vergrößernverkleinern
Vollmer (Nr. 76) debütierte als Starter (2009) bei einem 59:0-Erfolg gegen Tennessee © getty

Patriots-Profi Sebastian Vollmer spricht bei SPORT1 über die Pleite im "Hate Bowl", Exzentriker Moss und die nächsten Duelle.

Von Eric Böhm

München/Boston - Der Einstieg ist geglückt.

Sebastian Vollmer hat sich in seiner zweiten NFL-Saison schnell auf seiner neuen Position auf der rechten Seite der Offensive Line zurechtgefunden.

Sogar der bisweilen etwas grummelige Head Coach der "Pats" Bill Belichick ist von Vollmers Qualitäten überzeugt.

"Sebastian ist ein sehr flexibler Spieler. Vom Talent her ist es ziemlich selten einen Spieler zu finden, der physisch stark genug ist rechts zu spielen und gleichzeitg schnell genug, um es mit dynamischen Pass-Rushern auf der linken Seite aufzunehmen", erklärte Belichick.

Positionswechsel kein Problem

Die Umstellung von der "Blind Side" nach rechts ist dem 143-Kilo-Brocken offenbar sehr gut gelungen.

"Es ist mir mittlerweile wirklich egal, durch die Vorbereitung habe ich einen guten Rhythmus gefunden", sagt der 26-Jährige gegenüber SPORT1.

Das gilt nicht unbedingt für Interviews, denn Vollmer gab zu, dass er manchmal Probleme hat, sich auf deutsch über Football zu unterhalten. Aber auch auf Englisch dürfte es ihm schwerfallen, über die Niederlage gegen die Jets zu sprechen.

Bittere Pleite gegen die Jets

Nach dem Auftakterfolg gegen die Cincinnati Bengals mussten Vollmer und Kollegen einen herben Rückschlag hinnehmen.

Beim Auswärtsspiel gegen die New York Jets im brandneuen Meadowlands-Stadion in New Jersey verloren sie trotz 14:10-Halbzeitführung noch mit 14:28. Augen für den neuen Football-Tempel hatte der einzige deutsche NFL-Profi dabei weniger.(DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

"Es ist natürlich sehr groß, allein schon weil es ja für zwei Mannschaften ausgelegt ist. Das Drumherum ist mir relativ egal, solange es ein Spielfeld gibt, bin ich da", sagte der gebürtige Düsseldorfer.

Brady nach "Hate Bowl" bedient

Der Einbruch des Teams aus "Beantown" war besonders bitter, da das Spiel im Vorfeld zum sogenannten "Hate Bowl" hochstilisiert worden war.

Dabei spielte die Rivalität Boston-New York ebenso eine Rolle wie der Hype um die Jets durch die amerikanische Fernsehreihe "Hard Knocks", welche die Jets und ihren streitbaren Coach Rex Ryan in der Vorbereitung begleitete.

All diese Nebenschauplätze entluden sich dann nach dem Spiel als Brady explodierte: "Wir hatten keine First Downs, wir hatten kein Laufspiel, wir hatten kein Passspiel, wir waren einfach grottenschlecht."

Sein deutscher Blocker will die Tirade des Star-Quarterbacks, der im Vorfeld verkündet hatte, dass er die Jets hasse, allerdings nicht überbewerten: "So eine Niederlage ist natürlich frustrierend. Ich kann ihn da schon verstehen."

Moss ist ein Freund

Randy Moss ist da schon eher ein Freund der griffigen Statements. So kam es nicht überraschend, dass er nach der Schlappe deutliche Worte fand.

Der Star-Receiver, der im zweiten Viertel seinen 150. Touchdown erzielte, sagte sogar, dass die New Yorker mehr Willen gezeigt hätten.

Auch wenn er oftmals als Exzentriker auffällt, Vollmer würde es freuen, wenn die Nummer 81 seinen auslaufenden Vertrag verlängern würde.

"Er ist ein super Spieler, der in dieser Liga schon viel geleistet hat. Randy ist ein sehr guter Mitspieler und Freund, und jedes Team der Liga könnte sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler in seinen Reihen zu haben."

Vollmer blick nach vorn

Für Vollmer selbst war das Spiel eigentlich wie jedes andere auch: "Gerade innerhalb der Division wollen wir natürlich unbedingt gewinnen, aber grundsätzlich ist es eigentlich egal ob wir gegen die Jets, Bills oder Dolphins spielen."

Man müsse nun die Fehler analysieren und sich darauf fokussieren, das nächste Spiel am Sonntag gegen die Buffalo Bills (ab 19 Uhr LIVESCORES) zu gewinnen.

Monday Night ist ein Highlight

Nach dem Spiel gegen die Bills wartet mit dem Spiel gegen die Miami Dolphins das dritte Divisionsduell in Folge auf New England.

Der 2,03-Meter-Mann, der für die Universität Houston am College spielte, freut sich auf das Monday-Night-Duell mit den Dolphins: "Man hat nicht viele Chancen, Monday Night zu spielen, das ist natürlich etwas ganz Besonderes."

Die beiden nächsten Spiele haben auf jeden Fall richtungsweisenden Charakter für den Mitfavoriten, wenn die Patriots die Träume vom Super Bowl nicht frühzeitig begraben möchten.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel