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Die Denver Broncos hatten McKinley in der fünften des NFL-Drafts 2009 ausgewählt © getty

Kenny McKinley liegt leblos in seinem Schlafzimmer - alles spricht für einen Suizid. Es ist der dritte Todesfall bei den Broncos seit 2007.

Von Eric Böhm

Denver - Der legendäre College-Coach Steve Spurrier nannte ihn einst den besten Receiver, den er je trainierte:

Jetzt aber ist Kenny McKinley tot - und die amerikanische Sportwelt steht unter Schock.

Der Wide Receiver hat allem Anschein nach Selbstmord begangen. Die Leiche des erst 23-Jährigen von den Denver Broncos wurde am Montag in seiner Wohnung gefunden.

"Es handelt sich um eine laufende Ermittlung, aber unsere ersten Untersuchungen deuten darauf hin, dass er an einer selbst zugefügten Schussverletzung gestorben ist", sagte der zuständige Sheriff J. Grayson Robinson.

Freundin findet McKinley tot im Schlafzimmer

Der NFL-Profi wurde von einer Freundin in seinem Schlafzimmer gefunden: (173854DIASHOW: Selbsttötungen im Sport)

Sie war mit McKinleys Sohn von einem Botengang in das Haus des Profis in Centennial im US-Bundesstaat Colorado zurückgekehrt.

Führung und Teamleitung des Klubs aus der NFL reagierten mit Entsetzen auf die Nachricht vom Tod des Wide Receivers, der in seiner zweiten Saison beim zweimaligen Super-Bowl-Sieger unter Vertrag stand.

"Er war Teil der Broncos-Familie"

"Jeder hier ist geschockt und traurig. Er war Teil der Broncos-Familie, wir werden ihn sehr vermissen", heißt es in einer Erklärung von Teambesitzer Pat Bowlen.

Doppelt tragisch: Nach dem Sieg gegen Seattle 289625(Bilder: Der 2. NFL-Spieltag) und der Verpflichtung ihres Erstrundenpicks Tim Tebow war bei den Broncos gerade erst wieder so etwas wie Aufbruchstimmung zu spüren gewesen bei Spielern, sportlich Verantwortlichen und Fans.

Hintergrund: der Name McKinley steht nun in einer Reihe von tragischen Todesfällen in den vergangenen Jahren.

McKinley folgt auf Williams und Nash

Am Neujahrstag 2007 war Cornerback Darrent Williams bei einer Schießerei getötet worden.

Drei Monate später kollabierte Running Back Damien Nash nach einem Wohltätigkeits-Basketballspiel in St. Louis und starb.

McKinley hatte 2009 als Rookie acht Spiele absolviert, bevor er die Saison mit einer Verletzung am linken Knie vorzeitig beenden musste.

Viele Rekord an der Universität

Im August verletzte er sich in der ersten Vorbereitungswoche erneut an diesem Knie und wurde von seinem Team auf die Verletztenliste gesetzt.

Damit war für den jungen Mann, der in Louisiana geboren wurde auch die Saison 2010 bereits beendet.

An der Universität von South Carolina stellte McKinley für Headcoach Spurriers Gamecocks Schulrekorde für Fänge und Yards auf.

Spurrier entsetzt

Aber auch neben dem Feld galt er als eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

Es umgaben ihn nie irgendwelche Skandale und für die Teamkollegen war er stets ein Vorbild an Einsatz.

Spurrier zeigte sich entsetzt über die Nachricht, weil McKinley noch vor zwei Wochen das Georgia-Spiel seiner Alma Mater besucht hatte und dabei einen ausgeglichenen Eindruck machte.

Beweggründe liegen im Dunkeln

"Kenny hatte eine vielversprechende Football-Zukunft, aber viel wichtiger ist, dass er ein großartiger Teamkollege war, dessen Lächeln und Persönlichkeit ein Zimmer erhellen konnten", erklärte Headcoach Josh McDaniels.

Und weiter: "Sein Tod ist ein tragischer Verlust für unsere Mannschaft. Unsere Gedanken und Gebete gelten seiner Familie."

Über McKinleys Beweggründe kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Das Verpassen der Saison ist für seinen Agenten Andrew Bondarowicz jedenfalls kein ausreichendes Motiv.

Wie geht's weiter bei den Broncos?

Es bleibt abzuwarten, wie das Team den Verlust wegsteckt und sich wieder auf die sportlichen Dinge konzentriert.

Eine schwierige Aufgabe für Coach McDaniels - denn schon am Sonntag kommt Peyton Manning mit den Indianapolis Colts nach Denver. (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

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