vergrößernverkleinern
Wide Receiver Randy Moss hält mit 23 Touchdowns in einer Saison den NFL-Rekord © getty

Am 8. Spieltag spielt Randy Moss mit dem Vikings bei seinem Ex-Team. Außerdem treffen die beiden letzten Meister aufeinander.

Von Eric Böhm

München - Eigentlich war die Geschichte des Gastspiels der Minnesota Vikings bei den New England Patriots bereits seit Wochen vorgegeben, eigentlich.

Alles würde sich um Randy Moss' Rückkehr nach Foxborough drehen. Der verschmähte Starreceiver gegen das Vorzeige-Team der NFL (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan).

Aber was läuft schon nach Plan, wenn Brett Favre involviert ist?

Vor dem 8. Spieltag (So., ab 18 Uhr live auf SPORT1+) ibestimmt wieder mal der Haudegen die Schlagzeilen.

Favre bleibt fraglich

Allerdings geht es diesmal nicht um die unappetitliche Foto-Affäre, sonder um den maladen Knöchel des Spielmachers. Favre erlitt bei der 24:28-Schlappe in Green Bay zwei Brüche in seinem linken Knöchel.

Damit steht auch der Ironman-Rekord des 41-Jährigen auf dem Spiel.

Der Quarterback hat bisher unglaubliche 291 Starts in Folge absolviert und liegt damit fast 100 Spiele vor dem zweitplatzierten Peyton Manning. Auf dem dritten Platz liegt Eagles-Legende Ron Jaworski mit 116.

Moss wird es schwer haben

Randy Moss wird es also so oder so schwer fallen, den Pats zu zeigen, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen. Denn um zu glänzen, braucht ein Receiver braucht Anspiele. Und Favre konnte im bisherigen Saisonverlauf nicht an die starke letzte Saison anknüpfen.

Mit zehn hat er bereits zum jetzigen Zeitpunkt drei Interceptions mehr geworfen als in der gesamten vorigen Saison.

Dennoch würde Head Coach Brad Childress lieber den Routinier bringen als Ersatzmann Tarvaris Jackson, der in seiner bisherigen Karriere nicht überzeugte. Egal wer aufläuft, Childress fordert gute Entscheidungen.

"Du darfst den Ball nicht zum Gegner werfen, du musst dich an unser Spielsystem halten und manchmal ist es in Ordnung zu punten", fasst der Coach seine Offensiv-Philosophie zusammen.

Pats sind zuversichtlich

Bei den Patriots um den Deutschen Sebastian Vollmer nimmt man das Wiedersehen mit Moss dagegen gelassen.

"Natürlich kennt er unser System und unsere Signale. Deshalb ändern wir sie regelmäßig. Vielleicht können wir das sogar nutzen", sagte Spielmacher Tom Brady.

Außerdem konnte New England seit dem Deal vier Spiele in Folge gewinnen und geht mit einer zurückgewonnenen Nüchternheit in das Spiel.

"Es ist schön zu gewinnen, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Denn in dieser Liga ist die Differenz zwischen Sieg und Niederlage klein", sagte Pats-Coach Bill Belichick.

Die Konzentration auf das Wesentliche war schließlich über Jahre das Erfolgsrezept des Teams aus "Beantown". Denn viele Nebenkriegsschauplätze bringen selten Erfolg, siehe Minnesota.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Duelle des 8. Spieltags:

New Orleans Saints ? Pittsburgh Steelers (Mo. 2.20 Uhr)

Beim Meister New Orleans Saints führen die meisten Experten die momentane Formkrise weniger auf Nebenkriegsschauplätze zurück als auf den oft beschworenen Super-Bowl-Hangover.

Der Gegner am Sonntag könnte den Saints da sicherlich ein paar Tipps geben, verpassten die Steelers nach ihren letzten beiden Super-Bowl-Triumphen doch jeweils die Playoffs.

Außerdem war Pittsburgh auch der Vorgänger der Saints als Champion.

Zur allgemeinen Überraschung ist es die hochgelobte Offensive um Spielmacher Drew Brees, die trotz der 4:3-Bilanz einfach nicht in Schwung kommt.

Ratlosigkeit beim Titelverteidiger

Die Saints hatten in den letzten fünf Spielen 14 Ballverluste zu beklagen und verloren zuletzt gegen die bestenfalls biederen Cleveland Browns im heimischen Superdome.

Es macht sich bei Spielern wie Verantwortlichen langsam Ratlosigkeit breit.

"Wir alle versuchen herauszufinden woran es liegt. Wir haben ein gute Team, jeder Spieler zieht voll mit und dennoch funktioniert es nicht", sagte Brees.

Ausgerechnet gegen die beste Verteidigung der Liga soll die Wende gelingen.

Steelers haben einen Lauf

Die Steelers dagegen kassierten erst eine Niederlage und hatten in der letzten Woche bei ihrem Sieg in Miami auch das nötige Quäntchen Glück, das den Saints momentan zu fehlen scheint.

Kurz vor dem Ende verlor Spielmachen Ben Roethlisberger den Ball, aber nach einem Videobeweis behielten die Steelers das Ei und kickten das Field Goal zum 22:20- Erfolg.

Allerdings verlor Head Coach Mike Tomlin Team Top-Verteidger Aaron Smith mit einer Armverletzung.

"Das ist keine Entschuldigung. Ich erwarte von jedem Ersatzspieler, der seine Chance bekommt, eine gute Leistung", sagte Tomlin.

New York Jets ? Green Bay Packers (So. 19 Uhr)

Das einzige andere Aufeinandertreffen zweier Teams mit positiver Bilanz steigt im "Big Apple".

Die New York Jets erfüllten die hohen Erwartungen bisher und könnten zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder sechs Spiele in Folge gewinnen.

Trotzdem sieht der wortgewaltige Head Coach Rex Ryan noch viel Luft nach oben. "Wir sind weder im Angriff noch in der Verteidigung in der Nähe der Leistung, die ich mir vorstelle", sagte er.

Personalsorgen bei Green Bay

Wenn die Packers nicht auf eine 4:4-Bilanz zurückrutschen wollen, müssen vor allem die zahlreichen verletzten adäquat ersetzt werden.

Gegen Brett Favre und die Vikings gelang zwar ein Sieg, allerdings liegen mittlerweile zwölf Spieler bis Saisonende auf Eis.

"Es ist schon hart, aber das gehört zum Spiel", sagte Linebacker Clay Matthews, den selbst Oberschenkelprobleme plagen.

Tomlinson blüht wieder auf

Die Jets profitieren vor allem vom zweiten Frühling ihres Running Backs LaDainian Tomlinson.

Ähnlich wie Randy Moss, war Tomlinson in San Diego nicht mehr gefragt. Den Jets verhalf der 31-Jährige nun zum zweitbesten Laufangriff der NFL.

Da fielen sogar die beiden schwächeren Auftritte von Quarterback Mark Sanchez nicht ins Gewicht.

Zudem kommen die Jets aus ihrer spielfreien Woche und wollen den vierten Sieg in Folge gegen die "Cheese-Hats".

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel