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Brandon Manumaleuna (l.) und die Chicago Bears haben zuletzt fünfmal gewonnen © getty

Chicago erwartet mit breiter Brust die Patriots. Giants-Gastgeber Minnesota spuckt trotz des maladen Brett Favre große Töne.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist erst ein paar Wochen her, da befanden sich die Anhänger der Chicago Bears noch in tiefster Depression.

Nichts schien zu stimmen mit der Mannschaft von Lovie Smith: "Furchtbar", "dysfunktional", "selbstzerstörerisch" waren die Zustandsbeschreibungen der lokalen Medien.

Die Fanforen waren geflutet mit Forderungen, wahlweise Smith, Quarterback Jay Cutler oder gleich das ganze Team in die Wüste zu schicken. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Alles vergessen: Vor dem NFL-Duell mit den New England Patriots (So., 22.15 Uhr LIVE auf SPORT1+) schwelgen die Bears in rauschhafter Euphorie.

Eagles-Triumph belehrte die Zweifler

Nach einem albtraumhaften Oktober mit drei Niederlagen aus vier Partien haben die Bears alle fünf Begegnungen nach ihrer spielfreien Woche gewonnen.

Eine Serie, die anfangs vielerorts noch belächelt wurde: Schwache Gegner, Glück mit dem Spielplan, hieß es.

Der Triumph über die Philadelphia Eagles um ihren famos aufspielenden Quarterback Michael Vick aber belehrte die Zweifler eines besseren.

"Wir sind das beste Team"

Und nun strotzen die Bears - mit einer 9:3-Bilanz das drittbeste Team der Liga - auch vor dem Aufeinandertreffen mit Tom Brady und seinen Mannen vor Selbstbewusstsein.

"New England mag in der Statistik das beste Team sein. Aber ich fühle, dass wir das beste Team sind - Punkt", findet Linebacker Brian Urlacher.

Auch der Großteil der Fans und Medien in Chicago glaubt an einen Sieg der Bears.

So groß ist das Zutrauen, dass der eher skeptische "Sun-Times"-Kolumnist Rick Morrissey von einer "Psychose" spricht: "Chicagos Atemlosigkeit in Sachen Bears ist einer Hyperventilation gewichen - es ist zu befürchten, dass nicht mehr genug Sauerstoff zum Gehirn kommt."

Patriots-Coach nimmt Bears ernst

Ein Triumph über New England würde auch diesen Zweifler belehren, denn ein besseres Team hat die NFL nicht zu bieten.

10:2 Siege, die meisten Punkte (379) und die beste Punktdifferenz der Liga (+110) und dazu das gewaltige Momentum, nach dem 45:3-Kantersieg über die ebenfalls hoch gehandelten New York Jets.

Mit einem Sieg in Chicago hätten Sebastian Vollmer und seine Teamkollegen das Playoff-Ticket sicher.

Aber auch Trainer Bill Belichick nimmt die Gastgeber ernst: "Sie sind ein explosives Team, das mit jedem Spielzug von überall her punkten kann. Sie sind sehr, sehr gefährlich".

Favre droht das Serien-Aus

Weit weniger euphorisch als in Chicago ist vor dem Spiel gegen die New York Giants die Stimmung bei den Minnesota Vikings (So., 19 Uhr LIVE auf SPORT1+).

Zwar gab es unter dem neuen Coach Leslie Frazier zuletzt zwei Siege, trotzdem ist die Endrunde mit einer 5:7-Bilanz fast außer Reichweite.

Und nun droht auch noch Brett Favre nach 297 Spielstarts hintereinander das Aus seiner einmaligen Serie.323313(DIASHOW: Der 14. NFL-Spieltag)

Eine Last-Minute-Entscheidung

Trotz Knöchelfraktur trainierte Favre am Freitag jedoch, stark eingeschränkt allerdings. Ob er wie bisher immer die Zähne zusammenbeißen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Tarvaris Jackson stünde als Ersatz bereit - und wäre wegen seiner größeren Agilität womöglich die bessere Wahl gegen eine Defensive, die den gegnerischen Quarterback schon 35 Mal per Sack zu Boden geworfen hat.

Trotz der weiterhin prekären Situation spuckt Vikings-Tight-End Visanthe Shiancoe überaus selbstbewusste Töne: "Wir haben Blut geleckt. Wir sind wie Kannibalen, Mann! Wir wollen mehr, Mann! Wir wollen mehr, mehr, mehr!"

Cowboys gegen die Rekord-Offensive

Minnesotas Gegner kämpft mit einer 8:4-Bilanz um den Sieg in der AFC East - gegen die Eagles, die dieselbe Bilanz haben und in der Nacht zum Montag bei Conference-Konkurrent Dallas Cowboys (2.25 Uhr LIVE auf SPORT1+) zu Gast sind.

Auch denen hat der Trainerwechsel gut getan, unter Jason Garrett gab es drei Siege in vier Spielen - unter anderem gegen die Giants -, was die Bilanz auf 4:8 aufbesserte.

Gegen die Eagles wird den Texanern aber speziell in der Defensive alles abverlangt. In zwölf Spielen hintereinander haben die Eagles vier Yards pro Lauf geschafft - NFL-Rekord.

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