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Matt Ryan (l., mit Roddy White) spielte an der Universität für die Boston College Eagles © getty

Die Atlanta Falcons haben sich nach dem Vick-Skandal erfolgreich neu aufgebaut. Gegen Green Bay winkt das NFC-Finale.

Von Eric Böhm

München - Der 25. April 2007 hat für die Atlanta Falcons eine schicksalhafte Bedeutung erlangt.

An diesem Tag fanden Beamte auf einem Grundstück im US-Bundesstaat Virginia eine Anlage für Hundekämpfe, und für den damaligen Falcons-Star Michael Vick begann die wohl schwärzeste Zeit seines Lebens.

Damals ahnte noch niemand, dass für Vicks damaliges Team eine neue Ära anbrechen würde. Fast vier Jahre später steht mit dem Divisional-Playoff gegen die Green Bay Packers (So., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung an.

Damit hätten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Denn nach dem Geständnis ihres ehemaligen Spielmachers standen auch die Falcons vor dem Nichts. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Dimitroff als Retter

Der neue Coach Bobby Petrino flüchtete nach 13 Spielen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zur Universität von Arkansas nach Fayetteville und hinterließ einen Scherbenhaufen.

Die Rettung für das Team aus Georgia erschien in der Gestalt von Thomas Dimitroff.

Dem ehemaligen Scout der New England Patriots gelang mit der Verpflichtung des zuvor relativ unbekannten Assistenztrainers Mike Smith ein Volltreffer.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Zusammen bauten sie um den an Nummer drei gedrafteten Spielmacher Matt Ryan ein völlig neues Team auf.

Patriots-Prinzip funktioniert

2008 erreichte das Team mit Ryan als Rookie des Jahres gleich die Playoffs. 2009 gelang zum ersten Mal seit 1966 eine weitere Winning-Season.

In den letzten beiden Jahren kümmerte sich Dimitroff verstärkt um die Verteidigung, sodass in dieser Saison der Sprung in die Spitzengruppe der NFL gelang.

"Wir waren defensiv einfach sehr langsam. Das mussten wir ändern", setzte Dimitroff auf das Patriots-Prinzip und holte in den frühen Runden Defensiv-Rookies mit viel Potenzial wie Peria Jerry oder Sean Weatherspoon.

Das Resultat ist, das nur zwei Starter der Falcons-Defensive über 30 sind.

Smith warnt

Gegen die Green Bay Packers wird diese Verteidigung einem echten Härtetest unterzogen.

Schließlich erreichten die Packers während der regulären Saison im Schnitt über 350 Yards Raumgewinn.

Mit Aaron Rodgers haben sie zudem einen Quarterback, der Playoff-Spiele gewinnen kann und aus dem Schatten von Brett Favre zu treten scheint.

"Ich warne aber davor ihr Laufspiel zu unterschätzen", sieht Coach Smith freilich nicht nur in Rodgers den Schlüssel zum Sieg.

Packers wollen Revanche

Im ersten Aufeinandertreffen im November unterlag Green Bay in letzter Sekunde mit 17:20.

"Ich habe keine Lust im Januar in Green Bay zu spielen", sagte damals Falcons-Receiver Roddy White. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt, doch die Packers sind heiß auf die Revanche.

Atlanta will nächsten Schritt

Das junge Falcons-Team wird sich aber nicht kampflos beugen.

Ein Sieg gegen die Bezwinger von Vick bringt Atlanta in sein erstes NFC-Championship-Game seit 2004 bringen und wäre der nächste Entwicklungsschritt.

Spätestens dann wird der 25. April 2007 nicht mehr als schwarzer Tag sondern auch als Glücksfall in die Falcons-Geschichte eingehen.

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