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Roger Goodell (l.) ist seit 2006 Commissioner der NFL © getty

Besitzer und Spieler beseitigen offenbar den letzten großen Stolperstein. Die Aufnahme des Spielbeteriebs steht unmittelbar bevor.

Von Eric Böhm

München - Nach 125 Tagen voller Hoffen und Bangen können NFL-Fans weltweit wohl endlich aufatmen.

Bei Besitzern und Spielergewerkschaft ist offenbar gerade noch rechtzeitig der gesunde Menschenverstand zurückgekehrt. Am 21. Juli könnte Liga-Boss Roger Goodell die Einigung in Atlanta verkünden (NEWS: Einigung in Sicht).

Wie "ESPN" berichtet, haben sich die Parteien auf ein Gehaltsgefüge für Rookies verständigt und damit den letzten großen Stolperstein aus dem Weg geräumt.

"Wir sollten vorsichtig sein, aber die Gehaltsstruktur der Neulinge ist kein Streitpunkt mehr. Das war der letzte große Streitpunkt", sagte Albert Breer, der für "NFL-Network" über die Verhandlungen berichtet.

Keine Mega-Deals für Rookies mehr

Demnach wird es keine Mega-Deals mit garantierten Zahlungen für College-Talente geben, die noch keine NFL-Minute gespielt haben. Maximal können Neulinge in Zukunft ein Fünfjahresvertrag über 34 Millionen Dollar (ca. 24 Millionen Euro) abschließen - bisher waren bis zu 78 Millionen Dollar möglich.

Stattdessen können alle Rookies nach drei Jahren ihren Vertrag auf Basis erbrachter Leistung neu verhandeln.

Den Spielern ging es dabei von Anfang an mehr um bessere Bezahlung für Spieler, die später oder überhaupt nicht im Draft ausgewählt wurden.

Gehaltsobergrenze steht

Außerdem haben sich die jeweiligen Verhandlungsführer für die Saison 2011 auf eine Gehaltsobergrenze von 120 Millionen Dollar (ca. 85 Millionen Euro) geeinigt - 2009 waren es noch 128 Millionen Dollar, 2010 gab es keine Obergrenze.

Für Teams, die nach jetzigem Stand über dieser Grenze liegen, soll es eine Ausnahmeregelung für ein Jahr geben.

"Es gibt jetzt diese Fortschritte, weil alle Beteiligten in Eile sind", sagte ein Spieler, der anonym bleiben wollte bei "ESPN".

Vorbereitung wohl ab 28. Juli

Am 28. Juli sollen die Teams die Aussperrung beenden und ihre Vorbereitung aufnehmen, wobei am 7. August wie geplant das sogenannte Hall-of-Fame-Spiel zwischen den Chicago Bears und St. Louis Rams das erste Testspiel bestreiten sollen.

Die Saison soll am 8. September mit dem Spiel zwischen Super-Bowl-Champion Green Bay Packers und New Orleans Saints eröffnet werden.

Bis dahin soll auch die Klage einiger NFL-Stars um Quarterback Tom Brady (New England Patriots) gegen die Liga außergerichtlich bereinigt werden.

Foxworth noch skeptisch

Wenn auch nur ein Spieltag der vierwöchigen Preseason ausfallen würde, müssten die Liga Einbußen in Höhe von 200 Millionen Dollar (ca. 140 Millionen Euro) hinnehmen.

Trotzdem müssen noch letzte Details geklärt werden.

"Es gibt viele Gerüchte. Es ist aber Fakt, dass es nur eine Vereinbarung geben wird, wenn alle Spieler zustimmen", stellte Verteidiger Domonique Foxworth von den Baltimore Ravens klar.

Das Licht am Ende des Lockouts-Tunnels wird freilich trotzdem immer heller.

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