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Michael Vick (l.) spielte am College für Virginia Tech © getty

Eagles-Quarterback Michael Vick zerlegt die Redskins quasi im Alleingang und stellt den 78-Millionen-Mann McNabb in den Schatten.

Von Eric Böhm

München/Washington - Michael Vick hat sich endgültig in die Riege der NFL-Superstars zurückkatapultiert.

Im Monday Night Game zerlegte er die Washington Redskins beim 59:28-Erfolg mit sechs Touchdowns fast im Alleingang. (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan)

Dabei wollten die Redskins eigentlich die Vertragsverlängerung von Vicks Vorgänger in Philadelphia feiern.

Donovan McNabb hatte vor der Partie einen Fünfjahresvertrag über 78 Millionen Dollar unterschrieben, wie ein millionenschwerer Quarterback spielte an diesem Abend aber nur Einer.

Vick dominiert

Vick trug sich mit dieser Vorstellung in die Geschichtsbücher ein. Die Nummer sieben der Eagles ist der erste Spieler der NFL-Geschichte, der 300 Yards und vier Touchdowns erwarf sowie 50 Yards und zwei Touchdowns erlief.

Damit sind zumindest in der "Stadt der brüderlichen Liebe" seine Skandale wohl endgültig vergessen.

Außerdem gelang Vick diese unglaubliche Leistung ausgerechnet in unmittelbarer Nähe zu seiner Heimat in Virginia.

"Ich hatte früher einige gute Spiele, aber ich denke nicht, dass ich schon mal so einen Tag erlebt habe", sagte der 30-Jährige.

Eagles mit Blitzstart

Bereits vor der Partie war die Stimmung zwischen den Divisionsrivalen im FedEx Field hochgekocht, als einige Redskins-Akteure ihren Kontrahenten diverse Freundlichkeiten an den Kopf warfen.

Die Eagles gaben die Antwort auf dem Platz. Mit dem ersten Spielzug ging Philadelphia in Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. 311334(DIASHOW: Der 10. NFL-Spieltag)

Vick bediente seinen schnellen Receiver DeSean Jackson, der alle Verteidiger hinter sich ließ und einen 88-Yard-Touchdown erzielte.

"Diese Beleidigungen haben uns richtig angestachelt", gab Jackson zu.

Negativrekord für die Skins

Noch ehe die Skins wussten wie ihnen geschah, war das Spiel entschieden.

Bereits zu Beginn des zweiten Viertels besorgte Jeremy Maclin mit seinem Touchdown das zwischenzeitliche 35:0.

"Wir haben uns im landesweiten Fernsehen lächerlich gemacht. Diese Leistung war ein Witz", sagte Verteidiger DeAngelo Hall. Die drei Touchdowns von Rookie Keiland Williams waren nur Ergebniskosmetik.

Die 45 Punkte, die Washington den Eagles bis zur Pause gestattete, sind für die traditionsreichen Hauptstädter zudem ein Negativrekord.

Shanahan sauer

Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Fans des Heimteams das Stadion aber bereits verlassen.

"Sie haben besser gespielt, hatten den besseren Plan und haben alles richtig gemacht", sagte Defensivspieler Albert Haynesworth.

Mike Shanahan kassierte in seiner gesamten Trainerkarriere, die immerhin schon über 20 Jahre dauert, noch nie so viele Punkte.

"Jetzt bin ich einfach wütend", sagte der Coach.

McNabb enttäuscht

Auch Donovan McNabb erwischte beim zweiten Auftritt gegen sein altes Team einen schwachen Tag und warf drei Interceptions.

Vor dem Spiel hatten ihn die Skins-Fans noch mit Beifall empfangen, als seine Vertragsverlängerung bekannt gegeben worden war.

Diesmal ließ Shanahan seinen Quarterback immerhin durchspielen, nach dem er ihn vor zwei Wochen in Detroit kurz vor Schluss gegen Rex Grossman ausgetauscht hatte.

An diesem Tag hätte aber selbst ein Joe Montana gegen Michael Vick alt ausgesehen.

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