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Aaron Rodgers spielte am College für die Califonia Golden Bears in Berkeley © getty

Green Bays Aaron Rodgers befreit sich mit dem Super-Bowl-Erfolg gegen Pittsburgh von einer Last. Big Ben verfehlt sein Happy End.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Gegensätzlicher hätte die Gefühlslage nicht sein können.

Während sich Green Bays Quarterback Aaron Rodgers nach dem gewonnen Super Bowl (ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) ausgelassen feiern ließ, schlich sein Widersacher Ben Roethlisberger geschlagen in die Kabine.

Denn an diesem Tag schlug nur für Rodgers die große Stunde. Wie die Hauptfigur in Hemingways Bestseller, ergriff der MVP das ganze Spiel hindurch die Initiative und führte sein Team zum verdienten Erfolg.

"Ich danke einfach allen, die zur Packers-Familie gehören. Ihr habt mich immer unterstützt. Heute konnte ich etwas zurückgeben", sagte Rodgers. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Rodgers wie befreit

Der Spielmacher wirkte nach der Partie wie von einer Last befreit und konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln.

Die Fragen nach dem dreijährigen Reservistendasein und dem langen Schatten Brett Favres, dürften sich ein für allemal erledigt haben. (DATENCENTER: Super Bowl XLV)

"Brett Favre wird immer ein großartiger Packer sein. Aber jetzt wurde die Fackel an Aaron weitergereicht und er hat einen glänzenden Start hingelegt", lobte Coach Mike McCarthy seinen Schützling.

Er war es schließlich, der den schweigsamen Kalifornier im NFL-Draft an 24. Stelle auswählte, obwohl er einen der besten Quarterbacks aller Zeiten im Team hatte.

Coolness ist der Schlüssel

"A-Rod" hat nun dem großen alten Mann sogar etwas voraus. Denn Favre war nie Super-Bowl-MVP.

"Er hat es heute allen gezeigt. Manche haben vielleicht an ihm gezweifelt. Wir haben immer an ihn geglaubt", sagte Teamkollege Donald Driver.

Als Pittsburgh im letzten Viertel noch einmal herankam, zeigte er seine ganze Coolness und fand immer wieder seine Teamkollegen. Diese Abgeklärtheit verhalf den Packers mit drei Auswärtserfolgen überhaupt erst in den Super Bowl.

"Er folgt einer Legende nach, aber er hat heute das erste Kapitel seiner eigenen Heldengeschichte geschrieben", meinte Receiver Greg Jennings.

"Big Ben" mit Premiere

Auf der anderen Seite musste sich Roethlisberger erstmals mit einer Niederlage in einem Super Bowl abfinden.

Dabei schien "Big Ben" erneut auf dem Weg zu einem magischen Ende zu sein. Denn nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit steigerte er sich nach der Pause.

Zwei Minuten vor Schluss bekamen die Steelers den Ball zurück und lagen mit sechs Punkten in Rückstand.

"Ich hatte wirklich das Gefühl, wir könnten es erneut schaffen", spielte Hines Ward auf den Super Bowl von vor zwei Jahren an.

Denkwürdiges Jahr

Damals führte der Quarterback die Steelers zu einem Last-Minute-Erfolg gegen die Arizona Cardinals, doch diesmal sollte es nicht sein.

"Ich habe heute viele Leute enttäuscht. Das ist ein ganz schlimmes Gefühl", meinte der 28-Jährige.

Die große Enttäuschung beendete ein denkwürdiges Jahr für Roethlisberger.

Ihm wurde sexuelle Belästigung vorgeworfen, die NFL sperrte ihn für die ersten vier Spiele und die Steelers dachten ernsthaft über einen Trade nach.

Mit seinen guten Leistungen auf dem Feld konnte "Big Ben" sein ramponiertes Image zwar wieder verbessern, doch auf der großen Bühne blieb ihm sein persönliches Happy End verwehrt.

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