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Mark Sanchez (r.) wurde 2009 in das NFL All-Rookie-Team gewählt © getty

Der Quarterback lässt die Jets vor der Reise nach Pittsburgh träumen. Die Steelers sind ratlos und fürchten einen Ex-Kollegen.

Von Marcus Giebel

München - Playoff-Zeit ist Sanchez-Zeit.

Das sollen im AFC-Finale auch die Pittsburgh Steelers zu spüren bekommen, wenn die New York Jets im Heinz Field (Mo., ab 0.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) gastieren.

Denn Jets-Quarterback Mark Sanchez ist rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Saison wieder in Top-Form. So räumte er nacheinander die Indianapolis Colts und die New England Patriots aus dem Weg.

Schon im Vorjahr hatte er sein Team zu zwei Auswärtssiegen in der Post Season geführt. Entsprechend ist Coach Rex Ryan von den starken Vorstellungen des 24-Jährigen nicht überrascht: "Je größer die Bühne ist, desto mehr liebt er das Spiel und ragt heraus. So ist Mark." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Ein Sieg - zwei Rekorde

Die Motivation für eine Wiederholung des Regular-Season-Erfolges in Pittsburgh dürfte besonders groß sein, winken Sanchez doch gleich zwei Einträge im Geschichtsbuch.

Er wäre der erste Quarterback, der in den Playoffs fünfmal auswärts triumphiert hat, und würde sein Team als fünfter Spielmacher überhaupt schon in einem seiner ersten beiden NFL-Jahre in den Super Bowl führen. (DATENCENTER: Die Conference Championships)

Davon lässt sich Sanchez jedoch nicht beeinflussen: "Das kannst du zwar deinen Enkelkindern erzählen, aber diese Siege sind für uns alle. Das gesamte Team hat die Colts geschlagen und danach die Pats. Das ist ein toller Erfolg, aber es soll nicht in Pittsburgh enden."

Holmes und der Schlag ins Gesicht

Ein weiterer Faktor für den ersten Super Bowl mit Jets-Beteiligung seit dem Triumph vor 42 Jahren könnte Santonio Holmes werden.

Der Wide Receiver war 2009 beim Erfolg der Pittsburgh Steelers noch zum MVP des NFL-Finals gewählt, im vergangenen April jedoch wegen Fehltritten abseits des Platzes nach New York getradet worden.

"Wenn wir den Super Bowl gewinnen, wäre es ein Schlag ins Gesicht für sie. Aber aktuell kümmert mich meine Vergangenheit nicht", wirft Holmes schon mal den ersten Stein. Spuren hat er in Pittsburgh auf jeden Fall hinterlassen.

Roethlisberger unentschlossen

Steelers-Safety Troy Polamalu, der trotz Achillessehnenproblemen dabei sein wird, bedauert den Abgang des 26-Jährigen noch immer: "Bei einem Team wie Indianapolis würde er im Jahr mehr als 2000 Yards erzielen."

Während Polamalu und seine Nebenleute Sanchez und Holmes stoppen müssen, steht Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger in seinem vierten Conference-Finale binnen sieben Jahren vor einer ganz anderen Herausforderung.

"Die Jets-Defense hat mit Peyton Manning und Tom Brady die beiden besten Quarterbacks auf deren Feld geschlagen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten werde", gibt sich "Big Ben" ungewohnt zurückhaltend.

Edwards will "Big Ben" streichen

Für den 28-Jährigen spricht die Erfahrung - er führte Pittsburgh zu zwei der sechs Super-Bowl-Erfolge. Zudem waren die Jacksonville Jaguars vor vier Jahren das bis heute einzige Team, das in einer Saison zweimal die Steelers-Heimat erobert hat.

Dennoch sehen sich die Jets nicht als Außenseiter. "'Big Ben' ist der nächste auf unserer Liste", tönt etwa Wide Receiver Braylon Edwards.

Damit hätten die Jets nacheinander die drei AFC-Granden aus dem Super-Bowl-Rennen geworfen - in den vergangenen sieben Jahren teilten die Colts, die Pats und die Steelers die Reisen zum großen Finale unter sich auf.

Backup adelt Sanchez

Ob sich das 2011 ändert? Zumindest eines hat die Post Season unterstrichen: Der Name Mark Sanchez gehört durchaus in eine Kategorie mit Peyton Manning, Tom Brady und Ben Roethlisberger.

Sanchez' Backup Mark Brunell prophezeit dem Senkrechtstarter eine große Zukunft: "Er wird noch viel besser. Wir sehen einen jungen Sanchez, der zu einem der besten Quarterbacks der NFL-Geschichte werden kann. Auch wenn es jetzt noch nicht gewürdigt wird, irgendwann werden es alle erkennen."

Möglicherweise schon am 6. Februar, wenn im Cowboys Stadium der Super Bowl XLV ansteht.

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