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Brady Quinn absolvierte bislang nur ein Spiel in der NFL © getty

Die Vorschusslorbeeren für Clevelands neuen Spielmacher Brady Quinn sind groß. Gegen Denver muss er nun zeigen, was er kann.

Von Martin Hoffmann

München - Brady Quinn versucht den großen Tag möglichst klein zu reden.

Der Publikumsliebling der Cleveland Browns bestreitet in der Nacht zum Freitag (ab 1.15 Uhr LIVESCORES) sein Debüt als Stamm-Quarterback gegen die Denver Broncos und will diesem Schlüsselmoment gelassen entgegenblicken.

"Ich bereite mich nicht anders vor als auf die anderen Spiele", antwortete er seinem früheren College-Trainer Charlie Weis, als der in dieser Woche bei ihm anrief.

Doch der kaufte ihm das nicht ab: "Das ist doch ein Haufen Müll. Erzähl das jemand anderem, der das hören will", antwortete der Head Coach der Notre Dame University.

Der Druck ist riesig

Natürlich ist das kein Tag wie jeder andere für Brady Quinn: Es ist seine große Chance auf den Durchbruch in der NFL - und der Druck auf ihn ist riesig.

Vor allem die Fans der Browns haben dem 24-Jährigen frühzeitig eine gigantische Erwartungshaltung aufgebürdet: Für sie gilt der in der Region geborene Quinn schon jetzt als Heilsbringer.

Nach dem missglückten Saisonverlauf mit nur drei Siegen aus acht Spielen und der Ausbootung des zuletzt glücklosen Derek Anderson soll Quinn es sein, der die Browns wieder auf Playoff-Kurs bringt.

"Ich fand einfach, dass es an der Zeit war", meint Trainer Romeo Crennel: "Wir sind ein unkonstantes Team und ich glaube, wir brauchen eine andere Dynamik in der Offensive."

Broncos reiten abwärts

Vielleicht war der Zeitpunkt für den Quarterback-Tausch genau der richtige, denn die Gäste aus Denver haben sich bislang nicht als Defensivkünstler hervorgetan.

Und auch die Broncos stehen nach einer durchwachsenen Saison am Scheideweg. Zwar ist Denver immer noch Erster der schwach besetzten AFC West, aber der Trend zeigt nach unten: Nach vier Siegen in den ersten fünf Spielen hagelte es zuletzt drei Pleiten.

Und nach der Niederlage am Sonntag gegen Miami sorgte Receiver Brandon Marshall mit öffentlicher Kritik an Quarterback Jay Cutler und der Abwehr für Unruhe.

Das Prunkstück wird zum Sorgenkind

Running Back Michael Pittman hat nun einen dringenden Appell an seine Teamkollegen gerichtet, mit solchen Mätzchen aufzuhören: "Wenn man anfängt mit dem Finger aufeinander zu zeigen, dann ist es vorbei. Dann driftet die Mannschaft auseinander und man kann die Saison vergessen."

Pittman wird in Cleveland wegen einer Nackenverletzung nicht dabei sein, ebenso wie Läuferkollege Andre Hall.

Das sind schwere Schläge für die Broncos, zumal ihr früher so effektives Rushing Game zuletzt auch ohne die Verletzungsprobleme gar nicht gut aussah: Nur 14 Yards bei 12 Läufen legten die Broncos gegen Miami zurück.

Ein Rookie soll es richten

In Cleveland ruhen Denvers Hoffnungen nun auf Rookie Ryan Torain.

Der Neuling hat in der Saisonvorbereitung einiges an Aufsehen erregt und wurde von seinem Trainer gar mit Terrell Davis verglichen, ehe ihn eine Ellbogenverletzung zurückwarf.

In Cleveland wird er nun das Gros des Laufspiels aufgebürdet bekommen - auch für ihn wird es also kein Tag wie jeder andere.

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