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Al Davis begann seine Karriere 1950 als Trainer am Adelphi College © getty

Der Boss der Oakland Raiders ist eine der markantesten Personen der NFL. Er sagt schon auch mal dem Trainer, was er zu tun hat.

Von Felix Götz

München/Oakland - Er ist 79 Jahre alt, aber kein bisschen müde: Al Davis, der Mehrheitseigner der Oakland Raiders sorgt mit seiner Art immer wieder für kollektives Kopfschütteln - innerhalb und außerhalb seines Klubs.

Davis wurde in den vergangenen 30 Jahren zu einer NFL-Legende, auch, oder gerade weil er öfters Dinge tut, die Fans, Spielern und vor allem Trainern die Zornesröte ins Gesicht treibt.

So kam es schon vor, dass Davis auf der Tribüne sitzend erkannt haben wollte, was zu tun ist und über Telefon dem Head Coach die Spielzüge vorgegeben hatte.

Davis beschimpft Kiffin

Der letzte Trainer, den Davis auf unschöne Art und Weise vor die Tür setzte, war Lane Kiffin, den er zuvor noch selbst als goldrichtige Verpflichtung angepriesen hatte.

Nach einem monatelangen Wortgefecht, das sich die beiden über die Medien lieferten, soll der Raiders-Boss dem Trainer ein unterschriftsfertiges Rücktrittsgesuch nach Hause geschickt haben.

Kiffin lehnte ab, wurde aber bald darauf trotzdem per Telefon gefeuert und dann, wieder über die Medien, von Davis übel beschimpft und als Lügner abgestempelt.

Unberechenbar und launisch

Als "Interimscoach" wurde mit Tom Cable pikanterweise ein guter Freund von Kiffin verpflichtet.

Und auch Cable musste schnell die Erfahrung machen, wie unberechenbar und bisweilen launisch sein Vorgesetzter reagiert.

Mit Cornerback DeAngelo Hall, einem der wichtigsten Spieler bei den Raiders, kündigte der exzentrische Davis ohne große Absprachen den Vertrag.

Der Raiders-Boss machte Hall für die sportliche Misere verantwortlich. Das Problem: Hall ist Verteidiger, die Hauptprobleme bei Oakland waren allerdings in der Offensive leicht auszumachen.

Ein trauriges Bild

Die goldenen Zeiten der Oakland Raiders sind Geschichte - und damit auch die erfolgreichen Zeiten von Davis persönlich.

Der ehemalige Commissioner der American Football League gewann mit den Raiders drei Mal den Superbowl, aber aktuell gibt die Mannschaft mit zwei Siegen bei sieben Niederlagen ein trauriges Bild ab.

Zuletzt verlor Oakland mit 6:17 gegen die Carolina Panthers, davor setzte es eine herbe 0:24-Klatsche gegen die Atlanta Falcons. (Zum Datencenter: Ergebnisse und Tabellen)

Davis' Art nicht zeitgemäß

Die Mannschaft zerbrach zuletzt in ihre Einzelteile, was auch dazu führt, dass immer weniger Zuschauer ins Stadion kommen.

Vielleicht auch deshalb, weil die knallharte Art von Davis einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Der alte Coach Kiffin wartet übrigens immer noch vergebens auf ausstehende Gehaltszahlungen von 2,6 Millionen Dollar.

Davis verklagt die NFL

Davis sieht keinen Grund, das Geld zu überweisen. Deshalb hat sich Kiffin in seiner Verzweiflung an die Liga gewannt und sie um Hilfe gebeten.

Aber selbst die Liga legt sich ungern mit Davis an. Dort erinnert man sich noch zu gut an die Achtziger, als die NFL Davis und seinem Verein den Umzug nach Los Angeles verbieten wollte.

Davis zerrte die Liga vor Gericht und bekam Recht.

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