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Tony Romo löste im Oktober 2006 Drew Bledsoe als Quarterback der Dallas Cowboys ab © getty

Die Dallas Cowboys wollen als erster Gastgeber am Super Bowl teilnehmen. Allerdings müssen sie die Abgänge wichtiger Stützen verkraften.

Von Olaf Mehlhose

München/Dallas - Als Arlington im Mai 2007 den Zuschlag für die Ausrichtung von Super Bowl XLV erhielt, dürfte sich Jerry Jones als Besitzer des neuentstehenden Cowboys Stadium sicherlich gefreut haben.

Andererseits dürfte ihn auch eine gewisse Unruhe überkommen haben. Denn seine Mannschaft, die Dallas Cowboys, werden nach dem Gesetzt der Serie nicht den Super Bowl erreichen.

35 Mal nahmen die Ausrichter-Klubs Anlauf allein nur das Endspiel um die Football-Meisterschaft zu erreichen, 35 Mal scheiterten sie - nicht immer fand der Super Bowl in einem Stadion eines NFL-Klubs statt.

Als letztes "Ausrichter-Team", das sich überhaupt für die Playoffs qualifizieren konnte, war 2001 die Tampa Bay Buccaneers. Aber bereits in den Wild-Card-Playoffs scheiterten sie mit 3:21 an den Philadelphia Eagles.

Im Umfeld der Cowboys scheint das jedoch keinen zu interessieren.

Talentiert, aber nicht konstant

Die Anhänger von America's Team träumen bereits vom sechsten Titelgewinn der Vereinsgeschichte - im heimischen Stadion.

Die Hoffnungen in der Offensive ruhen dabei insbesondere auf dem sehr talentierten, aber häufig unkonstanten Quarterback Tony Romo sowie dem Running-Back-Duo Marion Barber/Felix Jones und Erstrunden-Draft-Pick Wide-Receiver Dez Bryant.

Zudem baut Head Coach Wade Phillips auf Kontinuität. Die Truppe ist trotz einiger wichtiger Abgänge eingespielt.

Der Kopf macht nicht mit

Allerdings gibt es neben dem Ausrichter-Fluch weitere Gründe, die die Teilnahme am Super Bowl als nicht besonders aussichtsreiches Unterfangen erscheinen lassen.

Da ist zum einen die fehlende mentale Stärke.

13 Jahre lang gewannen die Cowboys kein einziges Postseason- Spiel. Erst in der vergangenen Saison legten sie dieses Manko ab, als sie Philadelphia in den Wild-Card-Playoffs 34:14 besiegten. Aber bereits eine Woche später waren sie beim 3:34 gegen Minnesota chancenlos (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan).

Davon abgesehen macht der nicht gerade für seine Führungsstärke bekannte Trainer bisher nicht den Eindruck, als könne er dem Team plötzlich das Sieger-Gen einpflanzen.

Nicht um jeden Preis

Zumal die Mannschaft ohne wichtige Stützen der vergangenen Jahre auskommen muss.

Der Offensive fehlt es an Tiefe. Mit Tackle Flozell Adams und Wide Receiver Patrick Crayton haben wertvolle Spieler der Angriffsabteilung die Texaner verlassen.

Die Entscheidungen, Crayton und Adams ziehen zu lassen, wurden aus finanziellen Überlegungen heraus getroffen.

Gerade in diesem Jahr hat es den Anschein, als würde Klub-Boss Jones die Devise "Super Bowl ja, aber nicht um jeden Preis" verfolgen.

Kein gleichwertiger Ersatz

Auch der zu den Baltimore Ravens abgewanderte Safety Ken Hamlin hätte bei größeren Anstrengungen von Seiten der Cowboys gehalten werden können.

Gleichwertigen, günstigeren Ersatz verpflichteten die Cowboys jedoch nicht 284496(DIASHOW: Die Stars der Saison 2010).

Vielmehr wollen die Verantwortlichen in Dallas eine verjüngte Mannschaft aufbauen und den Nachwuchskräften mehr Einsatzzeit geben.

Jugend forscht

"Zu diesem Zeitpunkt hat es vielleicht den Anschein, als wären die älteren Spieler die besseren, aber das Team ist bei dieser Strategie irgendwann überaltert", erklärt Stephen Jones, Vize-Präsident und Sohn des Cowboys-Besitzers:

"Genau das versuchen wir zu verhindern. Unser Fokus liegt darauf jungen Spielern die Chance zu geben, sich zu entwickeln."

Läuft alles nach Plan, verfügen die Cowboys in einigen Jahren über ein junges Team mit großem Potential.

Experten glauben nicht an Super-Bowl-Teilnahme

Für Super Bowl XLV sehen die amerikanischen Journalisten jedoch schwarz. Zwar glaubt der Großteil, dass die Cowboys die K.o.-Runde erreichen, eine Super-Bowl-Teilnahme oder gar den Meisterschaftsgewinn erwartet hingegen fast keiner.

Es scheint, als sollte der Ausrichter-Fluch bestehen bleiben.

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