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Aaron Rodgers wurde im letzten Jahr erstmals in den Pro Bowl gewählt © getty

Aaron Rodgers ist kein typischer NFL-Star. Der Muster-Profi will im Super Bowl den letzen Schritt aus Favres Schatten machen.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Aaron Rodgers ist keiner, der mit extravaganten Outfits, teuren Autos oder markigen Statements auffällt.

Beim traditionellen Media Day vor dem Super Bowl gegen die Pittsburgh Steelers (So., ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und Mo., ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) outete sich der Quarterback der Green Bay Packers gar als "Anti-Roethlisberger". (DATENCENTER: Super Bowl XLV)

"Ich behalte gern meine Routine bei. Deshalb halte ich mich meistens im Hotel auf. Irgendwelche Partys sind nicht so mein Ding", sagte 27-Jährige.

Im Gegensatz zu dem extrovertierten Spielmacher der Steelers liefert Rodgers keine Skandale, gerade deshalb passt er so gut nach Green Bay. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Favre war unantastbar

Dort haben sie den netten Jungen aus der kalifornischen Kleinstadt Chico nach einer gewissen Anlaufzeit ins Herz geschlossen.

Denn in Wisconsin können sie sich ganz besonders mit seiner bodenständigen und bescheidenen Art identifizieren.

Dennoch musste sich Rodgers den Respekt im "Käsestaat" erst verdienen, schließlich hatte er mit Brett Favre die heilige Kuh der Packers-Anhänger vor sich.

Die Legende hatte Green Bay 1996 zum Super Bowl geführt und galt trotz nachlassender Leistungen als unantastbar.

Vom Nobody zum Fanliebling

Ausgerechnet dieser unscheinbare Kalifornier, den im NFL-Draft 2005 ganze 23 Teams nicht haben wollten, wurde dann 2008 von Head Coach Mike McCarthy völlig überraschend zur neuen Nummer eins erklärt und beerbte den großen alten Mann.

"Es war sicher nicht einfach, aber ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Brett", meinte "A-Rod" über diese Zeit.

Seine Leistungen ließen die Fanproteste nach und nach verstummen. Erst seine nette und sympathische Art machte ihn aber zum Liebling der Anhänger.

"Er ist ein sehr ausgeglichener Mensch. Er hat diese gewisse Aura. Das hilft ihm im Umgang mit seinen Kollegen und den Fans", sagte McCarthy einmal über ihn.

"Ich liebe ihn"

Eskapaden und Sex-Skandale wie bei Kontrahent "Big Ben" sind bei ihm unvorstellbar. Seine Coolness erinnert eher an Tom Brady, der ebenfalls aus Kalifornien stammt.

"Ich liebe ihn. Er gibt für sein Team immer alles und hat für jeden Mitspieler ein offenes Ohr", sagte sein bester Receiver Donald Driver.

Die San Francisco 49ers dürften sich schon häufiger gefragt haben, warum sie damals Alex Smith mit dem ersten Pick verpflichteten.

Denn Aaron Rodgers spielte am College für die Califonia Golden Bears in Berkeley, quasi vor ihrer eigenen Haustür.

In den Playoffs noch stärker

Der starke Wurfarm und die große Beweglichkeit waren schon damals seine großen Stärken.

Ihm gelang es als erstem Spielmacher der NFL-Geschichte in seinen ersten beiden Jahren als Starter über 4000 Yards zu erwerfen. In den letzten beiden Jahren führte er die Packers in die Playoffs.

"Er ist sehr präzise und hat eine sehr schnelle Wurfbewegung. Er ist einfach ein sehr starker Quarterback", zollte ihm sogar Steelers-Safety Troy Polamalu in dieser Woche Respekt.

In den Playoffs brachte Green Bays Nummer zwölf bisher herausragende 71 Prozent seiner Pässe an. In der Red Zone blieb er sogar ohne jegliches Fehlanspiel.

Letzter Schritt aus dem Schatten

Am Sonntag will er nun den letzten Schritt aus dem langen Schatten von Favre machen.

Denn selbst vor seinem großen Auftritt holten die Journalisten wieder sein persönliches Damoklesschwert hervor.

"Ich habe Millionen von Fragen über Brett beantwortet. Gerade in dieser Woche möchte ich dazu nichts mehr sagen", wiegelte Rodgers ab.

Sollte dem "Nice Guy" gegen Pittsburgh wirklich der große Wurf gelingen, dann muss er vielleicht auch endlich keine Fragen mehr über den Altmeister beantworten

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