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Plaxico Burress begann seine NFL-Karriere 2000 bei den Pittsburgh Steelers © getty

Der NFL-Star meint, dass ein Ausrutscher der Grund für den Schuss und 20 Monate Gefängnis sei. Ändern will er sich nicht.

Von Annette Bachert

München - Zwei Jahre nach seiner Verhaftung hat Plaxico Burress erstmals über den Vorfall, bei dem er sich selbst ins Bein schoss und in Folge dessen er 20 Monate hinter Gitter, gesprochen.

"Die Leute fragen mich oft, ob ich etwas anders gemacht hätte, wenn ich könnte. Und ich sage, ja klar, niemand will ins Gefängnis gehen", erzählt der Star-Receiver der "Associated Press". "Aber den Menschen, der ich jetzt bin und wo ich jetzt stehe, will ich auf keinen Fall ändern."

Wenige Wochen nach Ende der Haftstrafe hat der NFL-Akteur nun eine Erklärung für die Verwundung beim Verlassen eines New Yorker Nachtclub vorgebracht.

"Es war dunkel, ich verfehlte eine Stufe, und dann begann meine Waffe aus der Hosentasche zu rutschen. Ich griff nach ihr", erzählte Burress. Und dann habe sich der Schuss gelöst.

"Welch große Schwierigkeiten?"

Zuerst realisierte Burress angeblich gar nicht, dass er sich selbst angeschossen hatte. Doch als er auf seine Schuhe blickte, die anstatt weiß blutrot gefärbt waren, merkte er, dass etwas nicht stimmte.

Die Verletzung an seinem rechten Oberschenkel musste sogar im Krankenhaus behandelt werden.

Seiner Frau Tiffany, eine Anwältin, war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass ihr Ehemann ins Gefängnis gehen würde. Doch der Schuldige selbst sah das nicht so.

"Das ist meine Waffe, ich habe sie gekauft. In welch großen Schwierigkeiten kann ich schon stecken?", soll er damals gefragt haben.

Giants entlassen Burress

Der heute 34-Jährige wurde am 28. November 2008 angeschossen. Wie sich hernach herausstellte, kam der Schuss aus seiner eigenen Waffe.

Wenige Tage später kam Burress in Polizei-Gewahrsam, wurde gegen eine Kaution vorerst wieder freigelassen, von den New York Giants suspendiert und schließlich entlassen.

Im August 2009 bekannte sich Burress des unerlaubten Waffenbesitzes für schuldig und wurde zu zwei Jahren Haft mit anschließender Bewährung verurteilt.

"Ja, ich bin der, der sich angeschossen hat"

Die Zeit hinter Gittern hat den zweifachen Vater verändert.

"Ja ich bin der Typ, der sich selbst angeschossen hat. Aber ich will mich mit nichts Negativem mehr umgeben. Ich will jeden Tag erhobenen Hauptes bestreiten können", erzählt Burress und bestätigt, dass er keinerlei Waffen mehr besitze.

"Wie macht er das bloß?"

Bei den New York Jets startet der 34-Jährige nun einen sportlichen Neuanfang 436104(DIASHOW: Die NFL-Wechselbörse).

"Ich habe jetzt das Selbstvertrauen und den Glauben in mich, dass ich wieder auf einem hohen Level spielen werde", so Burress, der 2007 mit den Giants den Super Bowl gewann.

"Dann wird sich jeder am Kopf kratzen und fragen: Wie macht er das? Wie kann er nicht trainieren und so spielen? Er war zwei Jahre weg. Wie macht er das bloß?"

Er will, dass die Leute wieder über ihn reden. Nur nicht mehr als der Typ, der sich selbst ins Bein schoss, sondern als der, der wieder mit sportlichen Leistungen beeindruckt.

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