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James Harrison gewann 2006 und 2009 mit Pittsburg den Super Bowl © getty

Das Steelers-Raubein erneuert seine Rassismus-Vorwürfe gegen Goodell. Sein Spielmacher "Big Ben" sei ein Möchte-gern-Manning.

Von Dustin Werk

München - Normalerweise verteilt James Harrison die harten Hits auf dem Footballfeld.

Da ihm diese Möglichkeit durch den Lockout derzeit fehlt, streckt der Linebacker der Pittsburgh Steelers die Leute eben verbal nieder. In einem Interview mit dem "Men's Journal" griff er neben dem NFL-Boss Roger Goodell auch zwei seiner Mitspieler an.

Besonders Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger muss dabei einstecken. Grund hierfür war die Niederlage im Super Bowl gegen Green Bay:

"Hey, wirf die Interceptions doch wenigsten in deren Spielhälfte und verlang nicht wieder von der Defensive, dass wir dich da raus holen", stänkert Harrison und macht noch weiter:

"Gib den Ball doch einfach mal ab und höre auf so zu tun, als wärest du Peyton Manning. Das bist du nicht und das weißt du auch, Mann. Du wirst nur so bezahlt wie er:"

Harrison schiebt Schuld weiter

Roethlisberger warf im Super Bowl zweimal den Ball in gegnerische Hände und gab im Nachhinein zu, dass sein Team wohl gewonnen hätte, wenn er besser gespielt hätte.

In einem persönlichen Telefongespräch erklärte Harrison dem Kapitän die Kommentare.

Der Autor des Artikels habe viele Aussagen herumgedreht und es sei nie seine Absicht gewesen, den Quarterback zu kritisieren. Roethlisberger sagte einem Journalisten von "ESPN", dass er Harrison bei seinem Wort nehme und ihre Beziehung in Ordnung sei.

"Fumble Machine" Mendenhall

Auch Running Back Rashard Mendenhall bekam einen verbalen Hit verpasst. Ihn nannte der Defensiv Spieler des Jahres 2008 eine "Fumble Machine".

Die Antwort von Mendenhall ließ nicht lange auf sich warten. Bei "Twitter" schrieb er, dass er daraus keine große Sache mache und er kein Problem damit habe, weil er James Harrison kennt.

Dabei ließ er es sich aber nicht nehmen, auf seine Statistik hinzuweisen, die beweist, dass er lediglich zweimal den Ball verlor bei 324 Lauf-Versuchen.

Stellungnahme der Steelers

Steelers-Präsident Art Rooney II verkündete in einer Pressemitteilung:

"Ich habe den Artikel noch nicht gelesen oder mit James Harrison gesprochen. Wir werden diese Situation zu gegebener Zeit diskutieren, sobald wir das nach dem Lockout wieder dürfen."

100.000 Dollar Strafe

Harrison gilt als härtester und brutalster Spieler der NFL. So musste er in der vergangenen Saison 100.000 US-Dollar Strafe bezahlen, weil er seine Gegner zu hart und unfair tackelte.

Daraufhin ließ er kein gutes Haar an NFL-Boss Roger Goodell, dem er Rassismus unterstellte. Seine neuen Äußerungen erreichen allerdings einen neuen Level.

"Wenn dieser Mann brennen sollte und ich müsste auf ihn pissen, um ihn zu löschen, würde ich es nicht machen", stellte er klar.

"Ich hasse ihn und werde ihn nie respektieren." Auch Worte wie Marionette und Diktator fielen. Außerdem bezeichnete er ihn als "Gauner" und "Teufel".

Höhere Strafe wegen Hautfarbe?

Außerdem unterstelle er ihm, dass harte Hits gegen weiße Spieler höhere Strafen nach sich ziehen als gegen Schwarze.

"Ich habe Vince Young auf den Kopf geschlagen und habe dafür 5000 Dollar bezahlt. Aber ich habe Drew Brees nur berührt und musste schon 20.000 Dollar abdrücken. Denken die etwa, dass schwarze Spieler den Mist nicht sehen und den ganzen Respekt vor Goodell nicht verlieren?", fragte Harrison.

Angesichts der stockenden Verhandlungen um einen neuen Vertrag zwischen der Liga und den Spielern steht Goodell ohnehin von allen Seiten unter Beschuss.

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