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Die Baltimore Ravens um Derrick Mason (r.) sind laut "Forbes" 1,1 Milliarden Dollar wert © getty

Die Klubs müssen einen historischen Werteverlust hinnehmen. Die Liga plant mehr Saisonspiele, um dem Niedergang entgegenzusteuern.

Atlanta/Chicago - Die NFL befindet sich unverkennbar in einer Krise.

Erstnmals seit zehn Jahren haben die NFL-Klubs an Wert verloren. Nach einem am Mittwoch vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" veröffentlichten Bericht ist 2009 der Gesamtwert aller 32 NFL-Klubs um zwei Prozent gesunken.

Dabei beklagen 21 Vereine einen Wertverlust.

Größere Schere zwischen Arm und Reich

"Erstmals seit Jahrzehnten ist eine gewisse Verunsicherung in der NFL zu spüren. Kleinere Vereine geraten zunehmend in Schwierigkeiten, ihre Stadien haben nicht das Potenzial, um Erlöse wie die Top-Klubs zu erzielen", sagte "Forbes"-Mitarbeiter Kurt Badenhausen.

Die Schere zwischen Reich und Arm wird der aktuellen Analyse zufolge größer. Die Branchenführer konnte ihre Situation gegen den allgemeinen Trend sogar verbessern.

Mit einem Wert von 1,8 Milliarden Dollar sind die Dallas Cowboys bereits im zweiten Jahr in Folge NFL-Spitzenreiter. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie einen Wertzuwachs von neun Prozent verbuchen. Auf Platz zwei und drei der Rangliste folgen die Washington Redskins (1.55) und die New England Patriots (1.37).

Jaguars verlieren 16 Prozent

Die Jacksonville Jaguars belegen in der NFL-Rangliste mit 725 Millionen Dollar, was einem Wertverlust von 16 Prozent im Jahr 2009 entspricht, den letzten Rang.

"Die Liga ist immer noch profitabel, aber die wirtschaftlichen Aussichten für die Zukunft sind nicht sehr gut", so Badenhausen weiter.

NFL will Vorrunde ausbauen

Die NFL versucht dem Niedergang nun entgegenzusteuern.

Mit der Erhöhung der Spielanzahl soll mehr Geld in die Klub-Kassen fließen. 2012 soll es in der Vorrunde 18 statt bislang 16 Spieltage geben.

Im Gegenzug könnten die Saison-Vorbereitungsspiele von vier auf zwei reduziert werden. Dies teilte der NFL-Beauftragte Roger Goodell auf einer Pressekonferenz am Rande eines Treffens der Klubbesitzer in Atlanta mit. (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

Spieler-Vereinigung muss zustimmen

"Aus unserer Sicht steht das Konzept. Wir haben eine große Übereinstimmung erzielt und glauben, dass wir das Richtige für die Spieler, die Fans und das Spiel tun", sagte Goodell, der auch Unterstützung im Fanlager ausmachte: "Die Fans haben sich ebenfalls klar geäußert, sie wollen weniger Vorbereitungs- und mehr Ligaspiele."

Ein entsprechender Antrag soll nun an die Spieler-Vereinigung NFLPA gerichtet werden, mit der sich die NFL-Verantwortlichen derzeit in Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag befinden.

Palmer nicht überzeugt

Die Spieler scheinen allerdings von der Idee nicht sonderlich begeistert zu sein.

Carson Palmer von den Cincinnati Bengals äußert sich besorgt: "Bei 16 Spielen ist jedes Spiel wichtig. Deshalb sind die Stadien voll, weil die Fans wissen, wenn ihr Team verliert, geraten die Playoffs in Gefahr". Der Quarterback bringt es auf den Punkt: "Wenn man die Anzahl auf 18 erhöht, verliert jedes Spiel etwas an Bedeutung."

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