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Mit dem Wachstumshormon HGH wurden bereits zahlreiche Baseball-Stars erwischt © getty

Der Spielbetrieb liegt immer noch lahm. Jetzt will die NFL die Chance nutzen und mit der WADA kooperieren. Ein Star ist empört.

New York - Chad Ochocinco ist sauer. Stinksauer. Und das teilt er seiner Twitter-Gemeinde auch sehr deutlich mit.

Nicht nur, dass sich die National Football League seit Monaten im Lockout befindet, jetzt sollen doch tatsächlich auch noch die Doping-Kontrollen verschärft werden.

"Dann bin ich eben eure Laborratte. Testet mich, nehmt Proben, was auch immer der Mist soll. Aber eines sag ich euch: Ich bin sauber und der Rest der Liga auch", wetterte Amerikas exzentrischster Football-Spieler.

NFL unter Dopingverdacht

NFL goes WADA - es könnte eine der ungewöhnlichsten Kooperationen im amerikanischen Sport werden.

Kaum eine andere Sportart steht so im Verruf des systematischen Dopings wie der amerikanische Profi-Football.

Jetzt also will die NFL mit der Welt-Anti-Doping-Agentur zusammenarbeiten.

WADA soll kontrollieren

Die undurchsichtigen Testverfahren der NFL, die bisher in verschiedenen Laboratorien durchgeführt wurden, sollen unter die Aufsicht der WADA gestellt werden.

Das berichtet die "New York Times" und beruft sich dabei auf Informationen aus der NFL.

Bisherige Tests nur für Kokain und Marihuana

Die Entscheidung, die Testverfahren der allerhöchsten Stelle zu übertragen, kommt ein wenig überraschend.

Hatte sich doch die NFL ebenso wie die meisten anderen US-Ligen in den vergangenen Jahren strikt geweigert, die strengen Richtlinien der WADA anzuerkennen.

Eine Kooperation würde bedeuten, dass die Sportler nicht mehr wie in der NFL üblich "nur" auf Marihuana oder Kokain getestet werden, sondern vor allem auf Schmerzmittel, Steroide, Blutdoping-Substanzen oder Wachstumshormone.

Die NFL verspricht sich davon vor allem mehr Glaubwürdigkeit für ihren Sport.

Chance ohne Gegenwehr

Bisher war das Thema Dopingkontrolle im Vertrag zwischen Liga und Spielern festgelegt, um dessen Inhalte es sich in den Streitigkeiten der vergangenen Monate drehte.

Während der Lockout-Phase gibt es allerdings weder gültige Verträge noch eine Spielergewerkschaft, die sich gegen Änderungen oder strengere Richtlinien sperren könnte.

Die Liga hat somit die Chance, die Doping-Testverfahren und das Strafmaß autark festzulegen.

Drastischere Strafen drohen

Bislang wurde ein NFL-Spieler bei Dopingvergehen für maximal vier Spiele gesperrt.

Sollte es zu einer Zusammenarbeit mit der WADA kommen, sollen die Strafen an deren Richtlinien angepasst werden, die auf sehr viel strengeren und härteren Vorgaben fußen.

"Wir haben immer schon versucht, unsere Dopingtests so effektiv wie möglich zu gestalten", sagte ein Sprecher der Liga der "New York Times":

"Sollen kein Nadelkissen sein"

"Aber es gibt Tests, die von den Spielern und deren Gewerkschaft einfach abgelehnt wurden, wie zum Beispiel der auf HGH (Wachstumshormon, d. Red.)."

Mit dem Hinweis, die Spieler sollten nicht als "Nadelkissen" missbraucht werden, hatte sich die Gewerkschaft vor allem strikt gegen Bluttests gestellt.

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