am Mittwoch sein Ja-Wort für ein allerletztes Jahr in der NFL. "Ich schulde es ihnen, es noch einmal zu versuchen", so Favre über die Vikings, mit denen er gute Chancen sieht, den Superbowl zu erreichen: "Dieser Punkt hat meine Entscheidung erleichtert."

Favre will "Spaß haben"

Es gebe für ihn nichts mehr zu beweisen, sagte Favre: "Ich bin hier um Spaß zu haben und um diesen Jungs zum Sieg zu verhelfen."

"Wir sind einfach zu ihm gefahren, um eine Antwort zu bekommen. Und nachdem wir eine Weile mit ihm gesprochen hatten, war seine Antwort ja", schildert Longwell bei "ESPN" den Überraschungsbesuch in Hattiesburg, Mississippi.

Mit Helikoptern auf der Verfolgung

Der Hype um den Rekordsammler ist jedenfalls da - bei den Fans und bei den Medien. Örtliche TV-Stationen verfolgten das Auto Longwells mit drei Hubschraubern. Und Dutzende von Anhängern kreischten und schossen Fotos.

Vikings-Receiver Bernard Berrian twitterte: "Brett Favre for President!!" Im Wissen, dass Favres Passkünste dringender denn je benötigt werden.

Wide Receiver Percy Harvin kehrte erst am Montag zurück, nach zwei Todesfällen im Bekanntenkreis und Migräneanfällen. Sein Positionskollege Sidney Rice fällt wegen Hüftproblemen vorerst aus, und Running Back Adrian Peterson hat weite Teile der Vorbereitung wegen einer Oberschenkel-Verletzung verpasst.

"Damit die Jungs explodieren"

Favre dagegen hat bewiesen, dass er nicht viel Vorbereitung braucht. Nachdem ihn im vorigen Spätsommer Head Coach Brad Childress zum Comeback chauffierte, führte er die Vikings beinahe in den Super Bowl.

Doch im NFC Championship Game gegen den späteren Super-Bowl-Gewinner New Orleans Saints zog er sich eine Sprunggelenksverletzung zu.

Im Juni ließ sich der dreimalige MVP am linken Knie operieren, Anfang August sagte er Mitspielern, das Gelenk sei nicht so gut verheilt, dass er eine 20. Saison spielen könne. Sein Vertrag - über zwei Jahre und 25 Millionen Dollar - läuft allerdings erst 2011 aus.

"Wir haben ihn nur gefragt, ob er noch ein Jahr schafft", berichtet Kicker Longwell. "Nicht wegen Siegen oder Niederlagen, nur damit die Jungs in der Kabine noch mal explodieren."

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