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Baltimores Offense (l., T.J. Houshmandzadeh) brachte es gegen Pittsburgh nur auf 269 Yards Raumgewinn © getty

Pittsburgh gewinnt dank einer Defensivaktion das Duell mit den Ravens. Baltimores Coach spricht von einem verschenkten Sieg.

Von Rainer Nachtwey

München/Baltimore - Es war die erwartete Abwehrschlacht, und eine Defensivaktion brachte dann auch die Entscheidung:

Dank eines erzwungenen Ballverlusts haben die Pittsburgh Steelers am 13. Spieltag der NFL die Tabellenspitze in der AFC North zurückerobert.

Bei den Baltimore Ravens gewann der sechsmalige Super-Bowl-Champion mit 13:10 (0:7, 0:0, 3:3, 10:0). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Quarterback Ben Roethlisberger gab den entscheidenden Touchdown-Pass auf Running Back Isaac Redman 2:51 Minuten vor Ende der Partie.

Polamalu forciert Fumble

Zuvor hatte Troy Polamalu die Steelers durch seinen Sack an Baltimores Quarterback Joe Flacco in Ballbesitz gebracht.

Der Safety schlug dem Ravens-Spielmacher den Ball aus dem Arm, Linebacker LaMarr Woodley stürzte sich auf den Ball und trug ihn bis zur 9-Yard-Linie.

Mulmiges Gefühl bei Suggs

"Jeder weiß, was passiert, wenn Nummer 43 an der Line of Scrimmage sieht: Blitz", sagte Linebacker Terrell Suggs über Polamalus Aktion. "Ich dachte mir nur: Hoffentlich haben die einen Plan. Ich hatte ein mulmiges Gefühl als sein wallendes Haar an der Line sah."

Für Baltimores Quarterback Flacco kam die Spiel entscheidende Aktion ziemlich unerwartet: "Das war ein Alle-auf-einen-Blitz. Sie sind mit jedem draufgegangen", analysierte er. "Ich ging drei Schritte zurück, hob den Arm zum Wurf und wurde getackelt. Ich war ziemlich überrascht."

Keine Schmerzen dank gebrochener Nase

Im dritten Versuch bediente Roethlisberger Redman an der 7-Yard-Linie, der zwei Tackles durchbrach und in die Endzone lief.

"Das sind die richtigen Steelers-Ravens-Spiele, habe ich nicht recht? Jeder haut sich bis zum Umfallen rein", meinte Roethlisberger, der mit einer Fußverletzung ins Spiel gegangen war und sich in der ersten Angriffsserie bei einem Tackle die Nase brach.

"Der Fuß hat ganz schön geschmerzt, aber wegen der gebrochenen Nase hatte ich dann nicht mehr so große Schmerzen am Fuß", sagte er lachend.

Pass statt Field Goal

Baltimore blieb noch eine Chance. In der letzten Serie trug die Offense den Ball bis zu Pittsburghs 31-Yard-Linie.

Bei viertem Versuch und zwei Yards noch zu überbrücken, entschied sich Ravens-Coach John Harbaugh gegen einen Field-Goal-Versuch, Flaccos Pass auf Ed Dickson verfehlte jedoch sein Ziel.

Baltimore trotzdem auf Playoff-Kurs

"Die Niederlage ist sehr unangenehm. Im Grunde haben wir das Spiel am Ende hergeschenkt", sagte Baltimores Trainer John Harbaugh. "Wir hätten eigentlich gewinnen müssen. Daher ist es besonders enttäuschend."

Durch die vierte Saisonniederlage fiel Baltimore hinter die Steelers zurück auf Rang zwei, hat aber mit einer Bilanz von 8:4 weiterhin gute Aussichten auf die Playoffs.

SPORT1 fasst weiteres Geschehen aus der NFL zusammen:

Tampa Bay Buccaneers - Atlanta Flacons 24:28

Als erstes Team der Liga haben die Atlanta Falcons zehn Sieg auf dem Konto. Die Truppe von Trainer Mike Smith setzte sich im NFC-South-Duell bei den Tampa Buccaneers mit 28:24 (7:7, 7:7, 0:3, 14:7) durch.

Ein 102-Yard-Kickoff-Return und ein Touchdown-Pass von Quarterback Matt Ryan sorgten im letzten Viertel für den Erfolg, nachdem Tampa bereits mit 24:14 in Führung gelegen hatte.

"Wenn es nicht richtig läuft, und du nicht so spielst, wie du willst, und trotzdem gewinnst, dann ist das das Zeichen für ein gutes Football-Team", sagte Ryan. "Spätestens seit heute wissen wir, dass wir ein gutes Football-Team sind."

Nur noch vage Hoffnungen für Tampa

In der Division liegen die Falcons einen Sieg vor Super-Bowl-Champion New Orleans Saints, der sich bei den Cincinnati Bengals mit 34:30 (3:0, 10:6, 7:6, 14:18) durchsetzte. Für Tampa wird es mit der Playoff-Qualifikation nach der fünften Niederlage eng.

New Orleans, Green Bay (34:16 gegen San Francisco) und die New York Giants (31:7 gegen Washington) liegen im Rennen um die zwei Wild-Card-Plätze noch vor den Buccaneers.

Indianapolis Colts - Dallas Cowboys 35:38 n.V.

Die dritte Niederlage in Serie setzte es für die Indianapolis Colts. Der Vizemeister kassierte vor heimischem Publikum gegen die Dallas Cowboys ein 35:38 (0:10, 7:7, 7:10, 21:8, 0:3) nach Verlängerung.

In der AFC South rangiert Indy (6:6) hinter den Jacksonville Jaguars (7:5), die bei den Tennessee Titans mit 17:6 gewannen, auf Rang zwei. Auf die Wild-Card-Plätze, die derzeit New England (9:2) und Baltimore (8:4) belegen, fehlen bereits zwei Siege.

Vier Interceptions von Manning

Ein bitterer Abend wurde es für Peyton Manning, dessen Pässe vier Mal abgefangen wurden. Damit weist der viermalige MVP nun elf Interceptions in den letzten drei Spielen auf.

"Das ist nicht gut, wenn ich auf der PK fragen muss, welche Interception Sie meinen", behielt Manning immerhin seinen Humor. "Aber ich werde weiter meine Pässe werfen und hoffe, dass sie bei meinen Jungs ankommen."

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