vergrößernverkleinern
Mike Singletary (r.) wollte 2007 Head-Coach-Job in San Diego und Dallas werden © imago

Es rumort in San Francisco: Singletary bereut nicht, sich beim Trainerdebüt entblößt zu haben. Er ärgert sich über den Maulwurf.

Von Michael Spandern

München - Mike Singletary hat sich in weniger als zwei Wochen einen Namen gemacht als Head Coach in der NFL.

Der Ex-Linebacker, der vor zwölf Tagen bei den San Francisco 49ers befördert wurde, nachdem sein langjähriger Chef Mike Nolan gefeuert worden war, kassierte bei seinem Debüt eine 13:34 (3:20)-Klatsche gegen die Seattle Seahawks.

Der Playoff-Zug fährt nach der sechsten Pleite im achten Saisonspiel wohl wieder ohne den viermaligen Superbowl-Champion der 80er-Jahre ab.

Standpauke für Davis

Doch trotz des gegnerischen Punktereigens verdiente sich Singletary die meiste Aufmerksamkeit: Zunächst entschied er sich dafür, Quarterback J.T. O'Sullivan zum Reservisten zu degradieren.

Dann wusch er Vernon Davis gehörig den Kopf, nachdem dieser den 49ers eine Strafe eingebrockt hatte, ließ den Tight End auf der Bank schmoren und geriet auf der Pressekonferenz nochmals in Rage, als er auf Davis zu sprechen kam.

Und in der Woche kam heraus, dass er auch in der Halbzeit jede Kinderstube vergaß.

Aus Mangel an Zeit

Singletary ließ, um seine Meinung über die erste Spielhälfte zu veranschaulichen, in der Kabine die Hose runter und zeigte seinen Schützlingen seinen Hintern.

Das berichteten zunächst ein Radiosender in Arizona und eine Zeitung in Kalifornien, die 49ers bestätigten den Vorfall später.

"Es gibt verschiedene Wege, um den Jungs klarzumachen, was auf dem Feld passiert ist. Aber während der Halbzeit ist meine Zeit knapp bemessen", erklärte der Trainer sich. "Ich versuchte, zu sagen: Uns wird gerade in den Hintern getreten."

Noch andere Mittel in petto

In einem Radiointerview mit "ESPN" versicherte der 50-Jährige am Freitag, er würde nichts anders machen, hätte er die Chance dazu. "Ich hätte in der Kabine auch Stühle werfen und die Umkleiden aus der Verankerung reißen können, aber ich wollte etwas anderes tun."

Vielmehr drückte er seinen Ärger und seine Frustration darüber aus, dass die Geschichte an die Medien durchgesickert sei.

Singletary erklärt sich dies damit, dass einige mit seiner forschen Art, die Dinge anzupacken und zu verändern, nicht klarkämen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel