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Rex Ryan war vor seinem Jets-Engagement 2009 zehn Jahre im Trainerstab von Baltimore © getty

Eine Affäre um schlüpfrige Privat-Videos liefert Rex Ryan Hohn und Spott aus - nicht die erste skurrile Geschichte um das Team.

Von Martin Hoffmann

München - Ihr Trainer wurde öffentlich von seiner Mutter gemaßregelt, weil er in einer Reality-Doku vor der Saison zu oft das F-Wort benutzte.

Ihre Spieler waren Gegenstand einer Untersuchung, weil sich eine Reporterin in ihrer Kabine durch ihr Macho-Gehabe belästigt fühlte.

Ihr Konditionstrainer Sal Alosi ist auf unbestimmte Zeit gesperrt worden, weil er einem Spieler der Miami Dolphins während eines Spiels ein Bein stellte.

Die New York Jets waren in dieser NFL-Saison schon für allerlei skurrile Randgeschichten gut. Die neueste übertrifft in dieser Hinsicht aber noch einmal alles (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Wieder ein F-Wort

Wieder geht es um Rex Ryan, den schwergewichtigen Coach der Jets. Und wieder geht es um ein F-Wort.

Der Trainer musste sich bei der jüngsten Pressekonferenz vor dem Spiel bei den Chicago Bears am Sonntag allerhand unangenehmen Fragen stellen.

Fragen, die nicht um das Spiel kreisten - sondern um Fußfetisch-Videos.

Pikante Videos von "ihaveprettyfeet"

Eine US-Sportseite war in den Weiten des Netzes auf Filmmaterial gestoßen, das eine Frau zeigt, bei der es sich offensichtlich um Ryans Ehefrau Michelle handelt - gefilmt von einem Kameramann, dessen Stimme stark nach der ihres Mannes klingt.

Es handelt sich um Videos, die auf der Website YouTube gepostet wurden - von einem User mit dem passenden Namen 'ihaveprettyfeet' - und sich von dort aus weiter verbreitet haben.

Und in denen die Füße der Hauptperson recht suggestiv und schlüpfrig in Szene gesetzt sind.

Ein Verstoß gegen den Kodex?

Im Kern nicht mehr als ein Privatvergnügen.

Allerdings gilt in der NFL ein sehr breit interpretierbarer Verhaltenskodex, der bei jeder derartigen Angelegenheit die Frage aufwirft: Leitet die Liga nun Ermittlungen ein?

"Er ahnt, dass die Sache untersucht wird", hieß es aus Ryans Umfeld. Aber die NFL tut Ryan offenbar den Gefallen, der Sache nicht weiter nachzugehen.

"Eine persönliche Angelegenheit"

"Wir betrachten es als persönliche Angelegenheit", ließ Liga-Sprecher Greg Aiello bei "ESPN" wissen.

Mit demselben Hinweis bügelte Ryan auch jede Journalistenfrage zum Thema ab: "Ich weiß, es ist euer Job, dieses Zeug zu fragen. Aber es ist eine Privatsache und ich werde nicht darüber reden. Okay?"

Vor Hohn und Spott bewahrt Ryan das nicht.

Zeitungen spotten über "FootGate"

US-Zeitungen schreiben in Anspielung auf die Watergate-Affäre von "FootGate" oder dem "Fußfetisch-Fiasko".

Eine Website, die selbst ihr Geld mit schlüpfrigen Videos verdient, würdigt Ryan ironisch als "Tarantino of Tootsies" (tootsies = Füßchen).

Wobei sich womöglich zumindest ein berühmtes Lästermaul zum Thema zurückhalten wird: Late-Night-Talk-Ikone Jay Leno, die sich in ihrer Show selbst einmal als Fußfetischist geoutet hat.

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