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Chris Johnson (l.) kam gegen Lance Briggs und die Bears auf 8 Yards in 14 Versuchen © getty

Tennessee verbessert den Startrekord. In Chicago gewinnt die Mannschaft von Coach Fisher trotz großer Probleme im Laufspiel.

Von Rainer Nachtwey

München/Chicago - Neunmal sind Mannschaften mit neun Siegen in Serie in eine NFL-Saison gestartet.

Neunmal stand dieser Klub dann auch im Endspiel um die Vince Lombardi Trophäe. Sechsmal gewann er den begehrten Pokal.

Geht es nach den Statistiken, sind die Chancen der Tennessee Titans auf den großen Triumph damit schlagartig gestiegen, die Teilnahme am Super Bowl sogar nicht mehr zu nehmen.

Denn die Truppe von Coach Jeff Fisher gewann am 10. Spieltag ihr neuntes Saisonspiel und bleibt damit in der Liga als einziges Team ungeschlagen.

Schlechter Start für die Titans

Mit einer Bilanz von 9:0 führt sie die Tabelle in der AFC South souverän an.

"Jeder passt in seine Rolle. Es macht unglaublich viel Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen", sagte Quarterback Kerry Collins, der zwei Touchdown-Pässe auf Tight End Bo Scaife und Wide Reciever Justin Gage gab.

Dabei lief es für die Titans im Soldier Field von Chicago gar nicht rund. Bereits in der ersten Angriffsserie der Gastgeber kassierte die beste Verteidigung der Liga einen Touchdown.

Bears-Quarterback Rex Grossman, der für den verletzten Kyle Orton in die Stammformation gerückt war, bediente Running Back Matt Forte mit einem Pass über fünf Yards zur 7:0-Führung.

Im Gegenzug scheiterte Tennessees Angriff beim vierten Versuch um Zentimeter, die Torlinie zu überqueren.

Hilfe vom Gegner

Das Momentum lag ganz klar bei den Bears, doch dann erhielten die Titans Unterstützung. Aber es waren keine himmlischen Kräfte, wie es Chicagos Wide Receiver Rashied Davis annahm - "Ich glaube, die haben einen Schutzengel um sich" -, sondern "Turnoversaurus Rex" Grossman zeigte sein wahres Gesicht.

Der Spielmacher warf eine Interception und brachte Tennessee zurück in die Begegnung, obwohl sich das bis dato drittbeste Laufspiel der Liga überhaupt nicht zurecht fand.

"Habt ihr gesehen, wie viele Leute die in die Box gestellt haben? Das waren acht, manchmal sogar neun", beschwerte sich Running Back Chris Johnson. Der Rookie kam in der ersten Hälfte gemeinsam mit LenDale White auf einen negativen Yard-Wert von -5. Insgesamt reichte es zu 20 Yards Raumgewinn.

"Sie wollten wohl, dass wir mit aller Macht auf das Passspiel umsteigen und sie darüber besiegen", sagte Johnson.

Bears verkürzen kurz vor Schluss

Und das taten die Titans dann auch. Mitte des zweiten Viertels schlugen die Titans erstmals zu. Collins bediente Scaife über zehn Yards und mit dem 7:7 ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel ließen sich die Gäste nicht so viel Zeit. Bereits in der ersten Angriffsserie und nach sechs Spielzügen stürzte sich Justin Gage nach einem 12-Yard-Pass von Collins in die Endzone. White erhöhte im Schlussviertel mit einem Lauf über zwei Yards auf 21:7.

Doch Chicago gab nicht auf. 4:55 Minuten vor Ende der Partie gelang Grossman mit einem Quarterback Sneak der Anschluss zum 14:21.

Schlecht gespielt und doch gewonnen

Mit einer hervorragenden Defensiv-Leistung eroberten die Bears nach nur drei Versuchen der Titans den Ball zurück, aber auch die Titans-Verteidigung stellte unter Beweis, warum sie auf Platz eins der Statistik mit den wenigsten zugelassenen Punkten rangiert.

Bei den Bears war nach vier Versuchen Schluss und die Titans konnten die Uhr herunterspielen.

"Es ist sehr angenehm, wenn man schlecht spielt und doch gewinnt", freute sich Fisher über den neunten Sieg. "Wir haben so viele Probleme gehabt, aber trotzdem irgendwie einen Weg gefunden, um uns gegen ein sehr gutes Football-Team durchzusetzen."

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