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Ryan Mundy spielt seit 2008 für die Pittsburgh Steelers © getty

Ein Gericht nimmt die Aufhebung des Lockouts zurück. Die NFL-Spieler müssen die Trainingsanlagen ihrer Teams wieder verlassen.

München/St. Louis - Für wenige Stunden herrschte ein wenig Normalität in der NFL, doch plötzlich gingen die Türen wieder zu.

Die Spieler mussten die Trainingsanlagen der Klubs schon kurz nach deren Öffnung wieder verlassen. Denn der Lockout trat urplötzlich wieder in Kraft.

Die Klubbesitzer erwirkten vor der achten Berufungskammer in St. Louis/Missouri die Aussetzung der einstweiligen Verfügung, mit der die Liga angewiesen worden war, den Ausschluss der Spieler aufzuheben.

"Den Klubs wurde mitgeteilt, dass der Lockout mit sofortiger Wirkung wieder in Kraft tritt", teilte NFL-Sprecher Greg Aiello mit.

Höhepunkt einer turbulenten Woche

Mit dem neuen Urteil im seit Monaten andauernden Streit zwischen Klubbesitzern und Spielern endet in der NFL eine turbulente Woche.

Erst am Montag hatte Richterin Susan Nelson vom Bezirksgericht in Minneapolis den Lockout mit der Begründung aufgehoben, der Arbeitskampf zwischen den Parteien sei keine "Privatangelegenheit".

In der Urteilsbegründung wurde auf das öffentliche Interesse der Fans hingewiesen, das einen Lockout nicht zulasse.

Einspruch zunächst abgewiesen

Ein Einspruch der Liga wurde zwei Tage später abgewiesen, da nach Auffassung der Richterin nicht ausreichend dargelegt werden konnte, dass sie Klubs durch die Aussetzung des Lockouts Schaden nehmen.

Außerdem hätte die Liga ihrerseits bereits Vorbereitungen für die reguläre Saison getroffen, ohne dass die Vertragsangelegenheiten zwischen den Klubs und den Spielern geklärt seien.

Fans beschimpfen Goodell

Am Freitag hatte die Liga dann aber doch Erfolg und erwirkte ein Urteil, das die Uhren zumindest vorerst wieder zurückdreht und den Football-Fans übel aufstößt.

Schon einen Tag zuvor, als die NFL ihren alljährlichen Draft durchführte und die Nachwuchsspieler auf die Vereine verteilte, hatte das Publikum bei der landesweit ausgestrahlten Veranstaltung seinen Unmut über die Situation zum Ausdruck gebracht. (390412DIASHOW: Der NFL-Draft 2011)

NFL-Commissioner Roger Goodell musste Beschimpfungen über sich ergehen lassen, "wir wollen Football" riefen die Fans und buhten den mächtigen Mann aus.

"Niemand ist glücklich"

Die Spieler kehrten nach dem Draft für einige Stunden zu ihren Klubs zurück, erhielten ihre neuen "Playbooks" mit Taktiken und Anleitungen für die Spiele, trainierten und tauschten sich mit den Trainern aus.

Doch die Rückkehr in den Alltag währte nicht lange. Die kurz geöffneten Tore wurden wieder verriegelt und es bleibt völlig unklar, ob die Saison wie vorgesehen am 8. September startet.

"Niemand ist glücklich über diese Situation. Aber wir müssen es akzeptieren. Der Lockout gilt wieder", sagte Ted Thompson, der Manager des amtierenden Super-Bowl-Champions Green Bay Packers.

Einigung nicht abzusehen

Vor sieben Wochen hatte die Liga die Spieler im Streit um die Verteilung der NFL-Einnahmen in Höhe von jährlich rund neun Milliarden Dollar (rund 6,5 Milliarden Euro) ausgesperrt.

Daraufhin hatten zehn Spieler wegen "Verschwörung und wettbewerbsschädigender Geschäftsmethoden" Klage gegen die NFL eingereicht.

Weil vom Gericht anberaumte Schlichtungsgespräche keine Einigung erbrachten, hatte das Bezirksgericht den Streit mit seinem Urteilsspruch am Montag in erster Instanz entschieden. Jetzt wurde die Entscheidung wieder gekippt.

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