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Rookie Chevis Jackson (r.) gelang gegen New Orleans seine erste Interception © getty

Die Falcons mausern sich zur Überraschungsmannschaft der Saison. Houston erlebt gegen Baltimore einen "Raven"-schwarzen Tag.

Von Rainer Nachtwey

München - In zwei, drei Jahren hatten die Experten den Atlanta Falcons zugetraut, wieder um die Playoffs mitspielen zu können.

Denn durch das Horrorszenario um Michael Vick wurde der Klub aus Georgia schon vor der Saison abgeschrieben.

Manch einer befürchtete mit dem Umbruch, den die Klubführung angestrebt hat, eine sieglose Saison.

Doch die junge Falcons-Truppe hat die Kritiker widerlegt und spielt famos auf.

Falcons bleiben auf Schlagdistanz

Beim 34:20 gegen die New Orleans Saints feierten sie am 10. Spieltag bereits ihren sechsten Saisonerfolg und bleiben im Kampf um die Tabellenführung der NFC South und der damit verbundenen Teilnahme an der K.o.-Runde den Carolina Panthers (17:6 in Oakland) und Tampa Bay Buccaneers (spielfrei) auf den Fersen.

Der als Topfavorit auf den Divisionsieg gehandelte Klub aus dem "Big Easy" muss hingegen um die Postseason bangen. Mit einer Bilanz von 4:5 fehlen nun schon drei Siege zu den Panthers.

"Das ist schon sehr frustrierend", sagte Quarterback Drew Brees, der sich drei Interceptions leistete. "Wir sind um einiges besser."

Falcons glauben an ihre Chance

Einer der von Brees drei Interceptions profitierte, war Chevis Jackson, der den abgefangenen Ball über 95 Yards zum vorentscheidenden 34:13 in die Endzone der Saints trug.

Zuvor hatten die Falcons durch zwei Touchdown-Pässe von Rookie-Quarterback Matt Ryan auf Roddy White und Jerious Norwood, einem Lauf von Running Back Michael Turner und zwei Field Goals von Kicker Jason Elam eine sichere 27:6-Führung herausgespielt, ehe Deuce McAllister auf 13:27 verkürzte.

"Wir müssen aufhören, ständig von uns als Überraschung zu reden", beschwerte sich Safety Lawyer Milloy. "Wir Spieler hatten immer das Gefühl, eine Chance zu haben."

Lance Moores TD-Catch in der Schlusssekunde war nur noch Ergebnis-Kosmetik.

New York Jets - St. Louis Rams

Eine derbe Klatsche mussten die St. Louis Rams verkraften. Die Mannschaft von Coach Jim Haslett ging bei den New York Jets mit 3:47 unter.

Überragender Akteur auf Seiten der Jets war Thomas Jones mit drei Touchdowns und insgesamt 149 Yards Raumgewinn. Zudem überzeugte auch New Yorks Defensive, die fünf Turnover der Gäste forcierte. Die Jets schlugen daraus Profit und erzielten 27 Punkte durch die Ballverluste.

Quarterback Brett Favre, der "nur" auf einen Touchdown-Pass und 167 Yards Raumgewinn kam, erlebte einen ruhigen Abend. "Es hat schon sehr viel Spaß gemacht", sagte Favre grinsend, und fügte hinzu: "Es zeigt nur, zu was diese Mannschaft fähig ist."

Mit dem 44-Punkte-Unterschied setzen die Jets und Rams einen neuen NFL-Rekord. Noch nie zuvor gab es einen so großen Abstand zwischen zwei Teams am Ende eines Spiel.

"Es war grausam, eine richtige Demütigung", zeigte sich Rams-Guard Richie Incognito niedergeschlagen.

Houston Texans - Baltimore Ravens

Eine deutliche Niederlage kassierten auch die Houston Texans gegen die Baltimore Ravens. Angeführt von Rookie-Quarterback Joe Flacco setzten sich die Gäste in der vom zweiten Spieltag nachgeholten Partie im Reliant Stadium mit 41:13 durch.

Die Partie musste Mitte September wegen den Schäden, die Hurrikan Ike an der Arena hinterlassen hatte, verlegt werden.

Flacco warf zwei Touchdown-Pässe und brachte 15 seiner 23 Anspiele an den Mann. Beim Spielstand von 27:13 Mitte des letzten Viertels durfte sich der Quarterback sogar auf der Bank ausruhen.

Backup Troy Smith spielte die Partie für ihn zu Ende. Mit seinem einzigen Pass des Abends gelang ihm sogar noch ein Touchdown, als er Todd Heap in der Endzone bediente.

Auf Seiten der Texans erwischte der für den verletzten Matt Schaub aufgelaufene Sage Rosenfels einen rabenschwarzen Abend. Der Ersatzmann warf vier Interceptions.

Mit einer Bilanz von 3:6 stehen die Chancen auf die erste Playoff-Teilnahme der Texans äußerst schlecht. Sie liegen hinter Tennessee, Indianapolis und Jacksonville auf dem letzten Platz der AFC South.

Die Ravens hingegen kämpfen mit sechs Siegen bei drei Niederlagen mit den bilanzgleichen Pittsburgh Steelers (20:24-Pleite gegen die Indianapolis Colts) um Rang eins in der AFC North.

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