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Matt Ryan führte Atlanta in seinem ersten Profi-Jahr 2008 in die Playoffs © getty

Der Quarterback führt seine Falcons zum neunten Saisonsieg über Playoff-Mitkonkurrent Green Bay. Chicago beendet Vicks-Erfolgsserie.

Von Rainer Nachtwey

München/Atlanta - Nach dem 12. Spieltag in der NFL steht es fest: Die Atlanta Falcons werden zum dritten Mal in Folge die Saison mit einer positiven Bilanz abschließen.

Gegen die Green Bay Packers feierte die Mannschaft von Coach Mike Smith mit dem 20:17 (3:3, 7:0, 0:7, 10:7) den neunten Saisonsieg (DATENCENTER: Der NFL-Spielplan).

Doch den Spielern um die Offensivstars Quarterback Matt Ryan und Wide Receiver Roddy White ist das zu wenig.

White will unbedingt in die Playoffs, und dort den Heimvorteil bis zum Super Bowl. "Ich habe sicherlich keine Lust, im Januar im Lambeau Field zu spielen", sagte der Passempfänger.

Statt im kalten Green Bay zu spielen, freut er sich viel mehr über seine Heimstätte in Atlanta und vor allem eins: "Ich gehe davon aus, hier in Atlanta zu spielen. Dann kann ich auch in meinem eigenen Bett schlafen."

Entscheidung durch Kicker

Dass die Falcons auf bestem Wege sind, Whites Bett-Pläne in die Tat umzusetzen, lag gegen Green Bay an Kicker Matt Bryant und Ryan.

Bryant verwandelte neun Sekunden vor Ende der Partie das entscheidende Field Goal zum 20:17.

Ryan warf einen Touchdown-Pass und brachte 24 seiner 28 Anspiele für 197 Yards an den Mann. Zudem führte er seine Offensive 56 Sekunden vor Schluss in Field-Goal-Nähe.

Rodgers erwartet Verlängerung

"Er ist einfach eiskalt. Er macht einfach weiter, egal was zuvor passiert ist. Wir haben Matty Ice", lobte White seinen Regisseur und spielte auf den Ausgleich der Packers zum 17:17 an.

"Wir haben uns fünf Minuten über das Feld gekämpft, einen Touchdown erzielt und dachten: Okay, es geht in die Verlängerung", sagte Green Bays Spielmacher Aaron Rodgers, der es auf 344 Yards bei einem Touchdown brachte 317248(DIASHOW: Der 12. NFL-Spieltag).

Doch dann kam Ryans Antwort.

Vierkampf um Wild-Card-Tickets

Mit nun neun Siegen bei nur zwei Niederlagen führen die Falcons die NFC South vor Super-Bowl-Champion New Orleans Saints (8:3) und den Tampa Bay Buccaneers (7:4) an.

Die Mannschaft aus Florida kassierte bei den Baltimore Ravens eine 10:17-Niederlage, hat aber weiter gute Aussichten auf die Playoffs.

Gemeinsam mit den Philadelphia Eagles, New York Giants und Green Bay kämpfen die Bucs um eine Wild Card.

Vick kassiert erste Interception

Philly kassierte im Duell der Division-Ersten in Chicago eine 26:31 (3:14, 10:7, 0:10, 13:0)-Niederlage. Dabei musste Quarterback Michael Vick seine erste Interception der Saison hinnehmen.

Damit verpasste Vick den Rekord von Randall Cunningham, der 1998 mit 14 Touchdowns ohne abgefangenen Pass startete. Vick blieb nun bei 12 stehen.

Cutler wirft vier TD-Pässe

Vicks Gegenüber Jay Cutler drehte groß auf. Der Quarterback warf vier Touchdown-Pässe, brachte 14 seiner 21 Pässe an den Mann und kam auf 247 Yards.

"Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns", sagte Cutler. "Ein echter Test für Beständigkeit und Kontinuität."

Bears widerlegen Zweifler

Damit widerlegten die Bears die vielen Kritiker, die dem Team vor der Saison die Siegermentalität und damit auch den Einzug in die Playoffs abgesprochen hatten.

"Die Zweifler sind nicht in der Umkleidekabine. Wir glauben an uns selbst", sagte Safety Chris Harris. "Wir wissen, dass wir ein gutes Football-Team sind."

Mit einer Bilanz von 8:3 führt Chicago die NFC North vor den Packers und Minnesota (4:7) an, das sein Duell in Washington mit 17:13 gewann.

Karriere-Tiefpunkt für Manning

Dagegen haben die Playoffs-Aussichten für Peyton Manning und seine Indianapolis Colts einen Dämpfer erhalten. Der Vizemeister unterlag den San Diego Chargers mit 14:36 (7:10, 7:6, 0:10, 0:10).

Manning erwischte dabei einen rabenschwarzen Tag. Der Starspieler warf vier Interceptions und weist damit aus den letzten zwei Spielen sieben abgefangene Pässe auf - ein Novum in seiner 13-jährigen NFL-Karriere.

"San Diego hat sehr gut gespielt, wir nicht. In der Offensive haben wir unseren Job nicht erledigt, ich habe ihn nicht erledigt. Jeder muss sich steigern, ich auch", fasste Manning die Enttäuschung knapp zusammen.

Rivers lobt Durchhaltevermögen

Für San Diego war der vierte Sieg in Folge ein großer Schritt Richtung Playoffs. "Bei einer Bilanz von 2:5 hätten viele Mannschaften das Handtuch geworfen. Wir nicht. Wir sind eine Gruppe unverwüstlicher Kerle", lobte Quarterback Philip Rivers sein Team.

Mit dem sechsten Sieg hielten die Chargers in der AFC West mit den Kansas City Chiefs (7:4) Schritt. Die Truppe aus Missouri verteidigte durch ein 42:24 (7:7, 14:3, 0:7, 21:7)-Erfolg bei den Seattle Seahawks die Tabellenspitze.

St. Louis übernimmt Tabellenspitze

Seattle verlor dadurch die Führung in der NFC West an die St. Louis Rams, die bei den Denver Broncos mit 36:33 (7:10, 19:3, 7:0, 3:20) gewannen.

Hinter Seattle rangieren die Arizona Cardinals und San Francisco 49ers, die im Monday Night Game (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) aufeinandertreffen.

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