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Benjamin Obomanu (m.) spielt seit 2006 für die Seahawks © getty

Seattle schafft in den Wildcard-Playoffs zu Hause gegen die New Orleans Saints die Überraschung. Die Jets eliminieren Indy.

Von Eric Böhm

München - Im ersten Wildcard-Playoff der NFL haben die Seattle Seahawks die Sensation geschafft.

Gegen Titelverteidiger New Orleans Saints gelang dem Meister der NFC West ein 41:36 (24:20)-Erfolg.

Das erste Team der NFL-Geschichte, das mit negativer Bilanz in die Playoffs eingezogen war, hatte in Matt Hasselbeck seinen Matchwinner. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Der in dieser Saison viel kritisierte Spielmacher zeigte mit 272 Yards und vier Touchdowns eine Glanzleistung. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Saints schnell vorn

Dabei lief zunächst scheinbar alles nach Plan.

Die Saints, die ohne ihre beiden besten Running Back Chris Ivory und Pierre Thomas antreten mussten, verließen sich auf den Arm von Drew Brees.

Folgerichtig dirigierte der Spielmacher seine Offensive zu einer schnellen 10:0-Führung.

Dann übernahmen die Gastgeber jedoch immer mehr das Kommando und Hasselbeck bediente zweimal John Carlson und einmal Brandon Stockley auf dem Weg zu einem 24:20-Halbzeitvorsprung.

Hasselbeck-Gala

Angetrieben von dem traditionell fanatischen Publikum, setzte Hasselbeck nach der Pause noch eins drauf, und Mike Williams erfing Touchdown Nummer vier.

"Ich nehme an, die Leute werden sagen, dass die Saints diese und jene Fehler gemacht. Das ist uns aber egal. Wir wissen was wir können", sagte Receiver Williams.

Sein Quarterback, der den Gewinn des Divisionstitels noch von außen verfolgen musste, hob die Teamleistung hervor.

"Jeder hat einen Teil zu diesem Erfolg beigetragen. Es war ein fantastisches Gefühl", zeigte sich Hasselbeck euphorisch.

Lynch liefert das Highlight

Das Highlight der Partie lieferte aber Running Back Marshawn Lynch im letzten Viertel.

Nach zwei guten Drives hatten die Saints plötzlich wieder auf 30:34 verkürzen können, als Lynch einen 67-Yard-Lauf zündete und das Spiel entschied.

"Das war eines der unglaublichsten Plays, das ich je gesehen habe", sagte Seahawks-Linebacker Aaron Curry.

Lynch hatte bei dem längsten Lauf in Seattles Playoff-Geschichte gefühlte 15 Tackles durchbrochen.

Katerstimmung bei den Saints

Bei den Saints war dagegen Katerstimmung angesagt.

"Es ist enttäuschend. Wir haben einfach nicht genug investiert, um das Spiel zu gewinnen", analysierte Saints-Coach Sean Payton.

Ex-Seahawk Julius Jones und Reggie Bush waren nicht in der Lage ein effektives Laufspiel zu generieren, sodass Brees insgesamt 60 Passversuche nehmen musste.

Indianapolis Colts - New York Jets 16:17

Auch in der AFC gab es zum Playoff-Auftakt gleich eine zumindest kleine Überraschung.

Im Rematch des letztjährigen AFC-Finales setzten sich die New York Jets in einem echten Thriller gegen die Indianapolis Colts mit 17:16 (0:7) durch und revanchierten sich für die Niederlage im letzten Jahr.

Kicker Nick Folk erzielte mit auslaufender Spielzeit das entscheidende Field Goal

Zuvor waren die Gastgeber ihrerseits knapp eine Minute vor dem Ende mit einem 50-Yard-Treffer von Adam Vinatieri in Führung gegangen.

Tomlinson stark

Die Jets kontrollierten das Spiel, trotz Halbzeitrückstandes, dank ihres Laufspiels und hielten so Peyton Manning an der Seitenlinie.

Denn neben Nick Folk war LaDainian Tomlinson der Matchwinner für das Team aus dem "Big Apple".

Der in San Diego aussortierte Star-Runner erlief 82 Yards und zwei Touchdowns.

"Es ist ein aufregender, emotionaler Sieg. Wir wussten es würde ein harter Kampf werden", meinte Tomlinson.

Ryan euphorisch

Colts-Spielmacher Peyton Manning (225 Yards, ein Touchdown) spielte mit Rex Ryans Verteidigung zwar erneut Katz und Maus, aber zweimal gelangen den Colts aus aussichtsreicher Position nur Field Goals anstatt Touchdowns.

"Wenn du in letzter Sekunde verlierst, ist das immer bitter. Es tut richtig weh", zeigte sich Manning enttäuscht.

Jets-Coach Rex Ryan war dagegen nach dem Sieg gegen seinen Angstgegner in Hochstimmung.

"Ich fühle mich grandios. Wir haben gegen ein großartiges Team gewonnen. Ich bin dankbar, dass ich Peyton Manning endlich besiegt habe", sagte Ryan.

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