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Donovan McNabb (r.) führte die Philadelphia Eagles 2004 in den Super Bowl © getty

Philadelphias Quarterback wird nach einer schwachen Hälfte zum Zuschauen verdonnert. In San Diego erfährt der Colts-Kicker Genugtuung.

Von Rainer Nachtwey

München - Es war nicht nur eine Niederlage, für Donovan McNabb war es eine Demontage: Erstmals in seiner Karriere wurde der Star-Quarterback trotz bester Gesundheit zur Halbzeit auf die Bank gesetzt.

Beim 7:36 bei den Baltimore Ravens hatte Philadelphias Head Coach Andy Reid zur Halbzeit genug gesehen: Zwei Interceptions, ein Fumble und nur 59 Yards bei acht von 18 Pässen.

Grund genug für den Coach seinen Star auf die Bank zu verbannen und auf Backup Kevin Kolb zu setzen. "Ich habe angenommen, dass die Einwechslung von Kevin uns beflügeln und wir endlich ins Rollen kommen würden", sagte Reid.

"Ich musste es akzeptieren"

Doch das gelang nicht. Denn Kolb leistete sich ebenfalls zwei Interceptions. Am Ende stand nach dem 7:10 zur Halbzeit die deutliche Niederlage zu Buche. (Ergebnisse und Tabellen)

"Noch nie zuvor bin ich zur Halbzeit rausgenommen worden", sagte McNabb. "Meine erste Reaktion war: 'Wow'. Aber was sollte ich machen, ich musste es akzeptieren."

Kurios war dabei nur die Art und Weise. Reid überließ es Quarterback-Coach Pat Shurmur, McNabb von dessen Entscheidung zu unterrichten.

Baltimore mit rosigen Aussichten

Für die Eagles war es nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen die Cincinnati Bengels am Spieltag zuvor eine erneute Enttäuschung. Mit einer Bilanz von fünf Siegen bei fünf Pleiten und einem Unentschieden schwinden die Chancen der Eagles in der starken NFC East auf die Playoff-Teilnahme.

Dagegen sind die Aussichten der Baltimore Ravens rosig. Mit einer Bilanz von 7:4 gehört die Mannschaft von Trainer John Harbaugh zu den drei besten Divisionszweiten der AFC. (Spielplan der Ravens)

In der Nordstaffel liegt der Super-Bowl-XXXV-Champion ein Sieg hinter den Pittsburgh Steelers.

San Diego Chargers - Indianapolis Colts

Die gleiche Bilanz wie Baltimore weisen auch die Indianapolis Colts auf. Der Meister von 2006 gewann bei den San Diego Chargers in letzter Sekunde mit 23:20.

Kicker Adam Vinatieri verwandelte ein Field Goal aus 51 Yards und brachte den Colts den siebten Saisonsieg. Für den 35-Jährigen war es eine besondere Genugtuung.

Vor rund einem Jahr setzte er den Spiel entscheidenden Field-Goal-Versuch aus 29 Yards daneben.

"Ich kann den Ausgang vom letzten Jahr nicht verändern. Dieser Fehlversuch wird mir noch eine lange Zeit nachhängen. Aber es war schön, hier für die Entscheidung zu sorgen. Das war zuckersüß."

Chargers weiterhin mit Chancen

Nach dem schwachen Saisonstart mit nur drei Siegen aus den ersten sieben Spielen, kommen die Colts zuletzt in Fahrt. Der Erfolg über die Chargers war der vierte in Serie.

Für San Diego stehen die Chancen trotz der siebten Niederlage gar nicht schlecht. Denn die Denver Broncos unterlagen den Oakland Raiders mit 10:31 und weisen weiterhin nur zwei Siege Vorsprung auf die "Bolts" auf.

Für San Diego spricht jedoch der leichtere Spielplan. Eine Entscheidung könnte am letzten Spieltag fallen, wenn die Chargers die Broncos im Qualcomm Stadium empfangen.

Detroit Lions - Tampa Bay Buccaneers

Weiterhin auf den ersten Sieg warten die Detroit Lions. Dem Team aus Michigan reichte auch eine 17-Punkte-Führung im ersten Viertel nicht zum Sieg. Am Ende verloren die Lions noch deutlich mit 20:38 gegen die Tampa Bay Buccaneers.

Für die Bucs war es im Kampf um die NFC-South-Krone ein wichtiger Erfolg. Denn nach dem 45:28-Erfolg der Atlanta Falcons über die Carolina Panthers liegt die Mannschaft von Coach Jon Gruden mit Carolina bei einer Bilanz von 8:3 gleich auf. Einen Sieg dahinter folgen die Atlanta Falcons.

Und auch die New Orleans Saints, die im Monday Night Game auf die Green Bay Packers treffen (2.30 Uhr LIVESCORES), haben bei einem Erfolg weiterhin Chancen auf Rang eins.

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