vergrößernverkleinern
Peyton Manning gewann 2006 mit den Colts die Super Bowl © getty

In Indianapolis wächst die Sorge. Noch immer ist unklar, wann Star-Quarterback Peyton Manning wieder spielen kann.

Von Hardy Heuer

München - Die Indianapolis Colts bangen um Peyton Manning.

Nach einer Nacken-Operation im Mai droht der Star-Quarterback beim NFL-Auftakt auszufallen. "Im Moment wissen wir nicht, ob er bereit sein wird", sagte Colts-Präsident Bill Polian bei "ESPN" 436104(DIASHOW: NFL-Wechselbörse).

"Ich habe Fortschritte gemacht, aber ich habe noch viel arbeit vor mir", meinte Manning am Rande einer High-School-Partie.

Jetzt wird über einen prominenten Ersatzmann spekuliert.

Schleppender Heilungsprozess

Der Heilungsprozess verläuft langsamer als alle erwartet hatten. "Ich habe die Zeit während des Lockouts ein bisschen genutzt. Ich brauche in den nächsten zwei Wochen jeden kleinen Moment zur Genesung, danach weiß ich mehr", sagte Manning.

Für die Colts wäre der Ausfall des vierfachen MVP der NFL ein Horror-Szenario. Mit Manning gehört Indianapolis zu den Top-Favoriten auf die Vince Lombardy Trophy, die sie in der anstehenden Saison unbedingt im eigenen Stadion gewinnen wollen.

Ohne Manning sehen Fans und Verantwortliche allerdings schwarz für den Saisonauftakt.

Irsay in Favres Heimat

Daher denkt Colts-Besitzer Jim Irsay offenbar an einen ganz besonderen Coup und suchte sich für einen Kurzurlaub offenbar ein verschlafenes Städtchen in Mississippi aus.

Zumindest teilte er via "Twitter" mit, dass er sich in Hattiesburg aufhält. In den letzten Jahren wurde der Ort in den Südstaaten regelmäßig zum Nabel der Football-Welt, da Quarterback-Legende Brett Favre in seiner Heimat jeweils über den Rücktritt vom Rücktritt entschied.

In Anlehnung an den ehemaligen Vikings-Coach Brad Childress - der Favre im vergangenen Jahr persönlich zum nächsten Comeback überredete - twitterte Irsay: "Brad, Ich bin jetzt an der Feuerwehr. Muss ich nach links oder rechts?"

Angeblich war diese Nachricht aber nicht ganz ernst gemeint. Ein Klub-Sprecher der Colts stellte klar, dass Irsay zu 99,5 Prozent nicht in Hattiesburg gewesen sei.

Engagement würde Sinn machen

Damit trat er in NFL-Kreisen eine Lawine los. Die Spekulationen über ein erneutes Comeback des scheinbar unsterblichen 41-Jährigen können wieder beginnen.

Sinn würde ein Engagement für beide Seiten durchaus machen. Favre - sollte es bei ihm immer noch kribbeln - könnte sich mit seiner Art zu spielen schnell in das System der Colts - das auf dem Lesen der Abwehr basiert - integrieren.

Die vergangene Saison hat zwar gezeigt, dass er ein ganzes Jahr nicht mehr auf hohem Niveau durchstehen kann, aber als Starter für die ersten Spiele - und danach als erfahrener Backup für Manning - gäbe es noch einmal eine Chance auf den Super Bowl.

Favre trainiert

Bisher gibt es aber keine konkreten Anhaltspunkte, ob an dieser Geschichte mehr dran ist. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, bei Favre ist nichts unmöglich.

Der ehemalige MVP trainiert regelmäßig mit High-School-Teams oder dem in Hattiesburg ansässigen College Southern Mississippi und hält sich so fit. Mit ihm hätten die Colts ohne Manning zu Saisonbeginn wohl bessere Erfolgsaussichten.

Kein gleichwertiger Ersatz

Denn auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz für den 35-Jährigen Colts-Star bietet der aktuelle Kader offenbar nicht.

Backup-Quarterback Curtis Painter konnte in den beiden Preseason-Spielen nicht überzeugen. Von 16 Pässen fanden gerade mal acht ihr Ziel. Bei einem Raumgewinn von 95 Yards verbuchte Painter keinen einzigen Touchdown und verursachte zudem eine Interception.

Katastrophal gegen die Redskins

Das macht nicht wirklich Hoffnung für den Saisonstart der Colts am 11. September bei den Houston Texans. Besonders das Spiel am vergangenen Freitag gegen die Washington Redskins (3:16) verlief katastrophal.

Painter beendete die Partie, in der er die komplette erste Hälfte gespielt hatte, mit einem einzigen First Down. Dabei wurde die eigene 29-Yard-Linie nicht überquert - ein Desaster.

Dieses Spiel zeigte, wie wichtig Manning für das Team ist. Doch wann kehrt er zurück? Die Verantwortlichen können diese Frage nicht beantworten. "Er arbeitet sehr hart, so hart wie er nur kann", erklärte Colts-Coach Jim Caldwell: "Die Ärzte haben aber bis heute keinen Zeitpunkt für seine Rückkehr genannt."

Besitzer macht Hoffnung

Hoffnung auf Mannings Rückkehr macht sich der so "Twitter-freudige" Irsay trotzdem:

"Wir gehen davon aus, dass der Quarterback mit der Nummer 18 fit sein wird, aber wir müssen darauf vorbereitet sein, den Auftakt ohne ihn bestreiten zu müssen. Die Defense muss das auffangen. Das wird tierisch!"

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel