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Tom Brady (l.) wurde bereits zweimal zum MVP eines Super Bowls gewählt © getty

New England tritt im Monday Night Game gegen den "kleinen Bruder" aus Kansas City an. Spielmacher Brady hat böse Erinnerungen.

Von Eric Böhm

München - Das Duell erscheint wie der ungleiche Kampf zweier Brüder.

Im Monday Night Game des 11. Spieltages treffen die großen New England Patriots auf die kleinen Kansas City Chiefs (ab 2.35 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+), die mit Fug und Recht als Filiale des Teams von Sebastian Vollmer durchgehen.

Der deutsche Offensive Tackle hat sich seinen Startplatz auf der rechten Seite zurückerkämpft und ist genauso heiß wie Tom Brady.

"Ihre Bilanz ist nicht aussagekräftig. Sie sind ein solides Team, das kaum Fehler macht. Ich freue mich sehr auf die große Herausforderung", meint der Quarterback.

Brady denkt ungern zurück

Nach einem fantastischen Saisonstart war der dreimalige Super-Bowl-Champion aufgrund seiner zehn Interceptions (10) und schwachen langen Pässen in die Kritik geraten.

"Die zwei Wochen waren hart. Aber Coach Belichick hat uns immer Selbstvertrauen gegeben. Das haben wir ihm zurückgezahlt", erzählt Brady.

Der Spielmacher hat keine guten Erinnerungen an Kansas City. Im letzten Aufeinandertreffen 2008 verletzte er sich schwer am Knie und verpasste die komplette Saison (484299DIASHOW: Die Bilder des 11. Spieltags).

Der Sieg gegen die New York Jets (Bericht) wurde zum erhofften Befreiungsschlag. Mit einem Erfolg gegen die Chiefs könnten sich die "Pats" urplötzlich wieder einen deutlichen Vorsprung in der AFC East (sechs Siege - drei Niederlagen) erarbeiten.

Pioli bastelt

Die Gäste aus Missouri (4-5) haben etwas dagegen und setzen auf ihr Insiderwissen. Neben Manager Scott Pioli und Defensive Coordinator Romeo Crennel stehen auch einige Spieler mit Patriots-Vergangenheit im Kader (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Pioli gilt als Architekt der aktuellen Dynastie im Nordosten der USA. Gemeinsam mit Belichick formte er die Verlierertruppe zum dreimaligen Meister.

Im mittleren Westen sollte er die Patriots "klonen" und feierte in der vergangenen Saison mit dem überraschenden Divisionstitel auch einen ersten Erfolg.

Cassel fehlt

Doch 2011 kämpft "KC" mit inkonstanten Leistungen und Verletzungsproblemen. Am zweiten Spieltag zog sich Running Back Jamal Charles einen Kreuzbandriss zu, jetzt fällt mit Quarterback Matt Cassel (Hand-OP) auch noch der wichtigste Export aus "Beantown" aus.

Den drei desaströsen Niederlagen zum Saisonstart folgten vier Siege, doch die klaren Heimpleiten gegen Miami und Denver sowie Cassels Ausfall lassen für den Rest der Spielzeit wenig Gutes befürchten.

"Wir wurden nach drei Spielen schon totgesagt. Jetzt wollen uns alle wieder abschreiben. Wir werden bis zum Schluss kämpfen", sagt Cornerback Brendan Flowers.

Nobody Palko läuft auf

In Foxboro wird Tyler Palko als Cassel-Ersatz auflaufen. Er hat in seiner kurzen Karriere bisher 13 NFL-Pässe geworfen, galt aber am College - er spielte für Dan Marinos Alma Mater Pittsburgh - als wurfstarkes Talent.

"Tyler ist an der Reihe. Er macht im Training einen fantastischen Eindruck und ist gut vorbereitet", versucht Coach Todd Haley den 28-Jährigen zu stärken.

Erschwerend kommt hinzu, dass New Englands Abwehr gegen die Jets endlich aufwachte und New Yorks Quarterback Mark Sanchez ständig unter Druck setzte.

Zwei Verteidiger fallen aus

Belichick warnt jedoch vor dem Chiefs-Angriff um Receiver Dwayne Bowe - seit Beginn 2010 gelangen ihm 19 Tochdowns, nur Detroits Clavin Johnson (23) hat in diesem Zeitraum mehr.

"Ich denke, Palko kann Matt ersetzen. Sie werden ihren Plan trotzdem umsetzen", sagt New Englands knorriger Trainer.

Allerdings muss er wohl auf seine beiden besten Verteidiger verzichten. Cornerback Devin McCourty laboriert an einer Schulterverletzung. Safety Patrick Chung plagt sich mit einer Fußverletzung herum.

Mit dem fünften Sieg in Serie gegen die Chiefs würden die Gastgeber auch die zweite Heimpleite hintereinander vermeiden - das gab es schließlich seit 2006 nicht mehr.

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