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Ben Roethlisberger spielte am College für die Miami Redhawks in Ohio © getty

Green Bay will im Super Bowl gegen Pittsburgh seine lange Durststrecke beenden. "Big Ben" könnte dagegen Geschichte schreiben.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Das lange Warten hat endlich ein Ende.

Zwei lange Wochen nach den Conference Championships stehen sich die Green Bay Packers und die Pittsburgh Steelers in Super Bowl XLV (ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und Mo., ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) gegenüber.

Das große Finale der Football-Saison ist immer ein riesiges Spektakel, doch in diesem Jahr ist es wohl noch ein bisschen größer.

Das liegt aber nicht nur an dem topmodern Cowboys Stadium mit seiner fast schon grotesken Videoleinwand. Schließlich treffen die beiden Traditionsteams schlechthin erstmals im Super Bowl aufeinander. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Green Bay wartet seit '97

Die Packers sind mit insgesamt zwölf NFL-Meisterschaften der Rekordmeister und gewannen die ersten beiden Super Bowls.

Seit 1997 warten sie allerdings auf einen Titel. Damals führte der legendäre Brett Favre die Packers zum Erfolg gegen die New England Patriots. (DATENCENTER: Super Bowl XLV)

Demgegenüber gewann Pittsburgh die meisten Super Bowls überhaupt. Ein Erfolg gegen Green Bay wäre für die Steelers bereits der siebte Erfolg.

Big Ben will Geschichte schreiben

Dann würde sich Pittsburghs Quarterback Ben Roethlisberger mit seinem dritten Titel in sechs Jahren endgültig unsterblich machen. Nur dem großen Joe Montana und Steelers-Legende Terry Bradshaw ist es bisher gelungen vier Titel zu holen.

Es wäre ein perfektes Ende einer alles andere als perfekten Saison. Denn "Big Ben" verpasste wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung die ersten vier Spiele und es stand sogar ein möglicher Tausch im Raum.

Er ist zwar kein Spielmacher, der mit fantastischen Statistiken auf sich aufmerksam macht, aber der 28-Jährige findet immer einen Weg Spiele zu gewinnen.

"Ben ist viel reifer geworden. Er ist der Anführer unseres Teams", sagt Receiver Antwaan Randle El.

Rodgers tritt aus dem Schatten

Sein Kontrahent aufseiten der Packers steht dagegen in seinem ersten Super Bowl. Das ist aber bei weitem nicht der einzige Unterschied zwischen Aaron Rodgers und Roethlisberger.

Rodgers ist ein ruhiger, introvertierter Zeitgenosse, der sich erst in dieser Saison vollständig aus dem Schatten seines Vorgängers Favre befreien konnte.

"Aaron ist jetzt der Quarterback, den wir uns erhofft hatten. Er hat sich zu einem besonderen Spieler entwickelt", meint sein Coach Mike McCarthy.

Er führte die Packers mit überragenden Spielen in den Playoffs zu drei aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen. Auf ihn und seine Top-Receiver Greg Jennings und Donald Driver wird es besonders ankommen.

Stahlharte Abwehr

Denn mit den Pittsburgh Steelers wartet die beste Verteidigung der gesamten NFL auf den wurfstarken Spielmacher.

In Pittsburgh wird Defensive traditionell großgeschrieben. In der abgelaufenen Spielzeit gestatteten die Steelers den Gegnern im Schnitt nur 14,5 Punkte pro Partie und verloren in der gesamten Saison nur zwei Spiele.

Daher ist es keine Überraschung, dass sie mit Troy Polamalu auch den besten Abwehrspieler der Liga in ihren Reihen haben.

"Du musst ihn ständig im Auge behalten, denn er kann zu jedem Zeitpunkt die entscheidende Aktion setzen", sagt Green Bays Jennings über den Safety.

Matthews ist ein Playmaker

Doch auch die Packers-Abwehr kann sich sehen lassen. Der frühere Steelers-Assistent Dom Capers hat in Wisconsin eine ähnliche starke Formation aufgebaut.

Mit Linebacker Clay Matthews und Defensive Tackle B.J. Raji hat Green Bay gleich zwei echte Playmaker in den eigenen Reihen, die Roethlisberger und Co. das Leben schwermachen werden.

Der 153-Kilogramm-Koloss Raji wird mitten im Geschehen auf Pittsburghs Dan Legurski treffen. Denn der Nobody muss mit dem verletzten Center Maurkice Pouncey den wichtigsten Blocker der Steelers ersetzen.

"Zu diesem Spiel passen einfach zwei starke Abwehrreihen. Steelers und Packers stehen einfach für knallharten Football", erwartet Raji kein Spiel für Football-Ästheten.

Das würde auch nicht zu diesen beiden Teams passen.

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