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Tom Brady (r.) wurde bereits sechsmal in den Pro Bowl gewählt © getty

Der fantastische Quarterback führt New England zum wichtigen Sieg beim Erzrivalen. Die 49ers bezahlen den nächsten Sieg teuer.

Von Eric Böhm

München/New York - Die New England Patriots haben sich am 10.Spieltag nach zuletzt zwei Pleiten eindrucksvoll zurückgemeldet (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+).

Das Team des Deutschen Sebastian Vollmer gewann bei den New York Jets 37:16 (6:0, 7:9, 10:0, 14:7) und übernahmen durch den sechsten Sieg im neunten Spiel die alleinige Führung in der AFC East.

Der Offensive Tackle machte an der Seite des fantastischen Quarterbacks Tom Brady ein gutes Spiel. Nach einem zähen Auftakt legte Brady zum Start der zweiten Hälfte eine Schippe drauf und stellte die Passverteidigung der New Yorker vor unüberwindbare Probleme.

"Dieser Sieg vor dieser Kulisse schmeckt sehr süß", freute sich New Englands überragenden Spielmacher.

Brady überholt Montana

Zwischenzeitlich gelangen dem zweimaligen Super-Bowl-MVP zwölf vollständige Pässe in Folge. Insgesamt warf er für 329 Yards Raumgewinn sowie drei Touchdowns.

Mit seinem 40. 300-Yard-Spiel überholte Brady Legende Joe Montana und schob sich in der ewigen Rangliste auf Rang acht.

Tight End Rob Gronkowski (113 Yards, zwei Touchdowns) war seine zuverlässigste Anlaufstelle. Ihn bekamen die Jets nie unter Kontrolle.

Belichick bleibt cool

Die Patriots wollten ihren stärksten Auftritt seit Wochen - auch die ersatzgeschwächte Verteidigung steigerte sich erheblich - nicht überbewerten 481196(DIASHOW: Die Bilder des 10. Spieltages).

"Wir haben noch nicht einmal Thanksgiving erreicht. Es ist ein wichtiger Sieg gegen einen Divisionskonkurrenten, aber es liegt noch viel Football vor uns", meinte Head Coach Bill Belichick.

Ninkovich macht den Sack zu

Im dritten Viertel setzten sich die Gäste dank Bradys präzisen Anspielen und einigen eingestreuten Läufen entscheidend ab.

Spätestens nach der Interception von Jets-Spielmacher Mark Sanchez, die Rob Ninkovich Mitte des letzten Viertels in die Endzone zurücktrug, war die Partie entschieden. Der Linebacker war nur aufgrund der großen Verletzungsprobleme ins Team gerutscht.

"Die Jets bringen gegen uns immer ihre Topleistung, wir haben dagegengehalten. Der Touchdown war für mich das Sahnehäubchen", sagte der 27-Jährige, dem die ersten beiden Interceptions seiner Karriere gelangen.

Ryan ist außer sich

Nach der zweiten Schlappe gegen den Erzrivalen muss New York (fünf Siege - vier Niederlagen) wieder um die Playoff-Teilnahme zittern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Ballverluste, Fehler in den Special Teams und abgegebene Sacks machten den guten Start der Gastgeber kaputt.

Eine Szene brachte Coach Rex Ryan besonders auf die Palme. Sanchez nahm kurz vor der Pause ohne Not eine Auszeit bevor er selbst einen Touchdown zum 9:6 erzielte.

Dadurch ließ er den "Pats" aber genug Zeit, um selbst noch einmal über das Feld zu marschieren und wieder in Führung zu gehen. "Das war die dümmste Aktion der NFL-Geschichte", echauffierte sich Ryan bei "NBC".

SPORT1 fasst zwei weitere Partien des 10. Spieltages der NFL zusammen:

San Francisco 49ers - New York Giants 27:20

Die San Francisco 49ers setzten ihren Siegeszug munter fort.

Das Überraschungsteam der Saison bezwang die New York Giants mit 27:20 (3:3, 6:3, 3:7, 15:7) und feierte den achten Sieg in der neunten Partie.

Dabei hätten die Kalifornier in den Schlussminuten fast eine komfortable 27:13-Führung noch verspielt. Doch Eli Mannings Pass beim vierten Versuch wurde von Justin Smith an der eigenen zehn-Yard-Linie abgewehrt.

"Es war ein großer Sieg für uns. Wir stehen jetzt immer mehr im Rampenlicht und das wollen wir fortsetzen", jubelte Spielmacher Alex Smith (242 Yards, ein Touchdown)

Gore verletzt sich

New Yorks Quarterback sorgte dagegen zwar für 311 Yards Raumgewinn, leistete sich aber auch zwei kostspielige Interceptions auf Cornerback Carlos Rogers.

"Ich bin enttäuscht. Wir hatten alles im Griff. Ich dachte, wir würden punkten und das Spiel in der Verlängerung gewinnen", ärgerte sich Cheftrainer Tom Coughlin.

Die 49ers mussten ihren Erfolg jedoch teuer möglicherweise bezahlen. Running Back Frank Gore zog sich schon früh eine Knieverletzung zu. New York (6-3) bleibt dennoch an der Spitze der NFC East.

Seattle Seahawks - Baltimore Ravens 22:17

Den Seattle Seahawks gelang beim 22:17 (10:0, 9:7, 3:3, 0:7) gegen die Baltimore Ravens eine dicke Überraschung.

Das Kellerkind der NFC - dritten Sieg im neunten Spiel - profitierte von drei Ballverlusten und zwei verschossenen Field Goals der favorisierten Ravens (6-3).

Der gut aufgelegte Marshawn Lynch - er holte mit seinen Läufen insgesamt 109 Yards - fuhr den Sieg nach Hause, als er Ravens-Star Ray Lewis aussteigen ließ und ein letztes First Down erzielte.

Hauschka mit Teamrekord

"Er hat es aussehen lassen, als spiele er im Vorgarten gegen seine Cousins. Was für ein fantastischer Move", lobte Quarterback Tarvaris Jackson. Zudem stellte Kicker Steven Hauschka mit fünf verwandelten Field Goals einen Klubrekord ein.

Baltimore haderte mit der nächsten Schlappe gegen einen Außenseiter. Bereits gegen Jacksonvile und Tennessee hatte die Truppe fast schon sensationell verloren.

Das Laufspiel um Ray Rice (nur 27 Yards) kam nicht in Gang und Spielmacher Joe flacco fehlte das glückliche Händchen aus der Vorwoche gegen Pittsburgh (Bericht).

"Es ist frustrierend. Wir müssen und der Kritik stellen. Es war eine ganz schwache Vorstellung in allen Bereichen", fasste Trainer John Harbaugh zusammen.

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