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Troy Polamalu spielt seit 2003 für die Pittsburgh Steelers © imago

Vor den beiden Championship Games blickt SPORT1 auf Troy Polamalu und andere Schlüsselspieler abseits der üblichen Verdächtigen.

Von Eric Böhm

München - Troy Polamalu hat in seiner Karriere mit den Pittsburgh Steelers schon zwei Super Bowls gewonnen, stand sechsmal im Pro Bowl und wurde sogar ins NFL-All-Decade-Team gewählt.

Dennoch wird der Safety, der in Anlehnung an einen Zeichentrick-Charakter "Tasmanischer Teufel" genannt wird, in der öffentlichen Wahrnehmung häufig auf sein wallendes, mit einer Million Dollar versichertes Haupthaar reduziert. (DATENCENTER: Die Conference Championships)

Dabei ist Polamalu für viele NFL-Experten der wichtigste Verteidiger in der Linebacker-Stadt Pittsburgh.

Denn gerade in den wichtigen Spielen wirbelt er ähnlich wie sein Comic-Pendant über den Platz und bringt die gegnerischen Quarterbacks reihenweise zur Verzweiflung.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Nächster großer Auftritt?

So auch im AFC-Finale 2009. Damals fing er gegen die Baltimore Ravens einen Pass von Joe Flacco ab und brachte die Steelers mit seinem Touchdown in den Super Bowl.

Gegen die New York Jets ist Polamalus Instinkt wieder gefragt. Seine Achillessehnenprobleme hat er rechtzeitig auskuriert.

Vor den beiden Championship Games (So., ab 21.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) blickt SPORT1 auf weitere Schlüsselspieler, jenseits der üblichen Verdächtigen:

Devin Hester (Chicago Bears), Return-Spezialist

Den Special Teams kommt in ausgeglichenen Playoff-Spielen häufig eine besondere Bedeutung zu.

Die Chicago Bears halten dabei im NFC-Finale gegen die Green Bay Packers einen besonderen Trumpf in den Händen: Einen Mann, der so schnell ist, dass er als erster Footballspieler der Geschichte den Geschwindigkeits-Wert "100" bei der berühmten "Madden"-Videospielserie bekam.

Seit 2006 gelangen Devin Hester insgesamt 14 Kickoff- oder Punt-Return-Touchdowns. Damit ist Hester - Spitzname: "Sugar Foot" - nach nur fünf Jahren in der NFL bereits der Rekordhalter.

Im September trug er gegen die Packers bereits einen Punt 62 Yards zurück. Green Bay ist also gewarnt.

Clay Matthews (Green Bay Packers), Linebacker

Wie die Playoff-Stars Polamalu oder Mark Sanchez spielte auch Clay Matthews - vollständiger Name: Clay Matthews III - für den jetzigen Seahawks-Coach Pete Carroll an der University of Southern California.

Der "Third-Generation-Footballer" - auch Vater, Großvater und diverse andere Familienmitglieder spielten in der NFL - ist es also gewohnt, unter Druck seine Leistung abzurufen.

Seine Spezialität ist es den gegnerischen Spielmacher in die Mangel zu nehmen. Matthews verzeichnete in der abgelaufenen Spielzeit 13,5 Sacks - der viertbeste Wert der Liga.

"Green Clay Sacker" war deshalb kürzlich auch weit vorne bei einem Spitznamen-Wettbewerb, den Matthews auf seiner Facebook-Seite ausschrieb. Am besten aber gefiel Matthews der Ehrentitel "Secretary of Defense".

Bears-Spielmacher Jay Cutler wird sich vor dem "Verteidigungsminister" hüten müssen.

D'Brickashaw Ferguson (New York Jets), Offensive Lineman

Bei den Jets drehte sich in den vergangenen Wochen alles um Mark Sanchez. Der Quarterback hat mit zwei vorzüglichen Auftritten einen großen Anteil an den Playoff-Erfolgen der Jets.

Mitverantwortlich dafür ist D'Brickashaw Ferguson, der als Bodyguard für den Spielmacher auf Sanchez' "Blind Side" steht.

Der vierte Pick des NFL-Drafts 2006 - dessen lyrischer Vorname dem Hauptcharakter der "Dornenvögel" angelehnt ist - hat in seiner Karriere bisher jedes Spiel von Beginn an mitgemacht. Der Schwarzgurt-Träger in Karate hält seinem Quarterback im wahrsten Sinn des Wortes den Rücken frei.

Gegen Pittsburghs "Steel Curtain" wird das besonders wichtig sein.

Mike Wallace (Pittsburgh Steelers), Wide Receiver

Mike Wallace ist bei den Pittsburgh Steelers die Entdeckung der Saison. Der superschnelle Receiver fing in dieser Saison zehn Touchdowns und erzielte über 1200 Yards Raumgewinn.

Keine Rede ist mehr von dem spöttischen Beinamen "One Trick Pony", den ihm Coach Mike Tomlin im Scherz verpasste, weil er bis vor kurzem als "nur" schnell galt.

Ausgerechnet der Trade seines guten Freundes Santonio Holmes öffnete dem 24-Jährigen, der am College für Ole Miss spielte, die Tür in Pittsburghs Startformation.

Diese Chance ließ sich der Big-Play-Spezialist nicht entgehen und führte die AFC mit über 21 Yards pro gefangenem Pass an.

Nun trifft er ausgerechnet auf seinen Freund und Mentor, der seinerseits für die Jets zu einem ganz wichtiger Spieler geworden ist.

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