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Rex Ryan begann seine NFL-Trainerkarriere 1994 bei den Arizona Cardinals © getty

Im Wildcard-Playoff zwischen Indianapolis und den New York Jets kommt es erneut zum Aufeinandertreffer der beiden Masterminds.

Von Eric Böhm

München - Rex Ryan hat während seiner gesamten Coaching-Karriere in der NFL für jede noch so ausgeklügelte Offensive ein Gegenmittel gefunden ? bis auf eine.

Peyton Manning deckte in den sechs Aufeinandertreffen mit Ryans Verteidigungen jede Schwachstelle mit chirurgischer Präzision auf.

Das Schicksal hat dem impulsiven Jets-Trainer in den Playoffs erneut die Indianapolis Colts (So., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+)und seinen Angstgegner beschert.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Diesmal ist es persönlich", erklärt Ryan. Der Stachel des letzten AFC-Finales sitzt immer noch tief, als Manning sein Team an den Jets vorbei in den Super Bowl führte. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Habe Respekt vor ihm"

Ryans zunehmende Frustration ist in diesem Fall nachvollziehbar.

Denn der Spielmacher warf in den bisherigen Duellen gegeneinander über 1500 Yards und zwölf Touchdowns.

Die einzige Niederlage setzte es gegen Ende der letzten Saison, als die Colts ihren Star im dritten Viertel auswechselten, um ihn für die Playoffs zu schonen.

"Ich habe großen Respekt vor ihm. Aber ich weiß, dass ich ihn eines Tages bezwingen werde, hoffentlich am Samstag", gibt sich der Coach gewohnt kämpferisch.

Sanchez ist fit

Auch seine Spieler haben die bittere Pleite aus der letzten Saison nicht vergessen und wollen Revanche.

"Das Championship-Game zu verlieren war ein schlimmes Gefühl. Wir wollen auf jeden Fall Rache", sagt Guard Brandon Moore stellvertretend für die 32 Spieler, die schon im letzten Jahr dabei waren.

Die New Yorker können immerhin wieder auf Mark Sanchez zurückgreifen. Der Quarterback hat seine Schulterverletzung vollständig auskuriert.

"Ich fühle mich gut und bin bereit", bestätigt der 24-Jährige.

Gute Chance für die Jets

Dabei werden den Jets durchaus Chancen eingeräumt, denn Manning und die Colts spielten eine äußerst durchwachsene Saison.

Schließlich benötigte die Truppe von Head Coach Jim Caldwell gegen die Tennessee Titans ein Last-Minute-Field-Goal, um überhaupt in die Playoffs einzuziehen.

Obwohl Manning mit seinen Pässen 4.700 Yards Raumgewinn erzielte, wurde er für die insgesamt 17 Interceptions sehr hart kritisiert.

Die Verletzungen der wichtigen Anspielstationen Dallas Clark und Austin Collie und das notorische schwache Laufspiel machten es dem elfmaligen Pro Bowler auch nicht leichter.

"Sind einfach konstant"

Dennoch stellte Indianapolis mit der neunten Playoff-Teilnahme in Serie den NFL-Rekord der Dallas Cowboys ein.

"Wir sind einfach konstant. Wir wollen jede Woche und jedes Jahr unsere Leistung abrufen", sagt Manning.

Ryan sucht die Zauberformel

Für beide Teams wird es darauf ankommen den gegnerischen Spielmacher unter Druck zu setzen.

Der AFC-Champion setzt dabei auf die beiden starken Defensive Ends Dwight Freeney und Robert Mathis

Auf der anderen Seite wird Rex Ryan versuchen, endlich die richtige Formel zu finden.

"Du kannst ihn nicht stoppen, du kannst lediglich versuchen ihn im Zaum zu halten und Fehler zu provozieren", stellt der Coach die Marschroute klar.

Seattle Seahawks - New Orleans Saints (Sa., 22.30 Uhr)

Im ersten Wildcard-Playoff der NFC sind die Rollen eigentlich klar verteilt.

Der amtierende Super-Bowl-Champion aus New Orleans ist in Seattle (Sa., ab 22.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) der haushohe Favorit. Schließlich sind die Seahawks der erste Divisionsmeister mit einer negativen Bilanz in der NFL-Geschichte.

Dennoch könnte es ein wesentlich engeres Spiel werden, als die Buchmacher in Las Vegas vermuten. Denn bei den Saints gibt es auch Probleme.

Bush is back

Mit Chris Ivory und Pierre Thomas fallen die beiden besten Running Backs aus.

"Das ist wirklich hart. Sie sind beide sehr effektiv und physisch stark", klagt Drew Brees.

So wird ein fast vergessener Star ins Rampenlicht zurückkehren.

Immer wieder bremsten den ehemaligen College-Star Verletzungen, und er konnte die hohen Erwartungen nie erfüllen.

Doch jetzt ist seine Chance gekommen. Seinen letzten großen Auftritt als Runner hatte Bush in der Saison 2007 ausgerechnet in Seattle, als er 97 Yards erlief.

"Ich freue mich darauf. Ich bin bereit und will zeigen, was ich drauf habe", sagt Bush.

Hasselbecks Abschiedsvorstellung?

Bei den Gastgebern wird sein ehemaliger College-Coach Pete Carroll wieder auf Matt Hasselbeck vertrauen.

Der Routinier verpasste das entscheidende Spiel der regulären Saison gegen St. Louis wegen einer Hüftverletzung.

Außerdem läuft Hasselbecks Vertrag mit den Seahawks nach der Saison aus, sodass der Spielmacher nach zehn Jahren seine Abschiedsvorstellung geben könnte.

"Wir hatten dieses Jahr viele Ballverluste. Du weißt nie, wann deine Zeit abgelaufen ist. Aber ich freue mich auf die Partie", gibt sich der 35-Jährige locker.

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