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Matt Cassel hat in seiner NFL-Karriere bisher 43 Touchdown-Pässe geworfen © getty

Am 5. Spieltag trifft das Überraschungsteam der Liga auf einen echten Prüfstein. Arizona setzt auf einen Rookie-Spielmacher.

Von Eric Böhm

München/Indianapolis - Wer hätte das gedacht? Jedes Jahr fragen sich Fans wie Experten, welches NFL-Team als letztes ungeschlagen bleiben wird. Dabei fielen auch vor dieser Saison die üblichen Namen.

Manch einer setzt auf die Patriots - Bill Belichicks Team zog ja 2007 ohne Niederlage in den Super Bowl ein. Andere bevorzugen den amtierenden Meister aus New Orleans.

Auch die Indianapolis Colts werden jedes Jahr gehandelt: Den Gegner der Colts an diesem fünften Spieltag (ab 19 Uhr LIVESCORES) hatte wohl aber niemand auf der Rechnung.

Trotzdem stehen die Kansas City Chiefs als einziges Team mit einer perfekten Bilanz an der Spitze der AFC West.(DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

Pioli ist der Schlüssel

Wenn man aber genauer hinschaut, ist diese Entwicklung alles andere als überraschend. Eine Entwicklung, die mit dem Engagement von General Manager Scott Pioli im Januar 2009 begann.

Pioli kam von den New England Patriots, wo er mit Coach Bill Belichick insgesamt drei Super Bowls gewann.

Der 45-Jährige ist in der Football-Szene bekannt dafür, Talente zu erkennen und ein Team zusammenzufügen.

Haley ein Volltreffer

Sein erster Volltreffer in Kansas City gelang ihm aber mit der Verpflichtung von Head Coach Todd Haley, der unter anderem Tony Romo vom Nobody zum Star-Quarterback geformt hatte.

Pioli und Haley hatten einst bereits bei den New York Jets unter Belichick zusammengearbeitet. Es ist also keine Überraschung, dass beide sehr stark von Belichick beeinflusst worden sind und in Missouri ein Team nach Vorbild der Patriots aufbauen wollen.

Die Verpflichtung von Tom Bradys Backup Matt Cassel war ein erster logischer Baustein.

Außerdem wurden vor dieser Spielzeit die beiden ehemaligen Patriots-Assistenztrainer Charlie Weis nach dessen unglücklichem Notre-Dame-Intermezzo, und Romeo Crennel installiert.

Härtetest gegen Manning

Dass sich der Erfolg so früh einstellen würde, kommt aber selbst für die Verantwortlichen etwas überraschend. Das Spiel gegen Peyton Manning und die Colts wird so zur ersten echten Standortbestimmung für die "kleinen" Patriots.

"Das ist die Situation, die wir uns in der Vorbereitung erträumt haben. Die 3:0-Bilanz reicht uns aber nicht, wir wollen jetzt mehr", untermauert Cornerback Brandon Flowers die neue Zielstrebigkeit in Kansas City.

Colts unter Druck

Die Colts stehen derweil schon etwas unter Druck. Die zwei Niederlagen gegen Konkurrenten aus der eigenen Division sind schon ein gehöriger Ballast.

"Wir sind in einem Loch, jetzt müssen wir uns selbst daraus befreien", gibt Spielmacher Manning die Marschrichtung vor.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Duelle des 5. Spieltags:

Dallas Cowboys - Tennessee Titans (22.15 Uhr)

Druck ist auch das richtige Stichwort für "America's Team".

Die Dallas Cowboys gewannen von drei Spielen bisher lediglich eins und brauchen dringend einen Sieg, um in der starken NFC East nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren.

Die Hoffnungen ruhen bei diesem Unterfangen hauptsächlich auf der Statisik. Denn Dallas ist seit sechs Jahren nach einer spielfreien Woche ungeschlagen.

"Es ist schon so etwas wie ein Neustart", sagt TE Jason Witten vor dem Duell mit den Titans.

Johnson muss gestoppt werden

Die wichtigste Aufgabe für die Texaner wird dabei sein, Running Back Chris Johnson zu stoppen.

Bei den Erfolgen gegen Oakland und die Giants erlief Johnson jeweils über 100 Yards. Außerdem ist Tennessees Quarterback Vince Young in seinem Heimstaat noch ungeschlagen.

Fisher ist siegessicher

"Ich habe Vertrauen in unsere Offensivspieler und Coaches. Wir werden die Niederlage gegen Denver vergessen machen", ist Coach Jeff Fisher überzeugt.

Sein Pendant auf Seiten der Cowboys will dagegen eine Serie starten. "Wir haben gegen Houston gewonnen, jetzt wollen wir den zweiten Sieg in Folge", sagt Head Coach Wade Phillips.

Arizona Cardinals - New Orleans Saints (22.05 Uhr)

Während der Titelverteidiger trotz des 3:1-Starts mit der eigenen Offensivleistung alles andere als zufrieden ist, hätte man in Arizona diese Luxusprobleme gern.

Die Saints können immerhin auf den MVP-Quarterback Drew Brees setzen. "Wir haben bisher unser Potenzial noch nicht abgerufen. Wir sind stolz auf unsere Big-Plays und unser Laufspiel. Wir müssen es einfach wieder zeigen", sagt Brees vor dem Auftritt in Glendale.

QB-Probleme in Arizona

Die Cardinals, die bereits zwei Niederlagen einstecken mussten, setzen dagegen notgedrungen auf Rookie-Spielmacher.

Nach dem Abschied von Legende Kurt Warner, der nach der Playoff-Niederlage gegen die Saints zurücktrat, sollte eigentlich Matt Leinart das Ruder übernehmen.

Der ehemalige Heisman-Gewinner konnte jedoch während seiner vier Jahre im Cardinals-Trikot nie überzeugen und wurde entlassen.

Dann durfte sich Derek Anderson mehr schlecht als recht versuchen - nun ist also Hall an der Reihe.

Zwei Receiver fehlen verletzt

Der 24-Jährige von der renommierten Brigham Young University gibt sein Debüt in der Startformation. Es könnte allerdings ein langer Tag für den jungen Quarterback werden.

Denn mit Steve Breaston und Early Doucet fallen zwei seiner besten Passfänger aus, und O-Line hat auch schon besser ausgesehen. "Es spielt keine Rolle wer Quarterback ist, wir müssen unseren Job machen", sagt Center Lyle Sendlein.

Arizona muss sich also gewaltig steigern, wenn es zum ersten Sieg gegen die Saints seit 2004 reichen soll.

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