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Shayne Graham vergab sieben Sekunden vor Schluss ein 47-Yard-Field-Goal-Versuch © getty

Erstmals seit sechs Jahren endet ein NFL-Spiel wieder mit einem Unentschieden. Pittsburgh und San Diego sorgen für ein Novum.

Von Rainer Nachtwey

München/Cincinnati - Es gibt Spiele, da möchte man nicht, dass sie enden und ein Team als Verlierer vom Platz geht.

Und es gibt Partien, da sehnt man sich das Ende geradezu herbei und ist davon überzeugt, dass keine Mannschaft den Erfolg verdient hat.

Zu letzterem gehörte die Begegnung des 11. Spieltags zwischen den Cincinnati Bengals und den Philadelphia Eagles. Und diesmal ging keines der beiden Teams als Sieger hervor. Sie hätten es auch nicht wirklich verdient gehabt.

Durch das 13:13 nach Verlängerung sorgten die Klubs für ein Novum in den letzten sechs Jahren. Erstmals seit dem 10. November 2002 endete eine NFL-Begegnung ohne Sieger.

Quarterbacks mit schlechtem Tag

Während an jenem Tag sich Michael Vick auf Seiten der Atlanta Falcons und Tommy Maddox von den Pittsburgh Steelers beim 34:34 ein Quarterback-Duell auf höchstem Niveau lieferten, enttäuschten die beiden Spielmacher Donovan McNabb und Ryan Fitzpatrick komplett.

McNabb leistete sich drei Interceptions, einen Fumble und brachte nur 28 seiner 58 Pässe an den Mann. Fitzpatricks Zahlen von 29 aus 44 lesen sich nur unwesentlich besser.

Sein Kommentar zu dem Spiel brachte es auf den Punkt: "Grausam."

Das passende negative Highlight des 3:46 Stunden dauernden Horror-Marathons war das vergebene Field Goal von Bengals-Kicker Shayne Graham, der sieben Sekunden vor Ende der Partie die Torstangen verfehlte.

McNabb völlig überrascht

Dennoch waren einige Akteure überrascht, dass nach 75 Minuten Spielzeit alles vorbei war. "Ich wusste das gar nicht", sagte McNabb, "ich war noch nie Teil einer Begegnung, die unentschieden geendet ist. Ich wusste nicht einmal, dass das im Regelbuch so festgehalten ist."

Durch das Unentschieden rutscht Philadelphia auf den letzten Platz der NFC East ab (Ergebnisse und Tabellen). "Ich weiß nicht genau, wie sich das auf die Tabelle auswirkt", sagte Coach Andy Reid. "Das einzige, was ich weiß, ist, dass uns dadurch ein Sieg fehlt. Und wir brauchen Siege."

Pittsburgh Steelers vs. San Diego Chargers

Ein Novum bei 12.837 NFL-Spielen gab es in Pittsburgh zu bestaunen. Erstmals in der Geschichte endete eine Partie mit 11:10. Die Steelers bezwangen mit diesem Resultat die San Diego Chargers.

Eine Safety und drei Field Goals führten zu den Punkten der Gastgeber. Die "Bolts" waren durch LaDainian Tomlinsons Touchdown und ein Field Goal von Nate Kadeing mit 7:0 bzw. 10:8 in Führung gegangen.

Für die Gäste aus Kalifornien sorgten vor allem die Witterungsbedingungen für Probleme. Schnee und Windböen ließen die Angriffsmaschinerie der Chargers immer wieder verzweifeln.

"Ich kann nicht sagen, dass uns der Schneefall nicht geholfen hat", gestand Pittsburghs Safety Ryan Clark ein.

Mit einer Bilanz von sieben Erfolgen bei drei Niederlagen (Spielplan) führen die Steelers die AFC North an, San Diego muss nach der sechsten Pleite im zehnten Saisonspiel zittern.

Atlanta Falcons vs. Denver Broncos

Auch weil die Denver Broncos ihr Auswärtsspiel in Atlanta gewannen. Die Truppe aus Colorado besiegte die Falcons mit 24:20 und führt in der AFC West mit zwei Siegen Vorsprung auf die Chargers.

Allerdings durften sich die Broncos bei Atlantas Wide Receiver Roddy White bedanken, der 76 Sekunden vor Schluss einen 45-Yard-Pass von Quarterback Matt Ryan in der Endzone fallen ließ.

"Die Niederlage geht ganz klar auf meine Kappe", sagte White. "Schließlich werde ich dafür bezahlt, solche Pässe zu fangen."

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