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Cam Newton (l.) warf als erster NFL-Spieler in seinem Debüt für mehr als 400 Yards © getty

Der Meister ist nicht zu stoppen. Ein Super-Rookie gibt Hoffnung. Drei Kellerkinder trumpfen auf. Tops der ersten Saisonhälfte.

Von Eric Böhm

München - In der NFL liegen Triumph und Tragödie sehr nah beieinander.

Den Green Bay Packers hatte in den vergangenen Playoffs niemand den großen Wurf zugetraut, immerhin rutschte das Traditionsteam gerade noch in die K.o.-Runde. (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+)

Die Truppe um Quarterback Aaron Rodgers nutzte ihre Chance aber eindrucksvoll und nahm den Schwung in die aktuelle Saison mit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Die Komplimente aus der Liga und den Medien ehren uns, aber wir kümmern uns nur um unser sportliches Ziel, nämlich das nächste Spiel zu gewinnen", bleibt der MVP des Super Bowls auf dem Teppich.

Zur Halbzeit der Spielzeit haben aber auch die überraschenden San Francisco 49ers oder Carolinas Super-Rookie Cam Newton allen Grund, stolz auf ihre Leistungen zu sein.

SPORT1 blickt auf die Erfolgsgeschichten der ersten acht NFL-Spieltage.

Green Bay Packers

Der Meister überstrahlte in der ersten Saisonhälfte alles und präsentierte sich in seinen sieben Partien als die beste Mannschaft der Liga.

Es fällt wirklich schwer, eine Schwachstelle in dem ausgereiften Gefüge des Topfavoriten zu finden. Der Angriff macht fast 33 Punkte pro Spiel (NFL-Spitzenwert), mit durchschnittlich nur knapp über 20 Zählern liegt auch die Abwehr in den Top Ten.

"Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir unsere Topleistung jede Woche abrufen, ergibt sich alles andere von allein", sagt Head Coach Mike McCarthy im "Chippewa Herald".

Meister kann noch zulegen

Speziell das Passspiel um Rodgers und seine herausragenden Anspielstationen hat sich in dieser Saison zu einer gut geölten Maschine entwickelt.

Durch die Verletzungsprobleme im vergangenen Jahr haben Spieler wie Receiver James Jones oder Jordy Nelson einen Sprung gemacht.

Die Rückkehr von Tight End Jermichael Finley - er erlitt 2010 im dritten Saisonspiel eine schwere Knieverletzung - sowie der dynamische Rookie Randall Cobb machten die Offensive noch gefährlicher.

"Wir müssen alles geben. Jetzt haben wir die Zielscheibe auf dem Rücken. In diesem Team gibt es noch viele Reserven", fordert Jones.

Cam Newton

Als die Carolina Panthers im April Cam Newton zum ersten Pick des NFL-Drafts machten, hätten sie wohl selbst nicht mit dieser ersten Hälfte gerechnet.

Viele Kritiker sahen in dem beweglichen Spielmacher sogar einen zweiten JaMarcus Russell - der bei den Raiders zum wohl größten Draftflop aller Zeiten wurde. Aber Newton strafte sie alle Lügen.

Der 22-Jährige warf in sechs von sieben Spielen über 220 Yards, erlief insgesamt über 300 Yards und hat bereits 18 Touchdowns auf seinem Konto - in der kompletten vergangenen Saison gelangen den Panthers lediglich 16.

Rivera lobt

Dass es erst zu zwei Siegen reichte, ist dabei nur eine Randnotiz. Denn Newton gibt den leidgeprüften Carolina-Fans Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 475743(DIASHOW: Die Bilder des 8. Spieltages)

"Cam ist wirklich ein Juwel. Es war die richtige Entscheidung, ihn zu verpflichten. Er zeigte schon im ersten Training, dass er in die NFL gehört", schwärmt Trainer Ron Rivera.

San Francisco 49ers

Die San Francisco 49ers sind zweifellos das Überraschungsteam der Saison. Der fünfmalige Super-Bowl-Champion steht mit nur einer Niederlage an der Spitze der NFC West.

Rookie-Coach Jim Harbaugh hat in wenigen Monaten aus einem zusammengewürfelten Haufen eine verschworene Einheit geformt, die mit sechs Siegen schon die Marke von 2010 erreicht hat.

Zwar steht die großartige Abwehr - kein Team lässt weniger Laufyards zu - im Fokus, aber der eigene Laufangriff (fast 140 Yards pro Spiel) um Frank Gore kann sich sehen lassen.

Playoffs scheinen sicher

Selbst der schon abgeschriebene Spielmacher Alex Smith deutet plötzlich an, weshalb er 2005 sogar vor Green Bays Rodgers gedraftet wurde.

"Ich arbeite sehr gern mit diesem Team. Die Einstellung ist hervorragend. Es gibt kein besonderes Geheimnis", erklärt der ehemalige NFL-Quarterback Harbaugh, der sein erfolgreiches System von der Stanford University in Rekordzeit ein paar Kilometer weiter verpflanzt hat.

Mit Spielen in Baltimore oder gegen Pittsburgh sind Rückschläge durchaus wahrscheinlich, aber die erste Playoff-Teilnahme seit neun Jahren scheint in der chronisch schwachen NFC West vorprogrammiert.

Detroit Lions

Im Schatten der Packers haben sich die Detroit Lions drei Jahre nach der 0:16-Saison still und leise zu einem Geheimfavoriten entwickelt.

Mit fünf Siegen hintereinander gelang dem chronischen Kellerkind der beste Start seit 55 Jahren.

Neben der hochtalentierten Abwehr ist der endlich fitte Quarterback Matthew Stafford Detroits Erfolgsgarant und beginnt sein riesiges Potenzial auszuschöpfen.

Dazu kommt Receiver Calvin Johnson. "Megatron" führt die NFL mit elf Touchdowns an. In nur fünf Jahren hat sich der 26-Jährige zum gefährlichsten Passfänger der Liga entwickelt.

Buffalo Bills

Die Buffalo Bills gelten als tragische Helden der NFL-Geschichte.

Außer ihnen stand kein Team viermal in Folge im Super Bowl, die vier Pleiten in Folge zu beginn der 90er Jahre verpassten dem Klub, für den einst O.J. Simpson auflief, ein veritables Trauma.

Während die Spitzenposition von Sebastian Vollmers New England Patriots in der AFC East Football-Normalität darstellt, ist der geteilte erste Rang für die Bills eine kleine Sensation. Nach zwölf Jahren ohne Playoffs gibt es nun Licht am Ende des Tunnels.

Dafür ist in erster Linie die fantastische Offensive um Running Back Fred Jackson und Quarterback Ryan Fitzpatrick - er spielte am College ohne Stipendium für die Elite-Uni Harvard - verantwortlich. Der Sieg gegen die Patriots beweist: Buffalo ist keine Eintagsfliege.

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