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QB Alex Smith (r.) wurde 2005 an erster Position des NFL-Drafts ausgewählt © getty

In der schwachen NFC West stehen die Chancen der San Francisco 49ers gut, erstmals nach acht Jahren wieder an den Playoffs teilzunehmen.

Von Rainer Nachtwey

München/San Francisco - Acht Jahre ist es mittlerweile her, seit ein Team aus der Bay Area zuletzt die NFL-Playoffs erreichte.

2002 war jene erfolgreiche Saison, als die San Francisco 49ers in die Divisional Playoffs einzogen und die Oakland Raiders sich sogar bis in den Super Bowl vorkämpften, wo sie Tampa Bay (21:48) unterlagen - jene Buccaneers, die bereits zwei Runden zuvor die Saison der 49ers beendet hatten.

Seit jener Zeit warten die Fans von beiden Seiten der Bucht auf eine Teilnahme an der K.o.-Runde.

Zwar wird Raider-Nation wohl mindestens eine weitere Saison in der Postseason zusehen müssen, die 49ers machen ihren Fans für die kommende Spielzeit jedoch große Hoffnung.

Gute Aussichten

Lange waren die Aussichten nicht so gut wie in diesem Jahr.

Nicht nur, weil die Konkurrenz in der NFC West schwerwiegende Abgänge verkraften musste, sondern Experten den Kader als einen der besten seit langem ansehen, sowohl was die Offensive als auch die Defensive angeht.

Verbesserung der O-Line

Mit Linebacker Patrick Willis, Tight End Vernon Davis, Running Back Frank Gore, Defensive End Justin Smith und Punter Andy Lee stehen fünf Pro-Bowl-Teilnehmer im Kader der Goldhelme - so viele wie seit der letzten Playoff-Teilnahme nicht mehr.

Zudem wurde die oftmals schwächelnde Offensive Line mit den Erstrunden-Draftpicks Anthony Davis (11. Pick) und Mike Iupati (17.) verbessert.

Smith auf Wiedergutmachung

Aber ausgerechnet hinter der O-Line, auf der wichtigsten Position, ist bei den 49ers die große Unbekannte. Auf der Quarterback-Position setzt Trainer Mike Singletary auf Alex Smith, in der Hoffnung, dass der Nummer-Eins-Pick von 2005 endlich seine Fähigkeiten abruft (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan).

Die Anspielstationen dazu hat Smith. Davis spielte 2009 eine überragende Saison, verzeichnete 965 Yards Raumgewinn und war mit 13 Touchdowns bester Tight End der Liga.

Wide Receiver Michael Crabtree, der nach langen Vertragsverhandlungen erst während der Saison zum Team gestoßen war, gilt als einer der talentiertesten Spieler auf seiner Position.

Großes Lob an die Kollegen

"Wir haben Crabtree, der ist wie eine Katze in der Nacht. Er läuft seine Route einfach unglaublich gut. Dann haben wir außen noch Ted Ginn. Er ist unglaublich schnell und die Gegner müssen ihn im Auge behalten", lobt Davis seine Mitspieler.

"Und dann müssen sie sich noch Sorgen um Josh Morgan machen. Wenn wir alle auf dem Feld stehen und Frank Gore, kann uns keiner stoppen", zeigt sich Davis gewohnt optimistisch.

"Ära der Verzweiflung" beendet?

Und noch etwas gibt den Fans Hoffnung, dass die "Ära der Verzweiflung", wie die "San Jose Mercury News" die Enttäuschungen der letzten Jahre bezeichnet, beendet ist.

Bereits in der abgelaufenen Spielzeit gewannen die 49ers fünf ihrer sechs Spiele gegen die direkte NFC-West-Konkurrenz.

Arizona verlor zahlreiche Leistungsträger, St. Louis, letzte Saison schlechtestes NFL-Team, hat sich nur geringfügig verbessert, und gleiches gilt für Seattle. Eine Wiederholung einer 5:1-Bilanz ist durchaus machbar.

Verletzungssorgen bei den Running Backs

Sorgen müssen sich die Niners-Fans auf der Running-Back-Position nur wegen der Verletzungsanfälligkeit machen.

Gore wurde in der Vergangenheit aufgrund von Blessuren immer wieder zurückgeworfen, und auch Gores neu verpflichteter Backup Brian Westbrook hat eine lange Verletzungsgeschichte, weswegen er im Frühling von den Philadelphia Eagles entlassen wurde.

Bleiben sie jedoch gesund, gehören die beiden Pro Bowler zum Besten, was die Liga auf dieser Position zu bieten hat.

Clements in Bills-Form

Gleiches gilt für die Defensive. Linebacker Patrick Willis führte in zwei der letzten drei Jahre die Statistiken bei den meisten Tackles an.

Cornerback Nate Clements fand in der Vorbereitung zu seiner Form aus Buffalo zurück, die ihm 2007 einen Zehn-Jahres-Vertrag über 80 Millionen Dollar in San Francisco einbrachte.

Ungeschlagen in der Vorbereitung

In der Vorbereitung zeigte die Singletary-Truppe, wozu sie in der Lage ist. Auch wenn die Vorbereitungsspiele nicht immer aussagekräftig sind, weil die Starter nicht von Beginn bis Ende einer Partie auf dem Feld stehen, so blieben die 49ers als einziges der 32 Teams ungeschlagen.

Dass sie dies in der Regular Season wiederholen, ist unwahrscheinlich. Eine Playoff-Teilnahme hingegen ist mehr als nur möglich.

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