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DeMaurice Smith ist seit 2009 Geschäftsführer der Spielergewerkschaft NFLPA © getty

Zum ersten Mal seit 24 Jahren gibt es in der NFL einen Lockout. Die Saison 2011 ist fraglich. Obama will nicht eingreifen.

Washington/New York - Die Verhandlungen zwischen der Spieler- gewerkschaft und den Klubbesitzern sind gescheitert, die NFL hat ihren ersten Lockout seit knapp 24 Jahren.

Die Verhandlungen zwischen der Spielergewerkschaft und den Klubbesitzern sind gescheitert, die NFL hat ihren ersten Lockout seit knapp 24 Jahren. Im Laufe des Samstages bestätigte die Liga offiziell den Beginn der Aussperrung, den zuvor bereits das Liga-eigene NFL Network vermeldet hatte.

Die Aussperrung der Football-Profis durch ihre Klubs begann unmittelbar nach dem Ablauf der bisherigen Vereinbarungen um 6.00 Uhr MEZ (24.00 Uhr Ortszeit) und legt alle Aktivitäten der Liga sowie jegliche Vertragsverhandlungen und übrigen Gespräche zwischen Spielern und Klubs auf Eis.

Sollte es keine Einigung zwischen den Parteien geben, könnte die im Spätsommer beginnende neue Saison teilweise oder ganz ausfallen.

Zehn Spieler drohen mit Klagen

Zuvor hatten sich die Spielergewerkschaft NFLPA und die 32 Klub-Eigner auch am letzten Tag ihrer Gespräche über einen neuen Tarifvertrag in Washington keine Einigung erreicht.

"Es gibt signifikante Meinungsverschiedenheiten. Wir haben die Besitzer informiert, dass wenn sie eine Erhöhung ihrer Bezüge wollen, wir dafür auch ein geprüftes Finanzdokument der letzten zehn Jahre sehen wollen", erklärte NFLPA-Geschäftsführer DeMaurice Smith seine Forderungen. Passiert ist dies offenbar nicht.

Insgesamt zehn Spieler, darunter die Star-Quarterbacks Tom Brady (New England Patriots), Peyton Manning (Indianapolis Colts) und Drew Brees (New Orleans Saints), hatten bereits vor dem Scheitern der Verhandlungen für den Fall einer Aussperrung Klagen gegen die NFL angekündigt.

In dieser Klage werden der Liga konspirative und wettbewerbsbehindernde Praktiken vorgeworfen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Goodell bleibt zuversichtlich

NFL-Commisioner Roger Goodell ist trotz des verkündeten Lockouts noch zuversichtlich, eine Einigung zu erzielen.

"Die Sache sollte am Verhandlungstisch geklärt werden. Sie haben sich für eine andere Strategie entschieden und das ist ihre Wahl. Aber wir werden vorbereitet sein, über eine Vereinbarung zu verhandeln und etwas zu finden, was fair für die Spieler und fair für die Klubs ist", sagte Goodell.

Klubbesitzer fordern mehr Geld

Hauptstreitpunkt zwischen den beiden Parteien ist die Verteilung der NFL-Einnahmen in Höhe von jährlich rund neun Milliarden Dollar (rund 6,5 Milliarden Euro).

Bisher streichen die Klubbesitzer davon grundsätzlich eine Milliarde (rund 723 Millionen Euro) sowie zusätzlich 40 Prozent des übrigen Geldes ein.

Die verbliebenen 60 Prozent gehen an die Spieler. (DATENCENTER: Super Bowl XLV)

Während die Profis mit dem bisherigen Modell zufrieden sind, wollen die Teameigentümer künftig ihre Garantiesumme auf zwei Milliarden (rund 1,447 Milliarden Euro) erhöhen.

Obama will nicht eingreifen

Dies sei nötig, um die Entwicklung der Liga weiter voranzutreiben und die Infrastruktur zu verbessern.

In der Krise in Amerikas Nationalsport hatte sich zuletzt sogar US-Präsident Barack Obama zu Wort gemeldet, ein persönliches Eingreifen als Schlichter aber ausgeschlossen.

"Es gibt die Teambesitzer, von denen die meisten fast eine Milliarde Dollar besitzen. Und es gibt die Spieler, die Millionen von Dollar verdienen. In einer Zeit, in der sich viele Menschen einschränken müssen, sollten sich die beiden Parteien einigen können, ohne dass der Präsident der Vereinigten Staaten intervenieren muss", sagte Obama: "Ich habe viele andere Dinge zu tun."

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