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Dick LeBeau (r.) spielte insgesamt 14 Jahre für die Detroit Lions © getty

Dom Capers und Dick LeBeau verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Im Super Bowl stehen sich die beiden Abwehr-Genies gegenüber.

Von Eric Böhm

München - In den Tagen vor dem Super Bowl zwischen den Green Bay Packers und den Pittsburgh Steelers (So., ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und Mo., ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) dreht sich alles um die Stars, wie Ben Roethlisberger, Aaron Rodgers oder Hines Ward.

Sie stehen im Scheinwerferlicht, doch am Ende werden die beiden Abwehrformationen den Unterschied zwischen Gewinner und Verlierer ausmachen.

Immerhin treffen im Super Bowl XLV die beiden besten Defensivreihen der NFL aufeinander. (DATENCENTER: Super Bowl XLV)

Dafür zeichnen sich die Verteidigungs-Genies Dom Capers und Dick LeBeau verantwortlich. Die beiden alten Weggefährten haben ein ähnliches Erfolgsrezept. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Renaissance des "Steel Curtain"

Als Dom Capers von 1992 bis 1994 unter Coach Bill Cowher in Pittsburgh die Verteidigung betreute, trainierte Dick LeBeau für ihn die Defensive Backs.

Damals installierten sie gemeinsam die sogenannte 3-4-Defense und begründeten damit die Renaissance des "Steel-Curtain".

In dieser Verteidigung kommen vier Linebacker zum Einsatz und ermöglichen dem jeweiligen Coach eine größere Flexibilität.

Vor dem Eintreffen der beiden Strategen rangierte die Abwehr der Steelers regelmäßig im hinteren Drittel der NFL, und das Team erreichte in sieben Jahren nur einmal die Playoffs. Das änderte sich schlagartig.

Erfinder des "Zone-Blitz"

LeBeau gilt zudem als Erfinder des sogenannten Zone-Blitz. Diese Strategie verschleiert die Aufgaben der einzelnen Abwehrspieler.

Für den gegnerischen Angriff ist es unmöglich vorherzusagen, ob ein Verteidiger den Quarterback attackiert oder sich in die Passverteidigung zurückfallen lässt.

Heute benutzen nahezu alle NFL-Teams Variationen dieses Schemas.

"Es war damals notwendig. Der Angriff wurde immer mehr auf Timing und schnelle Pässe ausgelegt. Ich suchte einen Weg, diesen Rhythmus zu unterbrechen", erklärte LeBeau die Entstehung.

Spieler lieben "Coach Dad"

Nach relativ erfolglosen Ausflügen nach Cincinnati und Buffalo arbeitet der 73-Jährige seit 2004 wieder in Pittsburgh als Defensive Coordinator.

"Dick ist für mich der beste Defensiv-Coach der NFL-Geschichte", sagte einst der frühere Quarterback und heutige TV-Experte Ron Jaworski.

Außerdem lieben ihn seine Spieler und nennen ihn respektvoll "Coach Dad." In diesem Jahr wurde der ehemalige Abwehrspieler sogar in die Hall of Fame aufgenommen.

"Er ist der beste Coach, den ich kenne. Vor allem aber ist er ein besonderer Mensch", meinte der jetzige Steelers-Coach Mike Tomlin.

Kompletter Neuaufbau

Von 1976 bis 1979 arbeitete LeBeau im Übrigen auch einmal für die Green Bay Packers.

Deren Verteidigung wird seit 2009 von LeBeaus altem Kumpel Dom Capers trainiert. Capers war als Head Coach in Carolina und Houston nur mäßig erfolgreich, aber als Defensive Coordinator ist er eine Klasse für sich.

In Green Bay krempelte er sofort die schwache Abwehr komplett um und ließ sogar bisherige Stützen wie Aaron Kampman ziehen.

Stattdessen verpflichtete er im NFL-Draft gezielt junge Spieler wie Clay Matthews oder B.J. Raji, die perfekt in sein System passten.

"Dom ist großartig"

In dieser Saison gestatteten die Packers ihren Gegnern im Schnitt lediglich 15 Punkte. Nur die Steelers sind noch etwas besser.

"Dom und seine Assistenten sind großartig. Sie verbessern das System und die Spieler immer weiter", sagte Head Coach Mike McCarthy.

Speziell für Ben Roethlisberger und Aaron Rodgers dürfte es am Sonntag also ziemlich ungemütlich werden. Das alte Sprichwort "Defense wins Championships" könnte sich erneut bewahrheiten.

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