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Brett Favre (M.) musste im letzten Spiel gegen die Saints sechs Hits einstecken © getty

New Orleans feiert zum Saisonstart gegen Minnesota seine Meister-Saints. Doch die Vikings haben mit den Saints noch eine Rechnung offen.

Von Rainer Nachtwey

München/New Orleans - Es war die größte Party, die New Orleans seit langem gesehen hatte.

Nur wenige Tage vor Beginn des Mardi Gras gewannen die Saints zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Super Bowl und verlegten den Start der Feierlichkeiten vor.

In der Nacht auf Freitag werden die Festivitäten wieder aufgenommen:

Die Saints werden im heimischen Louisiana Superdome vor dem NFL-Saisonauftaktsspiel gegen die Minnesota Vikings (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) für ihre Meisterschaft mit einem Banner unter dem Dach der Spielstätte geehrt.

"Es fühlt sich an, als wäre schon wieder 'Lombardi Gras'", sagt Running Back Reggie Bush in Anspielung auf den Meisterschaftspokal Vince Lombardi Trophy.

Favre nimmt erneuten Anlauf

Doch einer will dabei unbedingt den Partyschreck spielen: Brett Favre.

Nach der Niederlage im NFC Championship Game bei den Saints, die er mitverschuldete, schien seine Karriere - mal wieder - beendet. Doch dann kehrte er - mal wieder - für eine weitere Saison zurück (Favres x-te letzte Chance).

"Glauben Sie mir, als ich New Orleans verlassen habe, hatte ich großteils abgeschlossen", sagt Favre.

Schlechte Erinnerungen an New Orleans

Und ausgerechnet sein wohl letzter Anlauf auf den Super Bowl startet nun in New Orleans.

Zumal die Vikings das 28:31 nach Verlängerung im NFC-Finale nicht verdaut haben.

Sie dominierten größtenteils das Spiel, hatten wenige Sekunden vor Schluss die Chance zum Sieg, und auch die Statistiken sprachen eine deutliche Sprache für die Mannschaft in Lila.

Dann aber kam eben der entscheidende Turnover als Favres Pass beim dritten Versuch und 15 Yards zu überbrücken an der 38-Yard-Linie der Saints abgefangen wurde.

"Sie hatten uns am Rande des Untergangs", erinnert sich New Orleans' Safety Roman Harper. "Wenn Tracy Porter nicht den Ball abgefangen hätte, wer weiß, wo wir jetzt wären?"

Childress greift Saints an

In Erinnerung dürften Favre auch noch die Hits der Saints-Verteidigung sein. Zumal sein Coach und einige Mitspieler diese als unsauber darstellten 284496(DIASHOW: Die Stars der Saison 2010).

"Ich verstehe, dass Quarterbacks getackelt werden, so ist nun mal das Spiel, da mach ich mir nichts vor. Aber was ich hasse, sind späte Hits oder Versuche, jemanden zu verletzen", sagt Brad Childress und spielt auf Favres Sprunggelenksverletzung an, die er sich bei dem Spiel zuzog und in der Offseason operativ behoben werden musste.

Brees erwartet stürmische Vikings

"Wenn du in dieser Liga Defence spielst, tackelst du nun mal den Quarterback, aber mit einem legalen, sauberen Hit. Aber eben auch so hart wie es nur geht", verteidigt Saints-Quarterback Drew Brees seine Abwehrspieler.

"Wir haben letztes Jahr den Quarterback gut gegen sie verteidigt, Sacks vermieden. Aber ich weiß, mit der Vorgeschichte werden sie es noch mehr auf mich abgesehen haben."

Evans glaubt an ein Spektakel

Dennoch spielt Minnesotas Trainer Childress die Bedeutung der Partie herunter. "Wir haben noch weitere 15 Spiele. Wenn wir New Orleans schlagen, kommt Miami zu uns. Wenn wir gegen New Orleans verlieren, kommt Miami auch zu uns, also..." (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

Saints-Fullback Heath Evans sieht es anders und geht von einem echten Spektakel aus: "Sie haben Einiges zu beweisen, wir haben Einiges zu beweisen. Das wissen beide, daher wird das Spiel alle Erwartungen erfüllen."

Statistik spricht für New Orleans

Geht es nach der Statistik, sind die Aussichten der Vikings nicht besonders gut. Seit der Einführung des Auftaktspiels mit dem amtierenden Champion am Donnerstag 2004 verlor der Titelverteidiger kein einziges Mal.

Für Brees gelten diese Zahlenspiele nicht. "Für uns ist das eine völlig neue Welt. Wir gehen erstmals als Titelverteidiger in eine Saison. Jeder hat es auf uns abgesehen", sagt der Super-Bowl-MVP.

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