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Aaron Rodgers wurde im letzten Jahr in den Pro Bowl gewählt © getty

Aaron Rodgers will seine Green Bay Packers im NFC-Finale bei den Bears in den Super Bowl führen. Sogar Brett Favre ist angetan.

Von Eric Böhm

München - Aaron Rodgers ist es gewohnt sich hinten anzustellen.

Kein großes College-Team wollte ihn haben. Nach einer herausragenden Karriere für die California Golden Bears in Berkeley wurde der Spielmacher erst an 24. Stelle gedraftet.

In Green Bay stand er dann lange im Schatten eines der größten Quarterbacks aller Zeiten. Selbst seine großartigen Playoff-Leistungen wurden in der Öffentlichkeit kaum gewürdigt. Die Schlagzeilen bestimmten Sanchez oder Roethlisberger.

Sollte Rodgers die Packers aber im NFC-Finale bei den Chicago Bears (So., ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) in den Super Bowl führen, ist ihm das Rampenlicht auf der ganz großen Bühne sicher. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Coming-Out gegen die Falcons

Dabei lieferte er gegen Matt Ryan und die Atlanta Falcons schon eine des Super Bowls würdige Vorstellung ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Rodgers erwarf 366 Yards und verfehlte nur fünf Würfe, eine Präzision, die selbst sein früherer Teamkollege Brett Favre nicht besser hinbekommen hätte.

Die Packers-Legende ist voll des Lobes über seinen Nachfolger.

"Aaron ist der beste Quarterback in den Playoffs. Ich glaube die Packers holen den Titel", sagte Favre gegenüber "espn".

Rodgers erinnert an Brady

Im Duell mit dem Erzrivalen fühlt sich Rodgers wohl, hat er doch vier seiner sechs Spiele gegen die Bears gewinnen können.

In seinen letzten neun Spielen erzielte der 27-Jährige 22 Touchdowns und leistete sich nur zwei Interceptions.

"Er spielt momentan fantastisch. Seine Übersicht ist herausragend" meint Center Scott Wells.

Der Kalifornier erinnert mit seiner Coolness durchaus an den Tom Brady der Saison 2001, der die Patriots damals zum Super Bowl führte.

McCarthy hat Respekt

Die Packers könnten das zweite Team der NFL-Geschichte werden, dass als Nummer sechs in den Super Bowl einzieht. Bisher schafften dies nur die Pittsburgh Steelers in der Saison 2005.

In Chicago erwartet die Truppe von Head Coach Mike McCarthy allerdings eine harte Nuss.

"Ich glaube, sie sind die beste Verteidigung gegen die wir bisher antreten mussten. Sie haben sich im Vergleich zu den beiden ersten Spielen enorm weiterentwickelt" zollte McCarthy dem Gegner Respekt.

Drei der letzten vier Gastspiele im Soldier Field verlor Green Bay. In den beiden bisherigen Aufeinandertreffen dieser Saison gewann jeweils der Gastgeber.

Smith lobt Cutler

Die Bears setzen dagegen auf ihren jungen Quarterback Jay Cutler.

Nach einer grauenvollen Saison mit 26 Interceptions, hat sich Cutler in diesem Jahr stabilisiert und egalisierte gegen die Seahawks mit jeweils zwei erlaufenen und erworfenen Touchdowns den Playoff-Rekord des legendären Otto Graham.

"Wir sind mit ihm gut aufgestellt. Er hat sich weiterentwickelt und trifft gute Entscheidungen", sagte Bears-Coach Lovie Smith.

Obama fiebert mit

Um die NFC-Championship ging es in der ältesten Rivalität der NFL zum letzten Mal 1941. Damals gewann Chicago mit 33:14.

Gegen eine Wiederholung hätten sie in der "Windy City" mit Sicherheit nichts einzuwenden. Im Falle eines Sieges hat schließlich sogar Präsident Obama einen Besuch beim Super Bowl angekündigt, um sein Team zu unterstützen.

"Es wird ein knochenhartes Spiel. Denn wir mögen uns überhaupt nicht", stimmte Smith die Fans gebührend auf den Kracher ein.

Eines ist jedenfalls sicher: Die private Freundschaft zwischen Rodgers und Cutler wird am Sonntag ruhen.

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