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Michael Vick (M.) warf in seiner Karriere 11.505 Passing Yards für die Falcons © getty

Atlantas Ex-Quarterback muss im Knast mit 12 Cent pro Stunde auskommen. Doch er ist zuversichtlich, wieder in der NFL zu landen.

Von Martin Hoffmann

München - 16 Millionen Dollar hat Michael Vick zu seiner besten Zeit im Jahr 2006 verdient.

Dieses Jahr muss der frühere Quarterback der Atlanta Falcons mit 154,68 Dollar auskommen - hochgerechnet von den 12 Cent Stundenlohn, die er als Häftling in einem Gefängnis in Kansas kassiert.

Kein Wunder, dass der wegen seiner Verwicklung in einen Hundekampfring inhaftierte Spielmacher da alles daran setzt, seinen Verdienst-Level wieder anzuheben.

Bei einer Anhörung vor dem Konkursgericht, in der Vicks Privatinsolvenz verhandelt wird, hat ein Anwalt des 28-Jährigen kürzlich erklärt, dass sein Mandant zuversichtlich ist, wieder in der NFL spielen zu dürfen - und dort "einen beträchtlichen Lebensunterhalt verdienen wird".

Ungewisse Zukunft

Vicks Optimismus ist bemerkenswert, wenn man betrachtet, wie unsicher seine sportliche Zukunft ist.

Vicks Entlassung ist für den 20. Juli 2009 angesetzt, prinzipiell wäre er also rechtzeitig wieder auf freiem Fuß, bevor die Vorbereitungscamps der kommenden Saison beginnen.

Aber es ist nicht nur ungewiss, ob NFL-Commissioner Roger Goodell seine Suspendierung dann aufhebt.

Die noch größere Frage ist, welches Team einen personifizierten PR-Albtraum unter Vertrag nimmt, der dann zwei Jahre ohne Spielpraxis sein wird.

Die Tür der Falcons ist zu

Bei den Falcons, die noch gegen ihn prozessieren, um Teile seines Gehalts zurück zu bekommen, ist die Tür zu.

Vick bräuchte ein Team, das gleichzeitig arge Probleme auf der Spielmacher-Position hat und sehr offen für Experimente ist.

Bei der zweiten Voraussetzung kämen die Dallas Cowboys in den Sinn, deren Besitzer Jerry Jones auch die sportliche Resozialisierung von Adam "Pacman" Jones auf sich genommen hat.

Dummerweise sind die Texaner mit Tony Romo auf der Quarterback-Position bestens besetzt.

Große Summen verschleudert

Vick muss aber letztlich hoffen, dass sich irgendwo eine Karriere-Option für ihn auftut.

Bei anderen Geschäftsunternehmungen hat er nämlich kein glückliches Händchen, wie sein Insolvenzverfahren mittlerweile zu Tage gefördert hat.

Vick verschleuderte große Summen bei misslungenen Investments in ein Restaurant, einen Spirituosenladen, eine Autovermietung - und eben den Hundekampfring, der Vick zum Verhängnis wurde.

"Finanzberater aus der Supermarkt-Schlange"

60.000 Dollar steckte er obendrein in ein Rennpferd, das bald darauf dummerweise an einer Kolik verendete.

"Er scheint Finanzberater angestellt zu haben, die er in der Supermarkt-Schlange getroffen hat", spottet ein Kolumnist der US-Nachrichtenagentur "AP".

Mit dem Geld, das übrig blieb kaufte Vick sich gleich mehrere Häuser, Autos und zwei Yachten, stellte Freunde von sich als Bedienstete an oder schenkte ihnen auch einfach mal Geld und Autos.

Vick überschuldete sich hoffnungslos, hat inzwischen 20 Millionen Dollar an Verbindlichkeiten angehäuft bei nur 16 Millionen Dollar Vermögenswert, die noch in Vicks Besitz sind.

Den Hunden geht es bestens

Das Mitleid der US-Öffentlichkeit für Vicks tiefen Fall hält sich in Grenzen. Vielmehr amüsiert sie sich darüber, dass die überlebenden Tiere aus Vicks Hundekampfring mittlerweile ein angenehmeres Leben führen als er.

Sie leben auf einer Farm in Utah, für die Vick als Teil seiner Strafe 928.000 Dollar gestiftet hat.

Mittlerweile haben Hundeliebhaber auch eine Weinpalette auf den Markt gebracht, die nach den Vierbeinern benannt ist. Preis pro Flasche: 40 Dollar.

Michael Vick müsste mehr als drei Monatsgehälter aufbringen, um damit anzustoßen.

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