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Sebastian Vollmer wurde 2009 an 58. Stelle von den New England Patriots gedraftet © imago

In seiner zweiten NFL-Saison ist Sebastian Vollmer in New England gesetzt. Bei SPORT1 erklärt er die Umstellung von Left auf Right Tackle.

Von Christian Stüwe

München/Boston - Eine Knieverletzung von Matt Light spülte Rookie Sebastian Vollmer im vergangenen Herbst in die Startformation der New England Patriots.

Vollmer übernahm die Position des Left Tackle von Light, hielt Star-Quarterback Tom Brady den Rücken frei und wurde so zum ersten NFL-Profi, der mit dem Footballspielen in Deutschland begonnen hatte.

Nun steht die neue NFL-Saison an und Vollmer ist in der Offensive Line der Patriots gesetzt. Da Star-Tackle Light aber längst wieder fit ist, hat er seinen Platz nicht mehr auf links, sondern nun auf rechts.

"In meiner Collegezeit habe ich nur links gespielt", erläutert Vollmer gegenüber SPORT1 die Umstellung: "In der vergangenen Saison habe ich hier aber schon auf rechts und links gespielt und ein bisschen Erfahrung sammeln können."

Intensive Vorbereitung auf neue Position

Der 26-Jährige hat sich in der Preseason intensiv auf seinen neuen Job eingestellt.

"Dafür ist das Trainingscamp da, das man sich auf verschiedenen Positionen vorbereiten kann", erklärt der gebürtige Düsseldorfer.

An seiner Aufgabe auf dem Spielfeld ändere sich nicht wirklich etwas, erläutert Vollmer: "Ich muss den Quarterback schützen."

Vollmer nicht mehr auf der "Blind Side"

Das hat er in der vergangenen Saison in acht Spielen getan. Als Left Tackle schützte er die "Blind Side" des Rechtshänders Bradys, den er mittlerweile "als Mitspieler und Freund" bezeichnet.

Da der Left Tackle den Bereich außerhalb des Blickfelds des Quarterbacks abdeckt, ist ein besonderes Vertrauensverhältnis nötig. Deshalb wird der Left Tackle als Schlüsselspieler in der Offensive-Line angesehen.

Vollmer empfindet seinen "Umzug" auf rechts dennoch nicht als Abwertung und gibt sich als Teamplayer.

"Ich will einfach nur gewinnen", sagt der 2,03-Meter-Mann: "So lange wir gewinnen, ist mir egal, ob ich links oder rechts spiele."

Keine Kampfansage an Light

Und wenn auch nicht wenige Experten den 143-Kilo-Koloss im Vergleich zu Light als besseren Left Tackle sehen, will Vollmer sich nicht zu einer Kampfansage durchringen.

"Man will immer sein Bestes geben", sagt Vollmer: "Egal, wo man spielt oder mit wem man spielt. Ich will mich weiter verbessern."

Auf die neue Saison hat sich "Seabass", wie Vollmer genannt wird, mit hartem Training vorbereitet.

Kaum Pausen in der Offseason

Es seien "nicht viele" Tagen gewesen, an denen er nicht trainiert habe. In der Heimat am Niederrhein schaute er mal kurz vorbei, die Football-EM, bei der sich das deutsche Team den Titel sicherte, verfolgte er nur in den Medien.

Und dann begann in Foxborough auch schon wieder die Vorbereitung mit dem Team auf die neue Saison.

Mit 80 Spielern ging es los, dann wurde ausgesiebt. Auch für Vollmer, der mittlerweile schon etabliert ist, eine sehr "stressige Angelegenheit."

Spielerfahrung als großes Plus

Allerdings verfügt er diesem Jahr über etwas, das ihm in der vergangenen Saison noch abging: Spielerfahrung.

"Man kann trainieren, wie ein Verrückter, aber manche Situationen kann man nur im Spiel lernen", sagt der Mann, der das Trikot mit der Nummer 76 trägt: "Jetzt weiß ich, was auf mich zukommt, habe gegen viele Spieler schon gespielt."

Und auch Glamour-Quarterback Brady sei stets hilfsbereit, von seiner "großen Erfahrung" könne er profitieren.

Erstes Spiel gegen Cincinnatti

Nach Monaten des Trainings beginnt am Sonntag (ab 19 Uhr LIVESCORES) für Vollmer und New England mit der Regular Season der Ernst des Lebens. Die "Pats" bestreiten ihr erstes Spiel gegen die Cincinnati Bengals (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan).

Die Vorfreude bei Vollmer ist groß. "Man ist immer aufgeregt. Ich habe auch mit älteren Spieler gesprochen. Das geht nie weg", beschreibt er die Gefühlslage.

Noch keine Pläne für den Super-Bowl-Tag

Zu den Saisonzielen der stets zu den Super-Bowl-Anwärtern gehörenden Patriots äußert sich Vollmer aber vorsichtig.

Natürlich sei der Super Bowl etwas, wo er persönlich mal hinwolle, räumt Vollmer ein, aber "alle Teams beginnen bei Null. Es ist schwierig einen Favoriten auszumachen. In einer Saison kann alles passieren."

Die volle Konzentration gelte zunächst einmal dem Start gegen Cincinnati. Der 6. Februar, an dem in Dallas der Super Bowl ausgetragen wird, ist noch weit weg.

Trotzdem mache er vorsichtshalber erstmal keine anderen Pläne für den Tag, sagt Vollmer, und muss schmunzeln.

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