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Vince Young (l.) wurde 2006 und 2009 in den Pro Bowl gewählt © getty

Der Ersatzmann von Michael Vick brilliert in der Endphase und rettet Philadelphia in New York. Chicago bezahlt seinen Sieg teuer.

Von Eric Böhm

München/New York - Die Philadelphia Eagles haben am 11. Spieltag auch ohne Michael Vick (Rippenbruch) ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+).

Bei den New York Giants gewann die Truppe des verletzten Star-Quarterbacks mit 17:10 (0:0, 10:3, 0:0, 7:7) und hielt mit dem vierten Sieg im zehnten Spiel die Playoff-Träume am Leben.

Vicks Vertreter Vince Young hatte zwar über weite Strecken der Partie Probleme - ihm unterliefen drei Interceptions - bewerkstelligte im Schlussviertel jedoch einen beeindruckenden Monster-Drive, der die Eagles auf die Siegerstraße brachte.

"Es ist definitiv ein großer Sieg. Die Jungs sind fröhlich und begeistert. Diese Energie brauchen wir in den nächsten Spielen", freute sich Young (484299DIASHOW: Die Bilder des 11. Spieltags).

Diesmal kein Einbruch

Die fast neunminütige Angriffsserie schloss der coole Ersatzmann (263 Yards Raumgewinn) mit einem Touchdown auf Riley Cooper ab und verhinderte so einen weiteren Einbruch im vierten Viertel.

Die Eagles haben in dieser Spielzeit bereits fünfmal im letzten Abschnitt eine Führung noch verspielt, diesmal behielten sie nach dem 10:10-Ausgleich durch Victor Cruz' Touchdown einen kühlen Kopf.

"Wir haben uns die Zeit genommen und einige Jungs haben bei den dritten Versuchen Big Plays beigesteuert", erklärte Young, der sich nach dem Aus in Tennessee wieder als NFL-Starter empfehlen will.

Reid lobt Young

Bis dato hatte der ehemalige College-Star in "Philly" nur mit einem Interview für Aufsehen gesorgt, als er die runderneuerten Eagles zum "Dream Team" kürte.

Bis zu seinem großen Auftritt dominierten die Abwehrreihen das Divisionsduell. Beide Kontrahenten konnten ihren sonst so gefährlichen Laufangriff nicht etablieren und waren so sehr ausrechenbar.

"Es war ein zähes Spiel. Unsere Offensive Line hat sich am Ende zusammengerissen. Vince hat den großartigen Michael Vick stark vertreten", lobte Philadelphias Head Coach Andy Reid.

Teurer Fumble

Der unterdurchschnittlich agierende Giants-Spielmacher Eli Manning (264 Yards, ein Touchdown, eine Interception) hatte noch die Chance für ein erneutes Comeback.

Doch er verlor nach einem Hit von Jason Babin kurz vor Schluss den Ball. Running Back LeSean McCoy (113 Yards) besiegelte die Pleite der Gastgeber mit einem 60-Yard-Lauf.

New York (sechs Siege - vier Niederlagen) büßte die alleinige Führung in der NFC East ein und liegt nun gleichauf mit den Dallas Cowboys (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Das ist die größte Enttäuschung seit langem. Das war gar nichts", kritisierte New Yorks Trainer Tom Coughlin.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 11. Spieltages der NFL:

San Francisco 49ers - Arizona Cardinals 23:7

Die San Francisco 49ers bleiben weiter in der Erfolgsspur.

Das Überraschungsteam der NFL feierte mit dem lockeren 23:7 (6:0, 3:0, 14:0, 0:7) gegen die Arizona Cardinals den neunten Sieg im zehnten Spiel.

Quarterback Alex Smith (267 Yards) warf im strömenden Regen zwei Touchdowns, und Arizona (3-7) leistete sich gleich fünf Ballverluste.

"Perfektion ist unerreichbar, bleibt aber immer das Ziel. Wir haben heute auch viel falsch gemacht, trotzdem hat es geklappt", meint Smith.

Smith rehabilitiert sich

Für den ehemaligen ersten Pick des NFL-Drafts - deutlich vor Green Bays Aaron Rodgers - ist die Erfolgsserie auch ein persönlicher Triumph.

Nach sieben Jahren voller Verletzungen, schwacher Leistungen, Buh-Rufen und Schlappen zeigte er nun unter dem neuen Coach Jim Harbaugh endlich seine Klasse.

Die "Niners" sicherten sich ihre erste Saison mit positiver Bilanz seit 2002. Der Titel in der NFC West ist ihnen kaum noch zu nehmen.

Chicago Bears - San Diego Chargers 31:20

Die Chicago Bears haben ihren 31:20 (3:3, 14:7, 14:7, 0:3)-Sieg gegen die San Diego Chargers vermutlich teuer bezahlt.

Laut "ESPNChicago" hat sich Quarterback Jay Cutler (286 Yards, zwei Touchdowns) den Daumen an seiner Wurfhand gebrochen und wird die letzten sechs Spiele der regulären Saison allesamt verpassen.

Die Verletzung zog sich der 28-Jährige wohl im letzten Viertel bei einem Tackle-Versuch zu, nachdem er eine Interception in die Arme von San Diegos Antoine Cason geworfen hatte.

Kein Statement zu Cutler

Cutler soll am Montag genauer untersucht werden. Der Klub wollte sich zu der Verletzung nicht äußern.

Die Bears (7-3) hatten zuvor ihren fünften Sieg hintereinander errungen und San Diego (4-6) mit der fünften Pleite die längste Negativserie seit 2003 beschert.

"Es war eine sensationelle Vorstellung meiner Mannschaft. Sie haben sich durchgebissen und den verdienten Lohn eingefahren", sagte Chicagos Coach Lovie Smith.

Rivers fehlt Präzision

Die ausgezeichneten Returns von Devin Hester und Johnny Knox ermöglichten den Gastgebern immer wieder hervorragende Feldpositionen. Knox fing auch noch drei Bälle für 97 Yards und einen Touchdown.

Zwei späte Interceptions des Chargers-Spielmachers Philip Rivers - mit 17 abgefangenen Pässen für er die NFL an - brachten die Entscheidung.

"Es wird jetzt wirklich eng. Wir sind nicht die NBA, wir haben keine 82 Spiele. Es muss sich etwas ändern", forderte Receiver Vincent Jackson.

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