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Aaron Rodgers (l.) wurde im Februar zum wertvollsten Spieler des Super Bowls gekürt © getty

Der Meister will im Monday Night Game gegen Minnesota seine Siegesserie ausbauen. Die Abwehr wackelt. Rodgers zeigt MVP-Form.

Von Eric Böhm

München/Green Bay - Eigentlich könnten die Green Bay Packers sehr gelassen in die zweite Saisonhälfte gehen.

Immerhin hat der Meister als einziges Team der NFL noch keine Niederlage kassiert und den besten Start seit 49 Jahren hingelegt.

Vor dem Monday Night Game des 10.Spieltages gegen die Minnesota Vikings (ab 2.35 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) steuert Head Coach Mike McCarthy jeglicher Form von Selbstzufriedenheit harsch entgegen.

"Wir haben uns die acht Siege verdient, aber die Erwartungen, die wir an uns selbst stellen, haben wir noch nicht hundertprozentig erfüllt", meint McCarthy.

Kaum Schwachpunkte

Trotzdem fällt es unglaublich schwer, Schwächen im Gefüge der Packers zu finden. Die Siegesserie dauert nun schon seit elf Monaten und 14 Spielen an.

Der Angriff ist mit fast 35 Punkten pro Spiel Liga-Spitze. Quarterback Aaron Rodgers (24 Touchdowns, drei Interceptions) spielt auf MVP-Niveau (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Sie sind ein fantastisches Team. Ich habe im ersten Aufeinandertreffen viel gelernt. Sie haben keine Schwächen", lobt selbst Vikings-Spielmacher Christian Ponder.

Hinspiel macht Mut

Der Rookie feierte am 23. Oktober sein Startdebüt in der NFL und zeigte bei der knappen 27:33-Niederlage anstelle des Veterans Donovan McNabb eine ordentliche Leistung.

Minnesotas Superstar Adrian Peterson erlief damals 175 Yards und hielt das Spiel bis in die Schlussphase offen.

"Wenn man sich unsere Spiele anschaut, wird klar, dass wir gegen jeden Gegner mithalten können, wenn wir keine Fehler machen", will Receiver Percy Harvin nicht schon vor Spielbeginn die weiße Fahne hissen.

Harvin fast fit - Herrera fehlt

Der schnelle Passfänger wird wohl trotz einer Rippenprellung auflaufen, dafür fällt Guard Anthony Herrera (Knieverletzung) aus.

Dabei wird Ponder jeden gesunden Blocker gut gebrauchen können, denn die Offensive muss mit Rodgers und Co. mithalten.

"Wir haben uns zuletzt verbessert. Darauf müssen wir aufbauen, Uns ist klar, dass wir Punkte produzieren müssen", hofft Tight End Visanthe Shiancoe auf eine positive Wirkung des Sieges gegen Carolina vor der spielfreien Woche.

Peterson gern in Lambeau

Peterson fühlt sich im gefürchteten Lambeau Field jedenfalls wohl. Dort gelangen dem aktuell viertbesten Running Back der NFL in den vergangenen drei Partien durchschnittlich 110 Yards sowie ein Touchdown.

"Ich freue mich darauf. Die Atmosphäre in Lambeau ist immer etwas besonderes. Wir haben nichts zu verlieren", meint "All Day".

Löchrige Packers-Abwehr

Das Selbstvertrauen ist durchaus angebracht. Im Hinspiel deckten die Vikings einige Probleme des Titelverteidigers auf.

Denn wenn es überhaupt möglich ist, Green Bay zu bezwingen, muss die statistisch recht schwache Abwehr attackiert werden.

Die Gastgeber weisen die drittschwächste Verteidigung der Liga auf. In der Passverteidigung sind sogar nur die New England Patriots noch anfälliger.

"Auf unserer Seite des Balles ist niemand zufrieden. Wir haben das Potenzial und müssen jeden Tag hart arbeiten", fordert Defensive Coordinator Dom Capers eine Steigerung.

Nur Siege reichen nicht

Zu den schlechten Werten trägt zu einem gewissen Grat die eigene Offensive bei.

Rodgers bringt sein Team immer sehr schnell in Führung und setzt so die Kontrahenten unter Druck, von Anfang an extrem viel zu werfen.

"Er ist ein besonderer, besonderer, besonderer Spieler. Er bleibt immer ruhig und erkennt perfekt die Schwächen in der Verteidigung", lobt Receiver Greg Jennings.

Nichts weniger als diese Perfektion ist der Anspruch in "Titletown". Gegen Minnesota wollen die Packers den nächsten Schritt in diese Richtung machen.

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